Südtiroler Schmuggler: Die Zeiten waren hart, aber man half sich gegenseitig!

4 Mrz
2014
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Bild: Konsortium Dolce Vita Hotels

Sie waren Grenzgänger, Abenteurer und wahre Überlebenskünstler, die Schmuggler in Südtirol. Viele haben sich in der Zwischen- und Nachkriegszeit im Vinschgau dem Schmuggel verschrieben, denn wie auch in anderen europäischen Städten und Dörfern, waren die Menschen arm und hatten kaum Arbeit, jedoch waren die ‚Vinschger‘ schon immer reich an Ideen und voller Kraft, diese umzusetzen!

Man lebte von der Hand in den Mund und da wurde das Leben an der geografischen Grenze zu Österreich und der Schweiz als Chance gesehen und genutzt.

Geschmuggelt wurde von den damals noch jungen und kräftigen Männern fast alles … alles was gebraucht wurde, und man brauchte vieles damals: Kaffee, Tabak, Zucker und auch Vieh. Gekannt haben die Schmuggler die Wälder im Dreiländereck mindestens so gut wie ihre eigene Westentasche, Nacht für Nacht schlichen sie sich über die Grenzen, um die Waren nach Italien zu bringen.

“Damals bei uns gab es nur Cerini und kein Feuerzeug”, erinnert sich ein heute 90-jähriger Schmuggler aus dem Vinschgau. Feuerzeuge gab es gleich hinter der Grenze und diese waren natürlich um einiges beliebter als die Cerini, die kleinen italienischen Streichhölzer. Schon als 5-Jähriger habe er mit seinem Vater die beliebten Feuerzeuge in seiner Lederhose versteckt und sich so einige Centesimi dazuverdient. So hat Walter seine “Karriere” als Schmuggler begonnen, die ihm in den Jahren darauf eine gute Einnahmequelle war.

Vor allem Vieh, das er nach dem 2. Weltkrieg aus dem benachbarten Österreich einschmuggelte, brachte ihm viel Geld. Die Nachfrage nach Vieh war im Vinschgau sehr groß, doch konnte es nur in den warmen Monaten geschmuggelt werden, denn zum einen hätten die Tiere den Marsch durch die Kälte und den Schnee nicht überlebt und zum anderen hätten die Spuren im Schnee die Schmuggler verraten. Wenn man damals von einem Monatslohn von etwa 40.000 Lire, heute ca. 20 Euro, sprach, brachte eine Kuh schon mal den doppelten Verdienst ein.

Es gab noch kein Handy, Internet oder einfaches Telefon und doch haben sich die jungen Vinschger damals zu helfen gewusst und andere Kommunikationswege gefunden. So gab es eine Bäuerin auf einem Hof im Obervinschgau, die für die Schmuggler eine Art ‚Warndienst‘ installiert hatte. So bald sie eine Laterne an das oberste Hoffenster hängte, wussten die Burschen, dass Patrouillen auf den Straßen waren, um Kontrollen durchzuführen.

Die Zeiten waren hart, auch in Südtirol, man half sich gegenseitig – beim Start in ein neues Leben.

 Quelle: Konsortium Dolce Vita Hotels/mynewsdesk/wk

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