Deutsche AIDS-Hilfe: Das Ende von Aids ist kein Traum, sondern bis 2020 möglich!

4 Nov
2014
Der neue Vorstand: (v.l.) Manuel Izdebski, Winfried Holz, Sylvia Urban, Ulf Hentschke-Kristal, Tino Henn • Deutsche AIDS-Hilfe

Der neue Vorstand: (v.l.) Manuel Izdebski, Winfried Holz, Sylvia Urban, Ulf Hentschke-Kristal, Tino Henn • Deutsche AIDS-Hilfe

Lübeck (ots) – Bei ihrer Jahresmitgliederversammlung hat sich die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) ein neues Ziel gesetzt: Im Jahr 2020 soll in Deutschland niemand mehr an AIDS erkranken.

Zudem wurde ein neuer Vorstand des Bundesverbandes gewählt. Die Versammlung tagte in Lübeck, um ein Zeichen für den vollständigen Erhalt der HIV-Prävention in Schleswig-Holstein zu setzen. Verband und Mitgliedsorganisationen wollen in Zukunft Menschen mit HIV noch stärker in ihre Arbeit einbeziehen. Im Vorfeld der Versammlung hat die Deutsche AIDS-Hilfe den ‚Hans-Peter-Hauschild-Preis‘ für wegweisende Prävention verliehen.

Die Krankheit Aids als letztes Stadium der HIV-Infektion ließe sich in Deutschland durch rechtzeitige Diagnose und Therapie bereits heute fast immer vermeiden.

Trotzdem sterben jedes Jahr noch mehr als 500 Menschen an den Folgen von HIV. Der Hauptgrund dafür ist Diskriminierung von Menschen mit HIV. Die erwartete Ausgrenzung macht Angst vor dem HIV-Test und verhindert damit häufig einen rechtzeitigen Therapiebeginn. Veraltete Bilder von HIV als rasch tödliche Erkrankung machen ebenfalls Angst und werden so manchmal zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung.

Dazu sagt Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe: Dass Menschen erkranken und sterben, obwohl es sich verhindern ließe, ist unerträglich. Wir rufen Politik, Medizin und Gesellschaft auf, Aids mit uns gemeinsam zu beenden. Wir verfügen bereits über alle Mittel, die dazu nötig sind. Im Jahr 2020 kann Aids in Deutschland Geschichte sein – wenn alle Verantwortlichen mit voller Kraft daran arbeiten. Das baldige Ende von Aids ist kein Traum, sondern ein realistisches Ziel und eine ethische Verpflichtung.“

Besonders wichtig ist neben dem Engagement gegen Diskriminierung der Zugang zu anonymen, lebensweltnahen HIV-Test-Angeboten und qualifizierte Beratung für besonders stark von HIV betroffene Gruppen, wie schwule Männer, Drogenkonsumenten und Menschen mit Migrationshintergrund. Im bestehenden Netz gilt es Lücken zu schließen. Das neu formulierte Ziel „AIDS beenden bis 2020“ hat die Mitgliederversammlung im Zukunftspapier der Deutschen AIDS-Hilfe mit dem Titel DAH reloaded verankert.

Die Deutsche AIDS-Hilfe hat ihre Mitgliederversammlung 2014 auch deswegen in Lübeck abgehalten, um ein Zeichen für den vollständigen Erhalt der HIV-Prävention in Schleswig-Holstein zu setzen. Wir freuen uns, dass die Aidshilfen in Schleswig-Holstein mittlerweile konstruktive Gespräche aufnehmen konnten. Die Landesregierung rufen wir auf, ihrer Verantwortung für eine wirksame HIV-Prävention weiterhin gerecht zu werden“, betont DAH-Vorstand Sylvia Urban.

Dem neuen Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe gehören nach der Wahl in Lübeck an: Tino Henn (Berlin), Ulf Hentschke-Kristal (Bielefeld) Winfried Holz (Berlin), Manuel Izdebski (Unna) und Sylvia Urban (Dresden).

Die Mitgliedsorganisationen der Deutschen AIDS-Hilfe haben sich verpflichtet, die Einbindung von Menschen mit HIV in ihre Arbeit künftig noch stärker zu fördern. Die Mitgliedsorganisationen streben an, Organe, Gremien und Arbeitsgruppen mindestens zur Hälfte mit HIV-Positiven zu besetzen. Ein neues Gremium zur Beteiligung und Vernetzung wurde als besonderes Verbandsorgan eingesetzt.

Bei einem feierlichen Empfang im Vorfeld der Mitgliederversammlung hat die Deutsche AIDS-Hilfe den ‚Hans-Peter-Hauschild-Preis‘ an das „Straßenbahn-Projekt“ der Braunschweiger AIDS-Hilfe verliehen. 2009/10 haben sich in Braunschweig acht HIV-positive Menschen mit Bild und Namen auf einer Straßenbahn gezeigt. „Sichtbarkeit ist eine der Säulen der strukturellen Prävention. Das Projekt führt dies eindrücklich vor Augen“, sagte Rainer Ehlers, Ehrenmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe, in seiner Laudatio.

wk

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