Der ADAC braucht eine völlig neue Organisationsform … Kommentar zum Rücktritt des ADAC-Präsidenten

11 Feb
2014
© Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

© Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Mainz (ots) – Wer Führung übertragen bekommt, übernimmt damit umfassende Verantwortung. ADAC-Präsident Meyer hatte das selbst nach drei Wochen noch nicht so richtig begriffen. Erst der Beschluss seiner Präsidiumskollegen, ihn zu suspendieren, hat ihm dann klargemacht, dass Schluss ist mit dem tollen Titel, den er 13 Jahre tragen durfte.

Sein Rücktritt war selbstverständlich überfällig, aber er ist längst nicht mehr wichtig … und ein Signal zum Neubeginn ist er schon gar nicht. Denn diesen kann es nicht geben, bevor nicht auch der Rest der Ehrenamtlichen an der Spitze des Clubs abgetreten ist – und sie auch nicht mehr ersetzt werden.

Denn der ADAC braucht eine völlig neue Organisationsform mit professionellen Managern. Er muss im Grunde strukturell zu dem werden, was er längst ist, nämlich zu einem Unternehmen, das Bilanzen vorlegt, die geprüft und testiert werden. Alles andere wäre Stückwerk. Doch zuvor muss jede einzelne Aktivität auf den Prüfstand.

Wenn zum Beispiel stimmt, dass es nicht nur bei den Autotests, sondern selbst bei der hochgelobten Pannenhilfe nicht mit rechten Dingen zugeht, weil das Abschleppen gar nicht über den Jahresbeitrag finanziert, sondern von der eigenen Kfz-Versicherung bezahlt wird, dann sind der Missbrauch von Hubschraubern und Jets eher Peanuts.

Die Wahrheit ist, dass der ADAC seine Mitglieder systematisch belügt und betrügt. Und mit Lügnern und Betrügern hat sich der Staatsanwalt zu beschäftigen. – Und was die 19 Millionen Mitglieder angeht: Da muss sich jeder selbst fragen, ob er jemandem zwischen 49 und 84 Euro im Jahr bezahlt, der ihn an der Nase herumführt.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz/gw

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