„Wir brauchen einen Mathemathik-Unterricht, der Neugierde weckt … und Menschen für den Alltag fit macht!“

31 Mai
2013
Stiftung Rechnen stellt in Berlin die Studie "Bürgerkompetenz Rechnen" vor. V.l.n.r.: Christoph Drösser (Autor und Wissenschaftsredakteur, Die Zeit), Dr. Peter Matuschek (Leiter Politik- und Sozialforschung bei forsa), Johannes Friedemann (Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Rechnen), Prof. Dr. Ulrich Kortenkamp (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Anselm Lambert (Universität des Saarlandes) Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Stiftung Rechnen/Philipp Tonn"

Stiftung Rechnen stellt in Berlin die Studie „Bürgerkompetenz Rechnen“ vor. V.l.n.r.: Christoph Drösser (Autor und Wissenschaftsredakteur, Die Zeit), Dr. Peter Matuschek (Leiter Politik- und Sozialforschung bei forsa), Johannes Friedemann (Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Rechnen), Prof. Dr. Ulrich Kortenkamp (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Anselm Lambert (Universität des Saarlandes) • Bildquelle:: obs/Stiftung Rechnen/Philipp Tonn

Berlin (ots) – Beim Umgang mit mathematischen Fragestellungen im Alltag schneiden die Deutschen nicht gut ab. Das im Mathematik-Unterricht Gelernte können viele im alltäglichen Leben nicht anwenden und damit auch nicht nutzen.

Grafiken und Verbraucherinformationen werden nicht verstanden; zu viel Text führt zu Verwirrung oder Verweigerung. Zu vielen Deutschen mangelt es an räumlichem Vorstellungsvermögen und an der Fähigkeit, Plausibilitäten von Ergebnissen einzuschätzen.

Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Bürgerkompetenz Rechnen“, die die Stiftung Rechnen gemeinsam mit ihren Partnern – dem Sozialforschungsinstitut forsa, der Universität Halle-Wittenberg und der Universität des Saarlands sowie der Wochenzeitung Die Zeit – in Berlin vorgestellt hat. Untersuchungsgegenstand war die Rechenkompetenz der Deutschen im Alltag. Dazu wurden insgesamt 1.027 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren mithilfe eines bevölkerungsrepräsentativen Panels befragt. 30 Aufgaben mit Alltagsbezug waren zu lösen, die überwiegend das Niveau der 8. Klasse nicht überschreiten.

Vor allem beim Umrechnen von Maßeinheiten, beim Herauslesen von Informationen aus Texten und Grafiken sowie beim Übersetzen von Alltagsphänomenen in Rechenoperationen und umgekehrt tun sich die Deutschen schwer. Mangelnde Rechenfitness der Deutschen wird an vielen Stellen deutlich. So ist beispielsweise mehr als jeder zehnte Deutsche nicht in der Lage, Hotelübernachtungen richtig zu buchen. Die Hälfte der Deutschen kann nicht ausrechnen, wie sich eine geänderte Geschwindigkeit auf eine Fahrtzeit auswirkt. Auch bei Grundlagen der Prozentrechnung gibt es Probleme: Rund ein Drittel der Deutschen weiß nicht, dass ein Wert, von dem man einen bestimmten Prozentsatz abzieht und danach wieder hinzufügt, kleiner ist als der Ausgangswert. Solches Nichtwissen kann beispielsweise im Kontext des Aktienhandels zu deutlichen Fehleinschätzungen führen.

„Sind Menschen nicht fit im Rechnen, hat das für die Gesellschaft wie für den Einzelnen erhebliche Nachteile“, sagt Johannes Friedemann, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Rechnen. „Individuelle Lebensqualität geht verloren. Dabei ist vielen gar nicht klar, was sie verschenken und dass sie es besser hätten, wenn sie gut rechnen könnten. Klar ist: Gute Rechner haben mehr vom Leben. Das müssen wir ins Bewusstsein der Menschen bringen.“

In der Studie schnitten diejenigen besser ab, die in der Schule gut in Mathe waren, als diejenigen mit schlechteren Mathenoten. Ein Hinweis auf die Bedeutung des Mathematikunterrichts beziehungsweise auf die Bedeutung guten Mathematikunterrichts.

„Die Rezeptur für mehr Rechenfitness in Deutschland besteht aus vielen Zutaten. Eine der wichtigsten Zutaten ist der Mathematikunterricht“, so Friedemann: „Wir brauchen einen Mathematik-Unterricht, der Neugierde weckt, begeistert und Menschen für den Alltag fit macht. Ein Schwerpunkt unserer Stiftungsarbeit liegt auf diesem Gebiet – beispielsweise über das Programm Mathe.Forscher.“

Wie steht es um Ihre Mathe-Fitness? Machen Sie den Test aus unserer Studie und finden Sie es heraus! www.stiftungrechnen.de/projekte/studie  –  Alles zum Programm „Mathe.Forscher – Entdecke Mathematik in Deiner Welt“ unter http://www.matheforscher.de

Rahmendaten der Studie:  Für die Studie „Bürgerkompetenz Rechnen“ wurden insgesamt 1.027 Personen mithilfe des bevölkerungsrepräsentativen Panels forsa.Omninet befragt. Die Ergebnisse sind mit einer Fehlertoleranz von +/-3 Prozentpunkten auf die Gesamtheit der Bevölkerung zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland übertragbar.

Über die Stiftung Rechnen:  Die Stiftung Rechnen ist im Oktober 2009 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Hamburg gegründet worden. Gründungsstifter sind die comdirect bank AG und die Boerse Stuttgart AG. Schirmherrin ist Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Die gemeinnützige Stiftung ist fördernd wie auch operativ tätig. Ihr Anliegen ist die Verbesserung der Rechenkompetenz der Menschen und die Freude am Rechnen. Daher werden Bildung, Wissenschaft und Forschung auf den Gebieten von Rechnen und Mathematik gefördert. Die Stiftung Rechnen versteht sich als Plattform eines gebündelten und gemeinsamen Bildungsengagements von Unternehmen und Organisationen. Unterstützung ist willkommen. Mehr unter  www.stiftungrechnen.de

Quelle: Stiftung Rechnen/ots/wk

1 Kommentar zu „Wir brauchen einen Mathemathik-Unterricht, der Neugierde weckt … und Menschen für den Alltag fit macht!“

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Lewinski

Dezember 7th, 2016 at 09:53

Was ist richtig: Mathematik oder Mathemathik?
Gestern Abend bei der ZDF-heute Einblendung mit Frau Slomka war ich verwundert:Mathemathik?

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