Erholung und Sonne das ganze Jahr: Beim ‚Ruhestand im Ausland‘ nicht alle Zelte in die Heimat abbrechen!

9 Mrz
2016
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Bild: Pixabay

Frankfurt am Main – Viele Rentner träumen davon, ihren Lebensabend im Ausland zu verbringen. Doch ist das so ohne Weiteres möglich? Die gute Nachricht: Es ist leichter als man denkt, allerdings muss auch das eine oder andere beachten werden – wie zum Beispiel:

Rentenzahlung ins Ausland

Anstatt gänzlich auszuwandern, entscheiden sich viele Rentner, in einer Region bei milderem Klima zu überwintern. Dauert diese Periode weniger als sechs Monate und besteht der Wohnsitz weiterhin in Deutschland, bleibt man uneingeschränkt einkommensteuerpflichtig. Dementsprechend sind keinerlei Einschränkungen der Bezüge zu befürchten. Theoretisch könnte man sich die versteuerte Rente auch auf ein ausländisches Konto auszahlen lassen.

Wer seine Heimat hinter sich lässt und seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt, muss dagegen mit einigen Einschränkungen rechnen – und gilt als beschränkt steuerpflichtig in Deutschland … und je nach Auswanderungsland ist dann das Doppelbesteuerungsabkommen relevant, das die Besteuerung der Einkünfte zwischen den beiden Ländern regelt. So will man sicherstellen, dass die Einkünfte nicht doppelt versteuert werden müssen. Anderenfalls könnte ‚das neue Heimatland‘ einen Teil der Einkünfte als nationale Steuern einziehen.

Die Bundesrepublik hat sogenannte Sozialversicherungsabkommen mit einer Reihe von Ländern geschlossen. Diese regeln im Wesentlichen den Erwerb von Rentenansprüchen im jeweiligen Staat.

Krankenversicherung im Ausland

Während die Rentenversorgung unkompliziert geregelt ist, lauern in puncto Krankenversicherung einige Fallstricke. So wird der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse – über die man weiterhin versichert ist – an die Vorschriften des neuen Wohnlandes angepasst. Im Vergleich zu Deutschland kann dieser stark eingeschränkt sein. Außerhalb Europas – z.B. in den USA – entfällt der Versicherungsschutz vollständig. Demnach muss man sich vor Ort neu versichern, oder zuvor in Deutschland eine langfristige Auslandskrankenversicherung (gilt für maximal fünf Jahre) abschließen.

TIPP: Nicht alle Zelte abbrechen

Den Lebensabend im Ausland zu verbringen gestaltet sich deutlich einfacher, wenn man mit einem Fuß auf deutschem Boden bleibt. Beispielsweise kann man von der hiesigen Steuergesetzgebung, sprich dem Ehegatten-Splitting und dem Steuerfreibetrag von derzeit 8.652,– Euro, profitieren. Sollte der Wohnsitz dennoch ins Ausland verlegt und mindestens 90 Prozent des Einkommens aus Deutschland bezogen werden, können beim zuständigen Finanzamt Neubrandenburg (zuständig für alle im Ausland lebenden Rentner) ein Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland gestellt werden. Vorübergehend im Ausland lebenden Rentnern mit Wohnsitz in Deutschland reicht zudem eine normale Auslandsreisekrankenversicherung.

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gw

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