Statistiker aus Cambridge ist sauer: „Oktopus Paul widerlegt mein Lebenswerk“

13 Jul
2010
Professor David Spiegelhalter

Professor David Spiegelhalter

David Spiegelhalter, Professor für Wahrscheinlichkeitsberechnungen von der Universität Cambridge, fühlt sich durch Pauls Voraussagen der Lächerlichkeit preisgegeben.

London. David Spiegelhalter, Professor für Wahrscheinlichkeitsberechnungen, hat schwere Vorwürfe gegen Paul den Kraken erhoben, der bei WM-Spielen in Südafrika stets die richtigen Sieger «vorhersagte». «Verflucht sei dieser Octopus – er hat mich der Lächerlichkeit preisgegeben», überschrieb der Experte von der Universität Cambridge einen Beitrag in der Freitagsausgabe der britischen «Times». Spiegelhalter ist einer der bekanntesten Statistiker Großbritanniens.

«Dieser Tintenfisch ist dabei, mein Lebenswerk zu zerstören», klagte er an. «Es ist wirklich Zeit, in Rente zu gehen – zusammen mit meiner ganzen Wissenschaft.» Eine seiner Hauptaufgaben sei es bisher gewesen, vor allem Schüler über die Risiken des Glücksspiels aufzuklären. Nun aber erwiesen sich Pauls Vorhersagen «ohne irgendeine Form von Nostradamischer Zweideutigkeit» jedes Mal als richtig. So viel Glück könne man einfach nicht haben. Er werde sich damit abfinden müssen, dass er nun künftig bei jedem Vortrag den Einwand bekomme: «Ok, Professor, aber wie erklären Sie sich dann den Kraken?»

Vielleicht tröstet es ihn, dass Paul ihm künftig wohl kaum noch einen Strich durch die Rechnung machen wird. Mit seinen 2 1/2 Jahren zählt Paul nämlich schon zu den betagten Kraken. Dass er es bis zur nächsten großen Meisterschaft – der EM in zwei Jahren – schaffen wird, ist nahezu ausgeschlossen.

Das Kraken-Orakel hatte am Freitag einen Sieg von Deutschland gegen Uruguay im WM-Spiel um Platz 3 und einen spanischen Triumph im Finale über die Niederlande «vorhergeschmeckt». Bei der Fußball-WM in Südafrika hatte sich das Tier bei seinen Tipps  unfehlbar  gezeigt.

wk

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