Salvador Dalí war einer der radikalsten Gestalter des Surrealismus … Neue Ausstellung im Kunsthaus Stade ab 10. September

31 Jul
2016
Dali_Casanova_1967

Casanova, 1967 • Bild: Museen Stade

Stade – Ausstellung „Salvador Dalí. Das grafische Werk“ vom 10. September 2016 bis 15. Januar 2017. Mit seiner Kunst und seiner Selbstdarstellung hat Salvador Dalí (1904-1989) zeitlebens große Aufmerksamkeit erregt. Dies hatte Anerkennung aber auch Kritik zur Folge.

Seine Bedeutung für die Kunst des 20. Jahrhunderts ist jedoch unbestritten. Dalí war einer der radikalsten Gestalter des Surrealismus – etablierte Seh- und Denkweisen wurden von ihm erschüttert, das Brechen moralischer Tabus war programmatischer Bestandteil seines Schaffens. Eine von herkömmlichen Mechanismen befreite Welt entstand in seiner Kunst, in der Begierden, Fantasien und Ängste sichtbar werden. Mit einer beispiellosen Bildsprache kehrte er auf seinen Bildern im Freud’schen Sinne das Innerste nach außen. Dabei arbeitete er virtuos, seine Zeichnungen, Gemälde und Grafiken sind detailgenau und oftmals geradezu altmeisterlich ausgeführt.

Leben und Werk

1904 im spanischen Figueras in eine bürgerliche Familie geboren, wurde Dalí nach seinem verstorbenen Bruder Salvador benannt, ein Erbe, das er zeitlebens als Bürde und Aufgabe zur Selbsterkenntnis empfunden hat. Von 1929 gehörte er der Gruppe der Surrealisten an und prägte deren Kunst. Innerhalb der Gruppierung von Intellektuellen und Künstlern war er ein hoch geschätztes und geschmähtes Mitglied zugleich, bis er 1939 ausgeschlossen wurde. Während dieser Schaffensjahre entwickelte sich Dalís Bildvokabular, eine Grundlage seines Werkes, das bis in die 1980er Jahre entstand.

Dalís bildnerische Mittel waren vielfältig, er malte, zeichnete, druckte und fertigte Plastiken. Im Zentrum dieser Arbeiten steht die figürliche Darstellung psychischer Zustände sowie die Schilderung von Schöpfung und Zerstörung. In seinen Bildwelten finden sich reale, aber auch fantastische Wesen und Dinge, die fragmentiert, verwandelt oder verzerrt wiedergegeben werden. Von großer Bedeutung für sein Werk war auch die textliche Dimension. Vielen Bildern liegen Gedichte oder Prosa zugrunde, er verfasste eigene Texte, schrieb Drehbücher, Lyrik und theoretische Abhandlungen.

Ausstellung

Die Schau im Kunsthaus Stade zeigt Arbeiten aus Dalís grafischem Werk, Handzeichnungen und Illustrationen zur Weltliteratur oder eigenen Schriften. In seinen äußerst präzise ausgearbeiteten zeichnerischen Arbeiten beweist sich Dalí als bestechender Analyst und gleichzeitig intellektuelle Triebfeder der Kunst des 20. Jahrhunderts. Diese Ausgangspunkte dienen als Leitfaden, einen weltberühmten Künstler neu zu entdecken. Auf drei Etagen werden mehr als 200 Werke präsentiert. Das Augenmerk wird dabei auf seine Bildsprache und seine Innovationen für die Kunst gelenkt. Bildbegleitende Literaturpassagen werden an den Ausstellungswänden wiedergegeben, kunstvoll gestaltete Bücher in Vitrinen ausgestellt, das Zusammenspiel von Künstlerpersönlichkeit, Selbstinszenierung und Kunstschaffen kritisch betrachtet. Fotos und Filmbeiträge dokumentieren zudem sein Arbeiten.

Ein ausstellungsbegleitendes Angebot der Bildung und Vermittlung spricht verschiedene Altersgruppen an: Workshops für Kinder, After-Work-Führungen für Erwachsene und besondere Abendveranstaltungen – wie das regelmäßig stattfindende Kunstgespräch im Goebencafé und eine Lesung – sind Teil des Programms.

Museen Stade, Wasser West 39, 21682 Stade – Telefon: +49 (0)4141 79773 0,  E-Mail: info@museen-stade.de  –  www.museen-stade.de

Öffnungszeiten: Di-Fr: 10:00-17:00 Uhr,  Mi: 10:00-19:00 Uhr,  Sa/So: 10:00-18:00 Uhr  –  Eintrittspreis: Museen-Stade-Ticket: Ein Preis, drei Museen … Tages-Ticket 8,– €,  Sozialtarif 4,– €,  3-Tages-Ticket 10,– €, Sozialtarif 5,– €,  Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei.

gw

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