Beeindruckend und sehenswert: „NaturGewalten“ … Museum Sinclair-Haus widmet ORI GERSHT eine Einzelausstellung!

20 Mrz
2015
Dr. Johannes Janssen, Kurator und Direktor Museum Sinclair-Haus (li.) und Ori Gersht • Foto: Gertrud E. Warnecke

Dr. Johannes Janssen, Kurator und Direktor Museum Sinclair-Haus (li.) und Ori Gersht • Foto: Gertrud E. Warnecke

Bad Homburg v.d. Höhe –  Nachdem ORI GERSHT in der Ausstellung „Still bewegt“ (2013/2014) mit drei Filmen prominent vertreten war, ist die Ausstellung „NaturGewalten“ (bis zum 14. Juni) nun seine erste umfassende Einzelausstellung in Deutschland!

Als Ort vergangener Ereignisse betrachtet Ori Gersht die Landschaft, die in seinen Filmen und Fotografien gegenwärtig werden. Auf seinen Reisen bewegt er sich auf den Spuren der Vergangenheit und übersetzt den Prozess des Erinnerns in ausdrucksstarke Bilder. Dabei sind seine Werke stets von einem Spannungsverhältnis zwischen (Natur-) Gewalt und Zerstörung einerseits – und (Natur-) Schönheit und Erhabenheit andererseits geprägt.

Das eindrucksvolle Panorama der Pyrenäen ist in seinem Film „Evaders“ und in einer Serie von Fotografien Schauplatz der verzweifelten Flucht (etwa Walter Benjamins) vor den Nationalsozialisten. Im Film „The Forest“ wird die Idylle eines Waldes in der Ukraine durch plötzlich umstürzende Bäume unmittelbar gestört. Mit dieser martialischen „Störung“ verweist Gersht auf den Wald als unsicheren Zufluchtsort (auch seiner Vorfahren) vor Entdeckung und Deportation.

"On Reflection" - Blumenstilleben • Foto: Gertrud E. Warnecke

„On Reflection“ – Blumenstilleben • Foto: Gertrud E. Warnecke

Über den konkreten historischen Kontext hinaus sind jedoch alle Arbeiten des Künstlers – etwa seine Fotografien von zerberstenden, barocken Blumensträußen, oder von verwitterten Olivenbäumen in Israel – außergewöhnliche Metaphern für die widersprüchliche Natur des Menschen und für die unlösbaren Zusammenhänge von Vergangenheit und Gegenwart – von Leben und Tod.

Ori Gersht, geboren 1967 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in London. Von 1993 bis 1995 absolvierte er seinen Master in Fotografie am Royal College of Art in London. Seit 2000 sind seine Foto- und Videoarbeiten in internationalen Einzelausstellungen zu sehen, zuletzt in London und Boston (2012), sowie in Tel Aviv und New York (2015).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Führungen: „Kuratorenführung“Donnerstag, 26. März, 19:00 Uhr – Dr. Johannes Janssen, Direktor Museum Sinclair-Haus, Teilnahmegebühr: 5,– Euro zzgl. Eintritt – Anmeldung erforderlich.
FÜHRUNG AM SONNTAG: Sonntags, 11:15 Uhr – Teilnahmegebühr: 4,– Euro zzgl. Eintritt
KUNST AM ABEND: Dienstags, 18:30 Uhr – Führung und Kunstgespräch bei einem Glas Wein – Teilnahmegebühr: 4,– Euro zzgl. Eintritt
PHILOSOPHISCHE STREIFZÜGE „DIE BESTE ALLER WELTEN?“: Donnerstag, 16. April, 17:30—18:30 Uhr – Mit der Behauptung Gottfried Leibniz’ im Gepäck, der Mensch lebe in der besten aller möglichen Welten, begeben Sie sich auf einen philosophischen Streifzug durch die Kunstwelt von Ori Gersht. – Führung mit Dr. Stefan Scholz, Katholische Akademie Rabanus Maurus – Teilnahmegebühr: 5,– Euro zzgl. Eintritt

INFORMATION UND ANMELDUNG – auch für Gruppenführungen: Telefon: + 49 (0) 6172 404-120 – info@altana-kulturstiftung.de  –  www.altana-kulturstiftung.de

Museum Sinclair-Haus, Löwengasse 15 – Eingang Dorotheenstraße – 61348 Bad Homburg v.d. Höhe

gw

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