Unser Wohlbefinden kann durch Lob, ein Dankeschön, ein Lächeln, einen freundlichen Blick enorm gesteigert werden!

29 Jun
2016
Sasse

Jutta Valentini-Sasse – Bild: Königsteiner Akademie

Königstein im Taunus – Halten Sie es für möglich, dass so etwas ‚Banales‘ wie die „Bestätigung“ Wirkung auf uns und unser soziales Umfeld hat? Oft sind es nur ein freundlicher Blick oder ein Lob, um unser Wohlbefinden zu steigern!

Das nachfolgende Erlebnis von Jutta Valentini-Sasse*), das jeder – wenn auch ganz unterschiedlich – selbst schon erlebt hat, sagt worum es geht:

„Unsere Eltern, obwohl sie nie über Dialog und dessen Wirkung nachgedacht haben, gaben uns immer Rückmeldung. Als Kinder und Jugendliche bekamen wir für unser Tun stets Anerkennung. Erst viel später, als ich Berufsanfängerin war, wurde mir das klar. Bei meinem ersten beruflichen Erfolg stand ich abwartend da, aber es kam kein Echo – nichts. Ich starrte sozusagen ins Leere, fühlte mich gar nicht gut.

So ging es mir vor Kurzem wieder. Vier Jahre war ich Vorsitzende des Freundeskreises Seniorenwohnen – ein neues Projekt für ältere Menschen. Der Freundeskreis begleitete diese Einrichtung von Anfang an mit vielen sehr guten Aktivitäten, die alle von mir angestoßen und organisiert wurden. Nach vier Jahren gab ich das Amt ab mit dem Vorsatz, den Jüngeren nicht im Wege zu stehen und ihnen Verantwortung zu übertragen. Ich wurde sehr herzlich mit vielen Geschenken verabschiedet und freute mich sehr darüber.

Vor wenigen Wochen war die Jahreshauptversammlung des Freundeskreises, ich nahm als Mitglied daran teil. Es wurde mir berichtet, dass alle Aktivitäten, die ich eingerichtet hatte, mit Erfolg weitergeführt werden. Nun zu meiner Enttäuschung: Kein Wort des Dankes oder der Anerkennung mir gegenüber. Ich fand keine Beachtung. Ein ungutes Gefühl beschlich mich. Seither frage ich mich, bin ich immer noch nicht weise und stehe nicht über den Dingen? Nehme ich mich zu wichtig? Warum dieses enttäuschte Gefühl? Ist das eine ganz normale menschliche Reaktion, die man auch im Alter nicht verliert?“

Von Jeremias Gotthelf (1797-1854) – Schweizer Pfarrer und Erzähler – stammt die wunderbare Erkenntnis: „Dank ist keine Erniedrigung, sondern ein Zeichen hellen Verstandes, welcher die Verhältnisse erkennt, und ein Zeichen eines guten Gemütes, welches der Liebe fähig ist. Denn wer nicht danken kann, kann auch nicht lieben!“

*) Jutta Valentini-Sasse ist 1937 in Breslau geboren. Bis zum Kriegsende wuchs sie auf dem väterlichen Gut in Hartmannsdorf in Niederschlesien auf. Am 7. Mai 1945 folgte die Flucht durch die Tschechei nach Sachsen und später nach Bayern. Nach dem Abitur und landwirtschaftlichen Praktika studierte sie Landwirtschaft an der Technischen Universität München-Weihenstephan. 1964 kam sie nach Würzburg … als Verantwortliche für die Berufsausbildung, Meisterprüfung und Erwachsenenbildung in Landwirtschaft und Weinbau. In rund 30 Jahren führte sie etwa 1.500 Frauen und Männer erfolgreich durch die Meisterprüfung.

 Als Dialog-Trainerin war Jutta Valentini-Sasse über 20 Jahre für die „Königsteiner Akademie“ tätig. Sie hat die ersten Rhetorik-Seminare für Winzer und Landwirte gehalten. Heute ist das Rhetorik-Training durch seine funktional-kybernetische Ausrichtung eines der besten Rhetorikseminare deutschlandweit. Firmen wie die KfW-Bankengruppe haben das „Königsteiner Rhetorik-Training“ inzwischen zum Standardseminar gemacht.

www.koenigsteiner-akademie.de

gw

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