Alexander Dobrindt startet Dauerbetrieb eines der innovativsten Klimagas-Messsysteme der Welt!

9 Dez
2016
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Hoehbeck-Sender Gartow, (c) DWD

Offenbach/Hohenpeißenberg – Klimagas-Messnetz (ICOS) geht in Dauerbetrieb … operationelle Phase beim Deutschen Wetterdienst gestartet! Per Mausklick vom Hohenpeißenberg in Oberbayern startete jetzt Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), den Betrieb einer weiteren deutschen ICOS-Station.

Es ist bereits die vierte Station dieses Messnetzes zur Untersuchung von Klimagasen in der Atmosphäre. Der 340 Meter hohe Messturm steht in Gartow, nahe Dannenberg (Elbe). Betrieben wird die neue Station durch das Observatorium Hohenpeißenberg des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die ersten vier Stationen wurden zunächst mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung errichtet. Jetzt übernimmt das für den DWD zuständige Bundeministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) und finanziert die zweite Aufbauphase mit fünf weiteren Stationen.

„Wir starten heute in Deutschland den Dauerbetrieb eines der innovativsten Klimagas-Messsysteme der Welt. Damit überwachen wir den Austausch der Treibhausgase zwischen Atmosphäre, Ozean und Ökosystem. Wir ermitteln auch, wieviel CO2 aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas stammt und wieviel auf natürlichem Wege entsteht. So können wir die Wirksamkeit unserer Klimaschutz-Maßnahmen besser kontrollieren,“ betont Bundesminister Alexander Dobrindt.

Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des DWD: „Der DWD betreibt das umfangreichste ICOS-Netz in Europa und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum europäischen Mess- und Kontrollsystem für klimawirksame Gase in der Atmosphäre“. Deutsche Messstationen sind zentraler Teil der europäischen Infrastruktur ICOS … ICOS steht für „Integrated Carbon Observation System“. Das System wurde 2015 als europaweite Umweltforschungsinfrastruktur von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Damit sollen Langzeitbeobachtungen des Kohlenstoff- und Treibhausgaskreislaufs (CO2, CH4 und N2O) in Europa durchgeführt und allen interessierten Nutzern verfügbar gemacht werden.

In vielen europäischen Ländern entstehen jetzt Mess-Stationen in Ökosystemen, auf den Meeren und an hohen Türmen. Türme deshalb, weil man mit den Messungen repräsentativ sein will und nicht nur an bodennahen, lokalen Effekten interessiert ist. ICOS ermöglicht damit die Überwachung und weitere Erforschung von Klimagasen in der Erdatmosphäre sowie den Austausch zwischen Atmosphäre, Ozeanen und Ökosystem in verschiedenen europäischen Regionen.

Mit diesem Wissen kann die Wirksamkeit politischer Maßnahmen zur Minderung von Emissionen in Deutschland und Europa zukünftig besser kontrolliert werden. Deutsches ICOS-Konsortium setzt auf enge Zusammenarbeit. Im Deutschen ICOS-Konsortium sind die führenden deutschen Institutionen mit langjähriger Erfahrung im Klima-Monitoring zusammengefasst. Neben dem DWD gehören dazu Helmholtz- und Leibniz-Institute, Großforschungseinrichtungen und Universitäten.

Christian Plass-Dülmer, Leiter des Meteorologischen Observatoriums Hohenpeißenberg des DWD: „Mit ICOS hat der DWD eine weitere Aufgabe im Bereich der Überwachung der Zusammensetzung der Atmosphäre übernommen. ICOS erweitert damit das wissenschaftliche Spektrum am Hohenpeißenberg im Programm „Global Atmosphere Watch“ (GAW) der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).“

www.dwd.de

gw

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