Deutschlands schönste Ölfelder! Mit der ‚Rapsblüte 2016‘ erlebt der Frühling seinen strahlenden Höhepunkt!

19 Apr
2016
Bild: obs/UFOP e.V./Johannes Haas

Bild: obs/UFOP e.V./Johannes Haas

Berlin – Frühling in Deutschland. Endlich kehrt die Farbe „gelb“ zurück in die Landschaft … eine Farbe, die jetzt besondere Aufmerksamkeit erweckt. Denn auf über zehn Prozent der deutschen Äcker blüht in diesen Tagen wieder der Raps. 1,35 Millionen Hektar sind es genau, die derzeit bundesweit in Blüte stehen.

Wer in diesen Tagen in Deutschland unterwegs ist, kann sich dem Reiz der blühenden Rapsfelder kaum entziehen. Mit dem satten Gelb der Pflanzen, das Ende April und Anfang Mai das Landschaftsbild bestimmt, erlebt der Frühling seinen strahlenden Höhepunkt. Auf rund 1,35 Millionen Hektar, das sind etwas mehr als zehn Prozent der deutschen Ackerfläche, blüht nicht nur Deutschlands mit Abstand wichtigste Ölpflanze, sondern auch die bedeutendste Eiweißpflanze.

Rapsöl ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Vor rund zwanzig Jahren noch fast unbekannt in hiesigen Küchen, hat sich das Öl der Rapspflanze mittlerweile zum meistverwendeten Speiseöl entwickelt. Mit 41,1 Prozent Marktanteil liegt es weit vor Sonnenblumenöl und noch viel deutlicher vor Olivenöl. Die nur wenige Millimeter großen Saatkörner, die in Schoten heranwachsen, enthalten jedoch nicht nur Öl, sondern auch hochwertiges Eiweiß. Erfreulicherweise hat es die Natur sehr leicht gemacht, das in der Saat enthaltene Öl durch einfaches Pressen vom Eiweiß zu trennen.

Eingesetzt wird das so gewonnene Rapseiweiß als Rapsextraktionsschrot bzw. Rapskuchen in Rinder-, Schweine- und auch Geflügelfutter, das aufgrund seiner Qualität stark nachgefragt ist. Ein interessanter Nebeneffekt dieser Verwendung als Futtermittel ist die Reduzierung des Importbedarfs an gentechnisch verändertem Sojaschrot um mehrere Millionen Tonnen. Die eingesparten Sojaimporte entsprechen einem Anbauumfang von rund einer Million Hektar in Südamerika. So trägt der Rapsanbau in Deutschland indirekt auch zum Schutz von Regenwäldern bei, die dem Hunger der Welt nach Sojaschrot bereits allzu oft weichen mussten.

Zur Produktion von Rapsfuttermitteln trägt in großem Maße auch der Einsatz von Rapsöl als Kraftstoff bei. 2014 wurden über 1,4 Millionen Tonnen Rapsöl für die Produktion von Biodiesel oder als reiner Rapskraftstoff verwendet. Damit wurde die gleiche Menge Mineralöl und rund 50 Prozent der von ihm verursachten Treibhausgase eingespart. Etwa 20 Biodieselfabriken veredeln derzeit in Deutschland zertifiziertes Rapsöl zu Rapsmethylester (RME), besser bekannt als Biodiesel….

Aber nicht nur der gesicherte Absatz macht Raps für die Landwirtschaft so attraktiv. Auch unter der Erde hat die Pflanze einiges zu bieten. Denn was man nicht sehen kann, ist die meterlange und stark verzweigte Pfahlwurzel, die den tiefen Erdschichten zudem mit einer enormen Anzahl von Wurzelhaaren Nährstoffe entnimmt und den Boden ideal für die auf dem Feld nachfolgenden Pflanzen vorbereitet. Das macht der Raps so gut, dass beispielsweise Weizen, der im folgenden Jahr angebaut wird, bis zu 10 Prozent mehr Ertrag liefert. – Auch für Bienen und andere Insekten ist der Raps eine wichtige Nahrungsquelle. Bienen fliegen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Raps, denn er ist in manchen Gegenden im Frühjahr eine unverzichtbare Nektar- und Pollenquelle, die mit 40 Kilogramm Rapshonig pro Hektar belohnt.

So schön und idyllisch der gelbe Hingucker Raps auch aussieht, für die deutschen Landwirte hat die Pflanze auch eine andere Seite und die besteht aus sehr viel Arbeit. Was kaum ein Verbraucher weiß: Raps wächst praktisch ein ganzes Jahr auf einem Feld. Exakt 11 Monate vergehen von der Aussaat im August bis zur Ernte im Juli: „Zeit ist Geld und Dünger, Pflanzenschutzmittel und Kraftstoff verursachen erhebliche Kosten. Daher gehen wir Bauern nicht wahllos bei deren Einsatz vor, sondern nur bei Bedarf“, so Wolfgang Vogel, der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP). Der 1990 gegründete Verband vertritt in Deutschland die Interessen aller an der Züchtung, dem Anbau, der Verarbeitung und der Vermarktung von Raps beteiligten Landwirte, Verbände und Unternehmen. …

Weitere Informationen unter: http://www.ufop.de  (UFOP – Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V., Haus der Land- und Ernährungswirtschaft, Berlin)

ots/gw

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