Ausstellung „Sneaker. Design für schnelle Füße“: Rund um die Welt sind sie zu einem entscheidenden Accessoire geworden

30 Apr
2016
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eremy Scott für adidas, Basketballschuh „Wings“, Herzogenaurach, 2009, Leder, Synthetik, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Hamburg – Erstmals erregten „Sneaker“ im Jahre 1985 als Teil der Hiphop- und Jugendkultur eine größere Aufmerksamkeit. Das ist auch das Jahr, in dem Joschka Fischer sich in Turnschuhen zum hessischen Landesminister vereidigen ließ – und was ihm damals den Spott-Namen „Turnschuhminister“ einbrachte.

Sneaker, von to sneak (engl.: schleichen) haben sich still, heimlich und leise vom zweckgebundenen Turnschuh in die Mitte unserer Gesellschaft geschlichen. Rund um die Welt sind sie zu einem entscheidenden Accessoire des modernen Großstadtmenschen geworden. Die Ausstellung „Sneaker. Design für schnelle Füße“ – im „Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg“ vom 13. Mai bis 28. August handelt vom erstaunlichen Aufstieg des Turnschuhs in den letzten dreißig Jahren, von den Sneakern, die im Alltag für Farbe und modisches Bekenntnis sorgen.

Als erste größere Schau in Deutschland behandelt sie das Phänomen der Sneaker-Kultur aus verschiedenen Blickwinkeln, beleuchtet ihre Bedeutung in der Jugendkultur, das Design, die Marketingstrategien der Hersteller und die Sammlerszene. Gezeigt werden insgesamt rund 250 Exponate, darunter rund 120 Paar Schuhe, historische, von berühmten Sportlern getragene und ausgewählte Preziosen von privaten Sammlern. Designer und Customizer wie Sebastian Thies oder Henriette Wagener kommen zu Wort und Sammler erzählen kleine Geschichten über ihre stolzen Eroberungen. Zu sehen sind außerdem rund 120 Plakate und Promotion-Drucke aus aller Welt, entworfen von jungen Designern und meist verbreitet von großen, oft international agierenden Agenturen, sowie eine Reihe von Werbespots.

Die Ausstellung versammelt Schuhe und Plakate von über 20 verschiedenen Herstellern und stellt die bekanntesten Unternehmen wie Adidas, Asics, Converse, New Balance, Nike, Puma, Reebok und Vans vor. Das Hauptaugenmerk liegt auf großen Modellreihen, die einzelne Firmen seit den 1980er Jahren entwickelt haben, zum Beispiel Chucks, Superstars, Stan Smiths, Air Force Ones oder Air Jordans. Ältere Modelle wie ein Laufschuh mit scharfen Spikes aus den 1930er Jahren oder ein Fußballschuh von 1954 erzählen von der Zeit vor dem Sneaker-Boom. … Ein Sneaker-ABC klärt Begriffe wie Deadstock oder Jumpman auf und erläutert, was ein Hype Beast ist oder wofür HTM steht. …

1970 bringt Adidas den Basketballschuh „Superstar“ auf den Markt und entwickelt sich zum Weltmarktführer. In Oregon, im Nordwesten der USA, geben ein Jahr später Bill Bowerman und Phil Knight ihrer kleinen Schuhfirma einen neuen Namen: ‚Nike‘. In nur zwanzig Jahren steigen sie zum erfolgreichsten Sneaker-Hersteller auf.

1985 ist ein Wendejahr in der Geschichte des Turnschuhs: Boris Becker gewinnt Wimbledon – in Schuhen von ‚Puma‘. Der Basketballer Michael Jordan bringt in Zusammenarbeit mit ‚Nike‘ einen eigenen Schuh auf den Markt: Air Jordan. Und die Hiphop-Band Run DMC tritt in Adidas-Schuhen auf. Joschka Fischer lässt sich, ebenfalls 1985, in Turnschuhen zum Landesminister vereidigen. Der Sportschuh wird zum Schuh für den Alltag und zum modischen Statement.

„Sneaker. Design für schnelle Füße“ entsteht in Zusammenarbeit mit zahlreichen Sammlern, die sich oft nur ungern von ihren besten Stücken trennen. Zahlreiche Plakate und großformatigen Drucke wurden dem MKG von den Designern und Agenturen für die Ausstellung geschenkt:

13. Mai bis 28. August Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG), Steintorplatz, Hamburg, Telefon: +49 (0)40 428134-880, E-Mail: service@mkg-hamburg.de  –  www.mkg-hamburg.de  –  Öffnungszeiten: Di –So: 10–18 Uhr, Do: 10–21 Uhr, | Eintritt: 12 € / 8 €, Do ab 17 Uhr 8 € – bis 17 J. frei

gw

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