Mit diesem kleinen ‚Reise-Knigge‘ können Sie sich Ihren Urlaub um ein Vielfaches angenehmer gestalten!

28 Jun
2015
Bild: Pixabay

Bild: Pixabay

Hamburg (ots) – Aktuelle Informationen aus dem Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI):

1: Anders bedeutet keinesfalls schlechter

Urlaubsstimmung ist kein Grund, sich nicht gut zu benehmen. Auch in Feriengebieten sind Rücksichtnahme und Wertschätzung gefragt – sowohl bei anderen Gästen als auch den dort Ansässigen gegenüber! Es sollte selbstverständlich sein, sich bei Fernreisen über Gepflogenheiten und Sitten des Gastlandes zu informieren und auf sie Rücksicht zu nehmen.

Bitte, bedenken Sie dabei: Anders bedeutet keinesfalls schlechter, sondern einfach nur unterschiedlich zu den Ihnen vertrauten Formen. Jede in einem Land gepflegte Umgangsform hat dieselbe Berechtigung wie deutsche Gewohnheiten. Respektieren Sie deshalb Ihnen fremde Gebräuche und Riten und passen Sie sich ihnen so weit wie möglich an. Wer das nicht will, wählt besser ein anderes Reiseziel.

Einige Worte in der Landessprache zu lernen, beweist die Wertschätzung den Einheimischen gegenüber. „Guten Tag“, „Auf Wiedersehen“, „Bitte“ und „Danke“ sowie „Entschuldigung“ bilden die Basis für einen „touristischen Schnellkursus“, der bei besonders komplizierten Sprachen auch auf einem Zettel parat gehalten werden kann.

2: Bikini, Unterhemd und Co.

Unabhängig davon, ob in einem Hotel um bestimmte Kleidung zu den Mahlzeiten gebeten wird, ist es respektlos, sich in Strand- oder Bade-Outfits in einen Speisesaal zu begeben. Mögen beispielsweise Bikinis, Badehosen oder Unterhemden an einem Imbiss am Strand oder an einer Poolbar toleriert sein, so sind sie in einem geschlossenen Restaurant fehl am Platz. Das gilt zum Beispiel ebenso für ‚kurze Hosen zum Dinner‘!

Sehr wichtig ist die richtige Kleidungswahl auf Reisen auch bei der Besichtigung von Gotteshäusern – ganz gleich, welcher Religion. Bitte, achten Sie dabei stets auf angemessene, bedeckende Garderobe und darüber hinaus auf eventuell bestehende Glaubensvorschriften, zum Beispiel das Ausziehen der Schuhe und das Tragen einer Kopfbedeckung.

3: Hüllenlos an Urlaubs-Stränden?

Nacktheit am falschen Ort ist rücksichtslos und lässt die notwendige Wertschätzung anderen Menschen gegenüber vermissen. Deshalb sollten die Hüllen nur an ausgewiesenen FKK-Stränden fallen. „Oben ohne“ für Frauen ist nur dort angebracht, wo es die Landes- oder Hotel-Sitten zulassen. Höflichkeit bedeutet in diesem Fall: Auf das Schamgefühl, die Moralvorstellungen und besonders auf glaubensbedingte Gepflogenheiten anderer Menschen Rücksicht zu nehmen. Und zwar unabhängig davon, ob Nacktheit mit Strafen belegt ist oder nicht. Die individuelle Freiheit endet dort, wo die Grenzen und Gefühle anderer verletzt werden.

4: „Meine Liege!“

Hotelgäste, die im Urlaub früh morgens die vermeintlich beste Liege am Pool zum Beispiel mit einem Handtuch für sich reservieren, und dann Stunden später ihren Anspruch auf den Platz geltend machen, sind bei vielen Reisenden unbeliebt. Auch die Hotelleitungen sehen diese Praxis äußerst ungern. Teilweise wird sie sogar verboten oder Angestellte sammeln die Tücher wieder ein. Sie können Konflikte vermeiden und zu einem respektvollen Umgang miteinander beitragen, wenn Sie auf eine solch frühzeitige ‚Reservierung‘ verzichten.

5: Der „Sturm aufs Büfett“

Erfahrungsgemäß stürzen sich viele Gäste zum frühestmöglichen Zeitpunkt auf ein Büfett, als seien sie kurz vor dem Verhungern. Diesem „Sturm aufs Büfett“ bieten Sie am besten die Stirn, indem Sie einfach etwas abwarten. Praktisch und entgegenkommend ist es, sich innerhalb einer Tischrunde über den Zeitpunkt abzusprechen – und dann relativ gemeinsam zum Büfett zu gehen. …

Und: Gehen Sie besser öfters zum Büfett und holen sich kleinere Portionen. Die Praxis, sich bei einem Büfett von dem gesamten Angebot lieber jeweils mehrere kleine Portionen zu holen, die wirklich aufgegessen werden, unterstützt zum einen den Gedanken, respektvoll mit Lebensmittel umzugehen. Zum anderen ist es appetitlicher!

6: Trinkgeld geben

Gerade zu diesem Punkt ist eine sorgfältige Recherche vor Reiseantritt oder spätestens vor Ort sehr wichtig. Nicht nur die Höhe der üblichen oder erwarteten Trinkgelder schwankt erheblich. In manchen Ländern wird der durch Geld ausgedrückte Dank eher als Beleidigung statt als Anerkennung empfunden. Und das wiederum kann zwischen Tourismuszentren und anderen Gebieten stark schwanken. Erkundigen Sie sich deshalb vorher nach den an Ihrem Urlaubsort üblichen Trinkgeldgepflogenheiten.

7: Die oft besungene Freiheit über den Wolken

Reinhard Mey hat den Begriff „grenzenlos“ sicher anders gemeint, als ihn so manche Flugreisende interpretieren. Denn gerade in der Enge eines Ferienfliegers und jeglichen vollbesetzten Flugzeugs ist es extrem wichtig, Rücksicht auf Mitreisende zu nehmen. Das beginnt auch bei der Entscheidung für die Reisekleidung. Es ist nun wirklich nicht angebracht, schon hier in Strandkleidung zu erscheinen. Und: Auch ‚Drängeln‘ beim Ein- und Aussteigen wird als störend empfunden!

Wenn Sie all das beherzigen, werden Sie sowohl Ihren Mitmenschen als auch sich selbst eine Reise – sei es im Flugzeug, im Bus oder in der Bahn – um ein Vielfaches angenehmer gestalten.

wk

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben