Ohne Moos nix los! – „Über Geld spricht man doch!“ – Sonderausstellung im ‚Museum für Kommunikation Frankfurt‘ bis 14. Mai 2017

24 Nov
2016
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Foto: ©Anselm Buder / Museum für Kommunikation Frankfurt

Frankfurt am Main – „Über Geld spricht man nicht, …“ Diese dem amerikanischen Öl-Milliardär Paul Getty zugeschriebene Redewendung kennt fast jeder. Und viele beherzigen sie auch. Sie reden weder über ihr Einkommen noch über das Geld auf der hohen Kante. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Postbank.

Kaum sonst wo auf der Welt wird so wenig über Geld gesprochen wie in Deutschland. Das gilt auch innerhalb der Familie. Oft kennen nicht einmal Partner voneinander die Finanzsituation oder die Höhe des Gehalts, noch tabuisierter ist der Austausch über Geldangelegenheiten mit Kindern. Dabei ist es ganz wichtig, Kindern und Jugendlichen frühzeitig ein Gefühl für vernünftiges Planen und Wirtschaften zu vermitteln. Dazu möchte die Forumsausstellung im Museum für Kommunikation Frankfurt „Über Geld spricht man doch!“ beitragen.

Der haptische Umgang mit Geld macht Spaß 

Kinder und Jugendliche kommen schon sehr früh mit Gelddingen in Berührung und lernen bald: Ohne Moos nix los! Aus diesem Grunde müsste die Familienschau laut Peter Hoffmann, Leiter der Unternehmenskommunikation der Sparda-Bank Hessen eG, die die informative Ausstellung im Frankfurter Kommunikationsmuseum ebenso unterstützt wie das Hessische Finanzministerium, eigentlich heißen: „Über Geld muss man sprechen“. Zu einem kurzweiligen Dialog über Fragen rund um die Finanzen lädt die interaktive Schau bis zum 14. Mai 2017 Kinder, Eltern und Großeltern ein.

In der  von Benedikt Burkard kuratierten Familienausstellung können Besucher an zehn Stationen Fragen des Geldes auf spielerische Art und Weise auf den Grund gehen. Interaktiv nähert sie sich aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen dem Thema Geld und rührt an Fragen, die mancher Erwachsener verlernt hat zu stellen – beispielsweise: Wie viel Konsum ist notwendig? Was ist gerecht? Wie beeinflusst der Mammon unser Denken und Handeln?

Auf besonderes Interesse dürfte der interaktive Taschengeldrechner Moneten stoßen. Und der wirft gleich viele Fragen auf: Was kann ich mir davon leisten? Wieviel bekommen die anderen? Was muss ich davon selbst bezahlen? Und was mache ich, wenn die „Knete“ ständig nicht reicht oder ich einen größeren Gegenstand kaufen möchte, zum Beispiel ein Smartphone? An dieser Mitmach-Station können Kinder den Betrag des eigenen Taschengeldes eingeben. Die Auswertung zeigt sofort, wie hoch das eigene Geld im Spektrum durchschnittlicher Taschengeldbeträge ist. An dieser Aktion können Jugendliche sich im Internet unter: mfk-frankfurt.de beteiligen.

Besonders spannend ist auch die Station: „Was kostet was?“ Das Wertekarussell zeigt ganz erstaunliche Preisunterschiede bei alltäglichen Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen. Die korrekte Preiseinschätzung ist auch bei dem Vergleich von verschiedenen Turnschuhen gefragt. Welches Modell ist am teuersten und wieviel verdient eigentlich eine Näherin an einem Schuh?

An der Hörstation „Was dir Erwachsene über Geld sagen“ beleuchten Geschichten das Thema in der Kinder- und Jugendbuchliteratur. Bei „Geld aus aller Welt“ müssen Banknoten den jeweiligen Ländern zugeordnet werden. Wer hier Riyal, Yen oder Peso entdeckt,  kann auch etwas über die unterschiedlichen Wechselkurse, Monatseinkommen oder die Abbildungen auf den Banknoten erfahren.

Die sehenswerte Schau, die ein Tabuthema der Deutschen anspricht, ist ebenso unterhaltsam wie informativ – für Groß und Klein.

Museum für Kommunikation Frankfurt; Öffnungszeiten Di bis Fr von 09:00–18:00 Uhr, Sa, So und Feiertag von 11:00–19:00 Uhr; Eintrittspreise: ab 6 Jahre 1,50 €, ab 16 Jahre 3 €; für Schulklassen und Gruppen ab 10 Personen ist freitags der Eintritt frei; weitere Informationen unter:  www.museumsstiftung.de

Bernd Heier

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