„Es gibt kein schöneres Vergnügen als dadurch zu überraschen, mehr zu geben, als erwartet wird“ …

31 Aug
2016

By Emile Deroy (1820-1846) [Public domain], via Wikimedia Commons

Charles-Pierre Baudelaire – By Emile Deroy (1820-1846) [Public domain], via Wikimedia Commons

… diese Erkenntnis stammt von Charles-Pierre Baudelaire (* 09. April 1821 in Paris; † 31. August 1867 ebenda), französischer Schriftsteller. Er gilt heute als einer der bedeutendsten französischen Lyriker und als wichtiger Wegbereiter der literarischen Moderne in Europa.

Charles-Pierre Baudelaire war das einzige Kind aus der späten zweiten Ehe eines wohlhabenden, kunst- und literaturliebenden ehemaligen Verwaltungsbeamten Joseph-François Baudelaire (1759–1829) sowie dessen 34 Jahre jüngerer Frau, Caroline Archimbaut-Dufays (1793–1871), die als Tochter einer englischen Mutter in London geboren wurde und ihrem Sohn früh das Englische nahebrachte.

Durch den Tod seines knapp 68-jährigen Vaters wurde er im Alter von sechs Jahren Halbwaise. Zusätzlich traumatisiert durch die rasche Wiederheirat seiner Mutter mit dem autoritären und ehrgeizigen Offizier Jacques Aupick sowie durch Umzüge von Paris nach Lyon (1832) und wieder zurück nach Paris (1836), entwickelte er sich zu einem schwierigen, sich ungeliebt und wurzellos fühlenden, oft depressiven Jungen, den man in Internate abschob und der kurz vor dem Baccalauréat (Abitur) noch wegen Ungehorsams von der Schule verwiesen wurde.

Seine spätere Schriftstellerei, die er systematisch und berufsmäßig zu betreiben versuchte, blieb wenig einträglich. Immerhin konnte er sporadisch Gedichte in Zeitschriften unterbringen. 1846 und 1847 erschienen, ebenfalls in Zeitschriften, als seine einzigen etwas längeren erzählenden Texte zwei Novellen: Die hübsche, angeblich aus der Antike stammende, raffiniert durch angebliche Textlücken zerteilte Liebesgeschichte „Le jeune enchanteur“ (Der junge Verzauberer) und die zunächst abgelehnte und dann mehr per Zufall gedruckte Künstlernovelle ‚La Fanfarlo‘, die witzig verschlüsselt und voll funkelnder Selbstironie Baudelaires Metamorphose vom dichtenden Dandy zum fast verbürgerlichten Autor und Quasi-Ehemann widerzuspiegeln scheint.

Für direkte Zeitgenossen, die seinen Namen kannten, war Baudelaire vor allem ein kompetenter Verfasser von Berichten über Kunstausstellungen, ein guter Literaturkritiker, ein fleißiger Übersetzer – sowie ein Wagner-Enthusiast und -Promotor. Doch schon der nachfolgenden Lyriker-Generation, den Symbolisten (z. B. Verlaine, Mallarmé oder Rimbaud), galt er als epochemachendes Vorbild.

Seit längerem ist Baudelaire in Anthologien und Schullesebüchern der am besten vertretene französische Lyriker. Auch in anderen Ländern schätzte man seine Dichtung. In Deutschland beeinflusste sie unter anderem Stefan George, von dem die erste deutsche Übertragung der ‚Fleurs du Mal‘ stammt.  –  (Wikipedia)  

gw

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben