Eisenbahn-Nostalgie pur: Die Sauschwänzle-Bahn

30 Jul
2010

Sauschwänzle

Dieser Geruch weckt Erinnerungen aus der Kindheit. Es riecht nach Reisen, Urlaub, Abenteuer, Veränderung. Wer einmal den Geruch von Dampfloks in der Nase hatte, wird ihn nie mehr vergessen – den Geruch von Wasserdampf, Kohle, Russ und Wagenschmiere.

Sie steht schon am Bahnsteig vom Bahnhof Blumberg – die Sauschwänzle-Bahn. Vorn ein schwarzes Ungetüm, dass dampft, zischt und pfeift, dahinter die Wagons. Alte Wagen, teilweise noch mit Holzbänken und – wie cool – Plattformen zwischen den Wagons.

Es geht los: es rumpelt, klappert, poltert, so wie man es aus der Erinnerung kennt. Fenster herunterschieben und den Kopf aus dem Fenster strecken – sanfter  Fahrtwind, Rauchschwaden, Signalmasten rauschen am Kopf vorbei, Blick nach vorn zur Lok, Blick zurück auf die vergnügten Gesichter der anderen Fahrgäste und nun die Landschaft betrachten. Man hat Zeit, anders als im Auto, sieht Natur, Blumen  am Schienerand, Häuser nah und fern, Kühe auf der Weide, das Leben ist schön! Dann das High-Light – raus auf die Plattform – besser als Cabrio fahren – der erste Tunnel kommt, totale Dunkelheit, es wird kalt, und es riecht noch intensiver.  Auf der Plattform werden gestandene ältere Männer wieder zu Kindern – ein echter Jungbrunnen. Der Schaffner kommt und knipst die Fahrkarte. Am verbeiziehenden Bahnhof steht der Bahnhofsvorsteher in einer Uniform aus dem späten 19ten Jahrhundert. Die Illusion ist perfekt.

Fahrzeit – von Blumberg und Weizen – eineinviertel Stunde für 25 Kilometer und nochmal die gleiche Zeit  zurück. Zeit genug seine Erinnerungen zu leben, und Zeit genug für Kinder und junge Menschen zu erfahren, wie eine Zugreise früher war. Ein Muss für jeden Urlauber im Schwarzwald.

Die Sauschwänzle-Bahn

Die Wutachtalbahn ist eine der außergewöhnlichsten Eisenbahnstrecken Deutschlands. Sie verbindet Waldshut an der Hochrheinbahn mit der an der Schwarzwald- und Donautalbahn liegenden Gemeinde Immendingen und führt durch den Naturpark Südschwarzwald. Wegen ihres kurvenreichen Verlaufes und speziell wegen des Kreiskehrtunnels in der Stockhalde heißt sie auch Sauschwänzlebahn. Den Bau der Wutachtalbahn hat maßgeblich das Militär vorangetrieben. Die Strecke sollte als strategische Bahn einem allfälligen weiteren Krieg gegen das 1870/1871 besiegte Frankreich dienen. Heute ist die Wutachtalbahn vor allem wegen ihres Museumsbahn-Betriebs überregional bekannt und verfügt mit dem Ringzug im nördlichen Streckenabschnitt nach jahrzehntelanger Streckenstilllegung wieder über ein attraktives Nahverkehrsangebot.

Angeschlossen ist ein sehr interessantes kleines Eisenbahn-Museum, dass man vor oder nach der Fahrt besichtigen kann. Der Eintritt ist im Fahrpreis enthalten.

Betrieben wird die Museumsbahn von der Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Museumsbahn Wutachtal e.V. (IG WTB e.V.). Mehr Informationen auf:  www.sauschwaenzlebahn.de –     WK

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