Festung Königstein (Sachsen): Sonderausstellung „Mönche auf dem Königstein und wie ‚der böse Samen Doctor Luthers‘ sie vertrieb“

22 Okt
2016

moenche303x665-d-bb6eba9bKönigstein/Dresden (Sachsen) – 100.000 Besucher in Klosterausstellung! Die aktuelle Sonderausstellung „Mönche auf dem Königstein und wie ‚der böse Samen Doctor Luthers‘ sie vertrieb“ auf der Festung Königstein ist ein voller Erfolg. Jetzt wurde der 100.000-ste Besucher gezählt.

Noch bis zum 01. November ist die Schau, die sich mit zahlreichen wertvollen Leihgaben einem weitgehend unbekannten Kapitel aus der Geschichte des Königsteins und der Reformation widmet, zu sehen.

Im Jahr 1516 gründete der sächsische Herzog Georg der Bärtige (1471-1539) auf dem abgeschiedenen Plateau des Tafelberges das „Kloster des Lobes der Wunder Mariae“. Zwölf Mönche und ein Prior bewohnten den Konvent, schlossen sich jedoch nach und nach dem Reformator Martin Luther und seinen Lehren an. Als 1524 nur noch ein Bruder auf dem Felsen lebte, wurde das Kloster aufgelöst.

„Wir haben erheblichen Forschungsaufwand für diese Ausstellung getrieben“, sagt Angelika Taube, Geschäftsführerin der Festung Königstein gGmbH:  „Bisher war das Kloster nur eine Fußnote in der Geschichte des Königsteins, weshalb wenig darüber bekannt war. Mit der Ausstellung hat sich das geändert. Das große Interesse der Besucher ist eine schöne Würdigung unserer Arbeit.“

Anlass für die Sonderausstellung bot das 500. Gründungsjubiläum des Klosters in diesem Jahr. Die wenigen Relikte des Königsteiner Konvents wurden ergänzt durch hochkarätige Leihgaben von knapp 30 europäischen Museen, Kirchen, Klöstern, Archiven und Bibliotheken. Noch bis zum 01. November werden neben Dokumenten aus dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv in Dresden auch Madonnenfiguren, Gemälde und Grafiken, klösterliche Architekturfragmente, Bodenfunde, Pläne, Bücher und eine Truhe des Ablasspredigers Johannes Tetzel gezeigt.

Höhepunkt der Schau ist die reproduzierte Eingangspforte des Klosters. Das Original verschwand mit dem Festungsbau ab 1589 optisch hinter dicken Mauern, blieb in einem Hohlraum jedoch über die Jahrhunderte hinweg erhalten. Besucher können in der Ausstellung durch die originalgetreue Abformung des spätmittelalterlichen Sandsteinportals hindurchtreten.

Medienstationen präsentieren unter anderem die neuesten Forschungsergebnisse zu den Klostergebäuden und führen Kinder wie Erwachsene auch auf humorvolle Weise an dieses Kapitel der Festungsgeschichte heran.

„Mönche auf dem Königstein und wie ‚der böse Samen Doctor Luthers‘ sie vertrieb“ ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr, am 01. November von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und im regulären Festungseintrittspreis enthalten. Zur Ausstellung ist eine Begleitbroschüre erschienen, erhältlich im Informationsbüro im Brunnenhaus der Festung Königstein.

www.festung-koenigstein.de

Die Festung Königstein ist eine der schönsten Bergfestungen Europas und gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Sachsen. Eingebettet in die bizarre Felslandschaft des Elbsandsteingebirges thront die einst unbezwingbare Wehranlage 247 Meter über der Elbe und weithin sichtbar. Das 9,5 Hektar große Felsplateau ist mit seinem einzigartigen Ensemble aus mehr als 50 imposanten Bauwerken verschiedener Epochen sowie seiner fast 800-jährigen und in verschiedenen Ausstellungen dokumentierten Geschichte ein Magnet für jährlich Hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt.

gw

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben