Zukunft aus dem Drucker hat längst begonnen: Viele Brillen entstehen heute am Drucker – 1.000, 2.000, 3.000 Stück!

24 Okt
2016
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Bild: Dietmar Glatz

Merseburg (Sachsen-Anhalt) – Hochschule Merseburg und mitteldeutsches Netzwerk erforschen „Additive Fertigung“!

Dietmar Glatz sieht die Zukunft des 3D-Drucks genau vor sich: „In riesigen Printfarmen werden unzählige Drucker in Fabrikation arbeiten, an die Menschen aus der ganzen Welt ihre Aufträge schicken. Alle Verfahren, alle möglichen Materialen der ‚Additiven Fertigung‘ laufen parallel, online kann jeder darauf zugreifen … und ist so sein eigener Disponent!“

Diese Zukunft, weiß Glatz, hat lange begonnen: Schon heute gibt es beispielsweise in den USA Firmen, in denen Tausende 3D-Anlagen stehen. „Eine Serienfertigung aus dem Drucker gibt es längst! Airbus baut bereits ‚RP-Teile‘ in Flugzeuge ein. Auch Hörgeräte-Gehäuse werden ganz individuell als Einzelexemplare gedruckt. Auch viele Brillen entstehen heute am Drucker, 1.000, 2.000, 3.000 Stück“, nennt der Leiter des RP-Zentrums an der Hochschule Merseburg Beispiele.

RP steht für „Rapid-Prototyping“ … „Generative Fertigung“ und „Additiv Manufacturingring“ sind andere Bezeichnungen für die Technologie, in der sich mit Hilfe von Druckern dreidimensionale Objekte erzeugen lassen. Schicht wird auf Schicht getragen, aus Kunststoff, aus Metall, aus Gips oder auch aus Sand.

Dietmar Glatz ist so etwas wie ein Pionier dieser Technologie. Mit dem Thema ‚Rapid Prototyping‘ beschäftigt er sich bereits seit 1992. Damals faszinierte den Maschinenbauer und Kunststoffverfahrenstechniker die erste Maschine, die in Deutschland stand. Das erste Bauteil, das er selbst 1992 aus einem 3D-Drucker zog, war eine gedruckte Kunststoff-Staubsauger-Düse. So groß wie ein Zimmer war die Anlage, sagt Glatz. Und die Düse kostete stolze 12.500 Mark!

Als 3D-Druck-Experte Dietmar Glatz im Jahr 2006 nach Merseburg kam, sei er belächelt worden, sagt der 68-Jährige. Das habe sich geändert. Damals gab es nur eine kleine Anlage. Heute könne sich die technische RP-Ausrüstung in Mitteldeutschland und darüber hinaus sehen lassen. Man sei gut aufgestellt. Auch andere Hochschulen haben zwischenzeitlich aufgerüstet oder sind gerade dabei. Denn der Siegeszug der Drucker, mit denen sich dreidimensionale Objekte erzeugen lassen, hält an.

http://www.investieren-in-sachsen-anhalt.de/HSMerseburg

Mynewsdesk/gw

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