Rauchen ist Kopfsache – wie Hypnose bei der Raucherentwöhnung wirkt

30 Okt
2015
Bild: Pixabay

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Das Rauchen ist die häufigste vermeidbare Todesursache in den Industrieländern. Jährlich sterben in Deutschland bis zu 140.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

Zahlreiche weitere Menschen leiden unter einer eingeschränkten Lebensqualität aufgrund der gesundheitlichen Folgen ihres Zigarettenkonsums. Viele Raucher würden daher lieber heute als morgen mit dem Rauchen aufhören.

Bekannterweise ist der Ausstieg aus dem Zigarettenkonsum jedoch nicht ganz einfach. Neben dem einfachen Rauchstopp in Eigenregie gibt es zahlreiche Methoden und Programme der Raucherentwöhnung, die dabei helfen, den Rauchstopp zu erleichtern. Viele Menschen, die sich dazu entschließen, das Rauchen zu beenden, entscheiden sich für eine Raucherentwöhnung mit Hypnose.

Die Hypnose ist ein anerkanntes Therapieverfahren, das unter anderem für seine einschlägigen Erfolge bei der Raucherentwöhnung bekannt ist. Eine wissenschaftliche Studie von Dr. Cornelie C. Schweizer über die Wirksamkeit der Hypnose bei der Raucherentwöhnung konnte nachweisen, dass die Abstinenzrate der Probanden nach einem Jahr bei 48,1% lag. Verglichen mit anderen Verfahren oder Medikamenten ist dies ein erstaunlich gutes Ergebnis. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Hypnose dort ansetzt, wo das Rauchverlangen entsteht, in unserem Unterbewußtsein.

Wie das ‚unbewusste Rauchverlangen‘ entsteht:

Eigentlich hat unser ‚Unbewusstes‘ die Funktion, unser Leben zu erleichtern, indem es unter anderem Strategien fortführt, die sich einmal als erfolgreich erwiesen haben. Vereinfacht kann man sagen, dass es zwei Ziele verfolgt: Es möchte uns zum einen helfen, Schmerzen zu vermeiden.  Auf der anderen Seite streben wir unbewusst danach, Freude oder Befriedigung zu erleben. Das ‚Unbewusste eines Rauchers‘ hat gelernt, dass der Zug an einer Zigarette von einem inneren Zwang befreit. Auf diese Weise wird eine Art Befriedigung erlebt. Wird diesem Drang nicht nachgegangen, erlebt ein Raucher dies als Schmerz.

Jeder Raucher, der schon einmal gewollt oder ungewollt auf das Rauchen verzichtet hat, kennt diesen Schmerz sehr genau. Aus diesem Grund ist das Anzünden einer Zigarette auf unbewusster Ebene als etwas sehr Erstrebenswertes abgespeichert. Keine Zigaretten mehr zu haben wird als etwas sehr Bedrohliches erlebt, was es tunlichst zu vermeiden gilt. Natürlich weiß jeder Mensch, dass das Rauchen langfristig negative Konsequenzen hat. Viele Raucher können diese Konsequenzen bereits deutlich spüren, ohne dass es ihnen gelingt, ihren Zigarettenkonsum zu beenden oder einzuschränken. Die Schwierigkeit hierbei ist, dass das Unbewusste diese langfristigen Konsequenzen nicht erfassen kann. Das einzige, was es registriert, ist, dass ein Rauchstopp unmittelbar zu Schmerzen führt, und dass ein Zug an einer Zigarette sofortige Befriedigung verspricht. Aus diesem Grund wird es alles daransetzen, den abstinenten Raucher zu diesem Schritt zu überreden.

Warum eine  Raucherentwöhnung in Eigenregie oft als sehr schwer erlebt wird:

Die meisten Menschen, die im Selbstversuch das Rauchen beenden, versuchen dies mit ihrem bewussten Verstand anzugehen. Die letzten Zigaretten werden weggeworfen oder aufgeraucht und dann rüstet man sich für den Entzug. Ziel ist es hierbei, den Gedanken an eine  Zigarette nach Möglichkeit zu vermeiden. Man versucht sich in den ersten Tagen und Wochen abzulenken und Situationen zu meiden, in denen zuvor geraucht wurde. Viel Menschen erleben diese erste Phase der Entwöhnung als eine Tortur. Es ist sehr schwer, zur Ruhe zu kommen, wenn man sich Tag und Nacht von den Gedanken an eine Zigarette abzulenken versucht. Aus diesem Grund überstehen viele diese erste Phase der Raucherentwöhnung nicht. Nachdem sie der Versuchung, eine Zigarette zu rauchen, ein paarmal erfolgreich widerstanden haben, erwischt sie das Verlangen plötzlich auf dem falschen Fuß und sie werden rückfällig.

Ein einziger Ausrutscher kann aber leicht dazu führen, dass man sehr schnell wieder bei der alten Gewohnheit des Rauchens angekommen ist. Selbst wenn es gelingt, die erste Phase der Raucherentwöhnung, in der sich der Rauchwunsch regelmäßig meldet, zu überstehen, hat diese Herangehensweise einen entscheidenden Nachteil. Auf unbewusster Ebene bleibt, dass das Anzünden einer Zigarette oft als etwas Erstrebenswertes verankert ist. Obwohl das neue Leben als Nichtraucher nach einer gewissen Zeit bewusst als etwas sehr Positives wahrgenommen wird, bleibt diese Information unbewusst gespeichert und kann durch bestimmte Reize wieder reaktiviert werden. Viele ehemalige Raucher berichten, dass sie auch nach vielen Jahren immer wieder mit dem inneren Rauchverlangen konfrontiert werden.  

Die Stärke der Raucherentwöhnung mit Hypnose

Manchen Menschen gelingt es spontan, von einem Moment auf den nächsten mit dem Rauchen aufzuhören, ohne dabei nennenswerte Entzugserscheinungen wahrzunehmen. Was diese Menschen von anderen unterscheidet, ist eine tiefere innere Erkenntnis, die sich spontan eingestellt hat. Viele berichten, dass sie ein bestimmtes Schlüsselerlebnis hatten, das zu dieser Veränderung im Inneren geführt hat. Dies kann bedeuten, dass der Schmerz, den das Rauchen tatsächlich verursacht, bis in die tieferen Ebenen des Bewusstseins durchgedrungen ist. Gleichzeitig wird das neue Leben als Nichtraucher, wenn der vorangegangene Schmerz groß genug war, als etwas zutiefst Befriedigendes erlebt. Der große Vorteil einer Raucherentwöhnung mit Hypnose ist, dass während einer Hypnosesitzung Erfahrungen gemacht werden können, die mit diesen Schlüsselerlebnissen vergleichbar sind. Die  innere Reaktion auf diese Erfahrung kann darüber hinaus durch Suggestionen in die richtige Richtung gelenkt werden. Auf diese Weise ist es möglich, in einer Hypnosesitzung  tiefgreifende Veränderungen zu bewirken, die über den bewussten Verstand nicht erreicht werden konnten.

wk

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