Herz in Gefahr: Herzseminar der ‚Deutschen Herzstiftung‘ und ‚KVB-Klinik‘ war ein voller Erfolg!

1 Dez
2015
Dr. Gerhard Toepel, Sonja Wessely und ChristinaHartmann (beide Deutsche Herzstiftung) Annette Graf, Dr. Walter Magnet (v.l.n.r.) • Bild: KVB Klinik Königstein

Dr. Gerhard Toepel, Sonja Wessely und ChristinaHartmann (beide Deutsche Herzstiftung) Annette Graf, Dr. Walter Magnet (v.l.n.r.) • Bild: KVB Klinik Königstein

Königstein im Taunus – Im Rahmen der Herzwochen 2015 veranstalteten die Deutsche Herzstiftung und die Klinik Königstein der KVB ihr jährliches Herzseminar … mit dem Thema „Herz in Gefahr – Herzinfarkt und dessen Therapie“.

Dr. Gerhard Toepel, Chefarzt der KVB-Klinik Königstein – Internist, Kardiologe und Präventivmediziner – begrüßte rund 100 Interessierte mit einer Einführung in das Thema und das Programm des Abends. Er wies auf die Leistungen der Deutschen Herzstiftung (mit mehr als 90.000 Mitglieder: Patienten, Angehörige und Ärzte) in der breit angelegten Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung über Herzkreislaufkrankheiten und deren Gefahren und über deren Therapiemöglichkeiten hin.

Oberarzt Dr. Walter Magnet, erklärte in seinem Vortrag die Hintergründe für die Entwicklung eines Herzinfarkts (den in Deutschland jährlich mehr als 290.000 Menschen erleiden) und was bei einem Herzinfarkt am Herz passiert. Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die häufigste Herzerkrankung. Schätzungsweise sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an der KHK, der Vorläuferkrankheit des Herzinfarkts.

Die koronare Herzkrankheit beginnt früh, oft schon Jahrzehnte vor dem Herzinfarkt. Viele der lebensbedrohlichen Folgen dieser Erkrankung der Herzkranzgefäße, also der Adern, die das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, lassen sich durch rechtzeitige Erkennung und Behandlung vermeiden. Unser Lebensstil und die sich daraus entwickelnden Risikokrankheiten wie Bluthochdruck, Blutfettwerterhöhung, Diabetes, Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung sind für die Entstehung der KHK verantwortlich.

Nur in etwa 30 Prozent kündigt sich ein drohender Herzinfarkt mit der typischen Brustenge bei Belastung oder auch im Ruhezustand an. 70 Prozent erleiden den „Infarkt aus heiterem Himmel“, der zu etwa einem Drittel tödlich endet. Brustenge (Angina pectoris) tritt nur bei hochgradig engen Herzkranzgefäßen auf. Weniger enge Gefäße können aber sogenannte instabile Gefäßwandablagerungen (Plaques) haben, die plötzlich aus der Gefäßwand in das Gefäß aufbrechen und die eigentlich wohlgemeinte Blutgerinnung auslösen. Die Blutgerinnung ist dafür da, dass wir bei einer Gefäßverletzung nach außen nicht verbluten. Wird sie aber innerhalb eines Gefäßes ausgelöst, führt sie dazu, dass ein Blutpfropf (Gerinnsel) das betroffene Gefäß innerhalb von Sekunden vollständig verstopft. Die Zellen hinter diesem Gerinnsel bekommen dann keinen Sauerstoff und keine Nährstoffe mehr. Die betroffenen Zellen sterben ab. Genau das passiert bei einem Herzinfarkt.

In der Pause nutzten die Gäste die zahlreichen Möglichkeiten, bei Annette Graf, Leitenden MTA, ein EKG schreiben zu lassen, das von den anwesenden Ärzten ausgewertet wurden. Danach erläuterte Dr. Gerhard Toepel die moderne, erfolgreiche Therapie gegen den Herzinfarkt. Diese setze genau bei den instabilen Gefäßablagerungen an und trage zum Schutz vor dem „Infarkt aus heiterem Himmel“ bei.

Ziel sei es auch, durch eine lebenslang gesunde Ernährung das Herzinfarktrisiko nachhaltig positiv zu beeinflussen. Gesunde Ernährung besteht aus regelmäßig Gemüse und Obst, Vollkornprodukten und zweimal in der Woche Fisch, sparsamen Verzehr von Fleisch, Wurst und Milchprodukten und eher Nutzung von pflanzlichen Ölen. Genussmittel wie Schokolade und Süßigkeiten seien nicht verboten, wenn sie maßvoll genossen würden. Alkoholische Getränke seien sicher keine Medizin. Habe aber ein Patient keinen Grund ganz oder teilweise darauf zu verzichten, könne ein Genuss in Maßen auch zur Lebensfreude beitragen. Klug sei, wer darüber hinaus das Rauchen einstellt und regelmäßig Ausdauersport betreibt. Dabei ist es wichtig, dass man im Training nicht an die Grenze der Belastbarkeit geht, sondern bei ca. nur 75 Prozent der individuell, maximal möglichen Herzfrequenz, die man in einem Belastungs-EKG ermitteln kann, mehrmals in der Woche über 30 bis 45 Minuten trainiert.

Dr. Toepel erklärte auch die Wirkungen der nach einem Herzinfarkt wertvollen Medikamente wie Betablocker, ACE-Hemmer, Blutplättchen-Hemmer und Cholesterinsenker, die den gesunden Lebensstil abrundeten. Für weitere Informationen: www.herzstiftung.de

gw

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