„Fairtrade“ öffnet neue Absatzchancen für Kakao-Kleinbauern

29 Jan
2014
Bild: obs/TransFair e.V./Marvin del Cid"

Bild: obs/TransFair e.V./Marvin del Cid“

Köln (ots)  – Durchbruch auf dem deutschen Süßwarenmarkt! Die Absätze von Fairtrade-Kakao-Produzenten versprechen ab 2014 stark anzusteigen. Möglich macht es das „Kakao-Programm“, das Fairtrade im Rahmen der Internationalen Süßwarenmesse vorstellte.

„Bisher gab es den klassischen Schokoriegel mit dem Fairtrade-Siegel. Jetzt können Unternehmen zusätzlich Fairtrade-Kakao oder -Zucker als Einzelrohstoff beziehen und über mehrere Sortimente hinweg oder für die Gesamtproduktion verwenden“, sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Diese weitere Option öffnet Absatzchancen für Kleinbauern.

Und dies ist dringend nötig, denn Kakaoproduzenten verkaufen bisher nur einen geringen Anteil ihrer Ernte unter Fairtrade-Bedingungen. Bereits zum offiziellen Start der Programme liegen erste Kooperationsverträge mit Handel und Industrie für Kakao-Einkäufe vor, die Prämieneinnahmen von über einer Millionen Euro für Kakaobauern bedeuten. Vorreiter sind Mars, die Rewe Group, Lidl, Kaufland und die Confiserie Riegelein. Allein diese ersten Kooperationen werden den fairen Kakao-Absatz in Deutschland 2014 um rund 6.000 Tonnen fast versechsfachen.

Über eine Million zusätzliche Fairtrade-Prämien durch erste Kooperationen

Fairtrade steht für nachhaltige Produktion, kostendeckende Mindestpreise, Prämien für Gemeinschaftsprojekte und langfristige Handelsbeziehungen. 2013 wurden ersten Hochrechnungen zufolge gut 1.200 Tonnen fair gehandelter Kakao in Deutschland eingesetzt … trotz eines Wachstums von rund sieben Prozent liegt der Marktanteil bei 0,2 Prozent. Derzeit steigt die Bedeutung unternehmerischer Nachhaltigkeitsstrategien mit dem Schwerpunkt auf der Beschaffung von Rohstoffen.

Damit Fairtrade-Kooperativen von dieser Entwicklung profitieren, erarbeitete Fairtrade die Programme für Kakao, Zucker und Baumwolle. „Dass wir bereits zum offiziellen Start der Fairtrade-Programme erste Kooperationspartner nennen können, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Overath: „Wir erwarten allein durch die ersten Zusagen über eine Million Euro zusätzliche Prämiengelder für Produzenten.“ Die Partner verpflichten sich, die Volumen in den kommenden Jahren auszubauen. Verbraucher erkennen an dem neuen Programm-Siegel auf der Verpackung oder in der jeweiligen Unternehmenskommunikation die teilnehmenden Händler und Hersteller.

Elfenbeinküste – die Kakaokammer Westafrikas

Trotz guter Absätze in vielen Produktbereichen, erreicht der Faire Handel besonders bei Kakao-, Zucker- und Baumwoll-Kooperativen noch zu wenig. Das bestätigte Fortin Bley, Präsident des West Africa Cocoa Network in der Elfenbeinküste. Die Elfenbeinküste gehört zu den wichtigsten kakaoproduzierenden Ländern. „Das ist der Durchbruch, auf den wir lange gewartet haben. Die afrikanischen Kakaobauern warten seit langem auf bessere Verkäufe. Für uns bedeutet das neue Programm, dass wir unsere Fairtrade-Absätze steigern können. Das heißt mehr Prämiengelder für Schulungen zur Produktionssteigerung und damit mehr Einkommen für die Bauern. Und mehr Prämien für Projekte, wie bessere Trinkwasserversorgung, den Bau von Schulen und mehr Veränderung für unsere Gemeinden“, so Bley, selbst Kakaobauer und Generalsekretär der Kakaokooperative CANN.

Auch der Beratungsservice für Produzenten wird zukünftig weiter ausgebaut. „Mit Kakao haben wir losgelegt, aber wir gehen fest davon aus, im Verlauf von 2014 Kooperationen für Zucker- und Baumwollbauern bekannt geben zu können“, so Harriet Lamb, Geschäftsführerin von Fairtrade International.

Als neuer Kooperationspartner gibt Mars seine Teilnahme an den Programmen bekannt. Mars hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2020 – 100 Prozent seines Kakaos zertifiziert nachhaltig zu beziehen. In Deutschland gehören langjährige Partner zu den Pionieren: Die Rewe Group, Lidl, Kaufland sowie die Confiserie Riegelein nehmen an den Kakao-Programmen teil und bauen ihre Zusammenarbeit über ihre bestehenden Fairtrade-Produkte signifikant aus. In der Schweiz sind die Handelsketten Coop sowie Hersteller Kambly an Bord. In Japan liegt ein erster Kooperationsvertrag für Kakao mit dem Handelsunternehmen AEON vor.

Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und fördert das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum. Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es bundesweit in 42.000 Geschäften. Über 20.000 gastronomische Betriebe schenken Fairtrade-Kaffee und -Kakao aus. www.fairtrade-deutschland.de

Internationales Netzwerk und Kontrollen:  TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International (FI), in dem Initiativen aus 24 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind. Unter Beteiligung aller Stakeholder setzt FI die international gültigen Fairtrade-Standards fest. Zusätzlich unterstützt und berät Fairtrade International die Produzentengruppen durch lokale Berater. Alle beteiligten Akteure werden regelmäßig von FLO-CERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft mit Sitz in Bonn arbeitet mit einem unabhängigen, transparenten und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 65 (DIN EN 45011).

Quelle: Fairtrade Deutschland/-gw

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