UN-Tag am 03.12.: Hilfsangebote für Menschen mit Behinderung durch ‚Handicap International‘

3 Dez
2013
Bild: Brice Blondel / Handicap International

Bild: Brice Blondel / Handicap International

München (ots) – „Es regnete in Strömen und alle rannten los. Ich habe noch nie so große Angst gehabt“, berichtet der 17-jährige Philippine Mark Kevin während des Taifuns Haiyan – und fügt hinzu: „Zum Glück trugen meine Nachbarn mich und meinen Rollstuhl.“

In Notsituationen, wenn die Welt scheinbar ‚untergeht‘, kann die eigene Beweglichkeit oft über Leben und Tod entscheiden. Ohne Hilfe sehen sich ältere Menschen und Menschen mit Behinderung sehr oft einer ausweglosen Situation gegenüber. Doch auch in der Katastrophenhilfe stellt sich die Lage ähnlich dar:

„Bei so schweren Verwüstungen wie auf den Philippinen sind Menschen mit Behinderung oft nicht in der Lage, selbstständig Zugang zu Hilfsangeboten zu finden. Wenn die Wege mit Trümmern übersät sind, ist die Krankenstation oder die Essens-Ausgabestelle oft unerreichbar“, erläutert François De Keersmaeker, Geschäftsführer von Handicap International in Deutschland anlässlich des UN-Tages der Menschen mit Behinderung am 03. Dezember.

In Katastrophensituationen, wie aktuell auf den Philippinen oder auch in Syrien, ist es deshalb das wichtigste Ziel von Handicap International sicherzustellen, dass die schutzbedürftigsten Menschen nicht vergessen werden:  Zentrale Anlaufstellen für Menschen mit Behinderung werden eingerichtet, mobile Teams durchforsten Flüchtlingslager und betroffene Gegenden, statten Menschen nach Bedarf mit Gehstützen oder Rollstühlen aus und stellen den Kontakt zu den Angeboten anderer Organisationen her.

Da auf den Philippinen, wie in anderen Ländern der Region, mit der nächsten Katastrophe gerechnet werden muss, ist es besonders wichtig, sich auch um Prävention zu kümmern. Mit Katastrophen-Vorsorgeprojekten in mehreren asiatischen Ländern sorgt Handicap International nun dafür, dass Menschen mit Behinderung von Beginn an Teil der Maßnahmen sind.

In gemeinsamen Projekten mit den Behörden werden Evakuierungsübungen durchgeführt und die Bevölkerung mobilisiert, damit jeder eine genau definierte Rolle und entsprechende Verantwortung übernehmen kann. Und diese Arbeit trägt Früchte: Als im Oktober der Zyklon Phailin auf das indische Orissa traf, forderte er aufgrund gelungener Evakuierungen „nur“ 14 Opfer im Vergleich zu über 10.000 beim letzten Zyklon vor 14 Jahren.  –  www.handicap-international.de

Zur Organisation: Handicap International ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die in Situationen von Armut und sozialer Ausgrenzung, von Konflikten und Katastrophen interveniert. Sie unterstützt Menschen mit Behinderung und andere besonders hilfsbedürftige Menschen, damit ihre grundlegenden Bedürfnisse gedeckt werden, sich ihre Lebensbedingungen verbessern und ihre Würde und Grundrechte besser respektiert werden. Insgesamt ist die Organisation in ca. 60 Ländern aktiv. Handicap International ist eines der sechs Gründungsmitglieder der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL), die 1997 den Friedensnobelpreis erhielt und aktives Mitglied der internationalen Koalition gegen Streubomben (CMC) ist.

Quelle: Handicap International/ots/wk

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