Erben will gelernt sein! … Alles oder nichts! … Welche Alternativen gibt es?

7 Apr
2016
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Bild: Pixabay

Frankfurt am Main – Deutschland ist ein reiches Land. Kaum verwunderlich also, dass mehr als zehn Billionen Euro Geld- und Immobilienvermögen in deutschen Haushalten schlummern.

Pro Jahr werden etliche Milliarden dieses Vermögens an die Nachkommen vererbt, doch Vorsicht: Nicht selten übersteigen die Verbindlichkeiten den Wert des Besitzes.

Kann ich mein Erbe ablehnen?

Ja. Die sogenannte Sippenhaft, in der Familienmitglieder füreinander einstehen müssen, ist in Deutschland verboten. Dementsprechend ist eine zwanghafte Übertragung von Schulden an Kinder und Enkel nicht zulässig. Sollten Sie also neben Vermögen auch Restschulden vererbt bekommen, sollten Sie in Betracht ziehen, das Erbe abzulehnen. Hierfür gilt eine Frist von sechs Wochen, gerechnet von dem Zeitpunkt, an dem Sie von Ihrem Erbe erfahren haben.

Es ist also immens wichtig, dass Sie sich frühzeitig über die Vermögensverhältnisse des Erblassers informieren. Ihr ausdrücklicher Verzicht muss beim Nachlassgericht oder über einen Notar erfolgen.

Welche Alternativen gibt es, wenn ich mein Erbe behalten möchte?

Grundsätzlich gilt: Entweder alles oder nichts! Sie können jedoch beim Nachlassgericht eine Haftungsbeschränkung erwirken. Dann haften Sie nur mit der Höhe des Erbes und nicht mit Ihrem gesamten Vermögen.

Schon gewusst?

Abkömmlingen, Eltern sowie Ehe- und Lebenspartnern steht ein sogenannter Pflichtteil zu. Daran kann auch ein Testament nichts ändern. Der Testierfreiheit des Erblassers ist somit eine gesetzliche Grenze gesetzt.

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gw

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