Mitmachen!: Sächsische Wörter des Jahres 2013 gesucht!

27 Apr
2013
Uwe Stelmle • Bild: ThomasGigold

Uwe Stelmle • Bild: ThomasGigold [Attribution], from Wikimedia Commons

„Wir müssen den sächsischen Wortschatz retten.“ Das sagen sich prominente Sachsen wie Uwe Steimle und Tom Pauls und suchen auch in diesem Jahr die Sächsischen Wörter des Jahres. Ergänzend fügt Schauspieler Uwe Steimle hinzu: „Wer einem Volk die Sprache nimmt, bricht ihm das Rückgrat.“    

Seit sechs Jahren kürt die Ilse-Bähnert-Stiftung die Sächsischen Wörter des Jahres. Sinn der Aktion ist es, aussterbende sächsische Wörter zu retten und die sächsische Mundart als wichtigen Teil der deutschen Sprache zu fördern.

Tom Pauls • Mediaarchiv BV Tröbitz @ René Born, with permission from René Born

Tom Pauls • Bild: Mediaarchiv BV Tröbitz @ René Born, with permission from René Born, Tom Pauls 01 retouched, CC BY-SA 2.0 DE

Jährlich kürt eine Jury, der unter anderem Tom Pauls, Uwe Steimle oder Bernd-Lutz Lange angehören, die Sächsischen Wörter des Jahres. Eingereicht werden die Wörter von den Sachsen, die immer im Frühjahr dazu aufgerufen werden, ihre Favoriten an die Stiftung zu senden. Dabei helfen Medienpartner, wie Zeitungen, Radio- und Fernsehsender.

Gekürt wird das Wort des Jahres immer am Tag der Deutschen Einheit, am 03. Oktober, bei der großen Sachsen-Wort-Gala im Dresdner Schauspielhaus.

Machen Sie mit unter  mdr.de – Sachsen … das Formular ist bis einschließlich 31. Mai freigeschaltet.

Das beliebteste sächsische Wort des Jahres 2012 war „didschn“ für das Tauchen von Lebensmitteln in Flüssigkeit. „Plumbn“ wurde als Synonym für das Pumpen von Wasser zum schönsten sächsischen Wort des Jahres gekürt. Zum bedrohtesten sächsischen Wort wählte die Jury „Renfdl“. Damit wird in Sachsen die Brotkante bezeichnet.

Quelle: mdr/-gw

11 Kommentare zu Mitmachen!: Sächsische Wörter des Jahres 2013 gesucht!

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Lino Meyer

Mai 14th, 2013 at 10:11

babbsche Schwubbn (schwache Beine )

dunsln ( Halbschlaf )

Fafdln ( Hände o. Füße )

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Dithmar Sachse

Juni 23rd, 2013 at 19:56

Mein sächsisches Wort heißt „knorge“ für prima, klasse, schön oder gefällt mir. Wir benutzten knorge als wir Kinder waren um 1955.
Herzlichst Dithmar Sachse

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Steffen Grüttner

Juli 1st, 2013 at 23:26

veräbbeln (hinters Licht führen, veralbern, April April)

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Klaus Martin

Juli 23rd, 2013 at 17:59

Neulich, als ich meine Tante in Leipzig anrief und über Missetaten ihres Sohnes sprachen, rutschte mir das Wort
„LUDERBEEN“ über die Lippen. Meine Tante tat erstaunt, woher ich das noch kenne. Sie hätte es fast 50 Jahre
nicht mehr gehört. Ist es am Aussterben ?
Für alle Nichtsachsen
Luderbeen ist soviel wie Haderlump also ein noch erträglicher Lausbub.

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Klaus Martin

Juli 23rd, 2013 at 18:02

Mein sächsisches Wort des Aussterbens ist „Luderbeen“ (Haderlump oder so ähnlich)

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Martin

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Heinz Bollenbach

Juli 28th, 2013 at 23:48

Mir ist noch aus meiner Kindheit der Begriff „Griewaatsch“ in Erinnerung. Damit wurde ein „Dreikäsehoch“ also ein Kleinkind bezeichnet. Heute ist dieser Begriff aus dem Sächsischen nahezu verschwunden.

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Jens Hartmann

September 3rd, 2013 at 23:10

Ich begrüße es, dass mit Ihrem Streben der sächsische Wortschatz gerettet, geschützt und neu etabliert wird.
Unser Dialekt ist ein Teil unserer Kultur.

Noch als Kleinkind hatte ich das Vergnügen, längerfristig bei meiner Großmutter untergebracht gewesen zu sein.
Wie das wohl heute noch so bei kleinen Wänster zu sehen ist, naschte ich mal vom frisch gebackenem Kuchen. Den Augen der Oma entging natürlich Nichts.
So rief sie mit dominanten Ton: „Du grisst glei bar hinter die “ Kumtleisten“.
Obwohl ich bis dahin dieses Wort noch nie gehört hatte, wusste ich sofort, was es bedeutete.
Du bekommst gleich paar hinter die Löffel, Ohren oder Kauleisten.
Diese drohende Warnung war mir offensichtlich schon als Kleinkind klar. Der dominante Ton meiner Oma spielte natürlich auch eine wichtige Rolle, welche den Tatbestand dieser Unsitte bekräftigte.
Seit meine Oma verstorben ist, habe ich dieses Wort nie wieder gehört.
Meine Großmutter war eingefleischte Freitalerin oder man nannte es seinerzeit auch Kaffeesächsin.

Ganz sicher ist mir nicht bekannt, wie diese Wort „Kumtleisten“ genau geschrieben wird. Es ist mit Sicherheit ein Wort, welches einfach nur im sprachumgänglichen sächsischen Raum entstanden und höchstwahrscheinlich ausgestorben ist.
Aber vielleicht gibt es Andere Menschen in Sachsen meiner Generation, die mit diesem Wort in ihrer Kindheit konfrontiert worden sind.

Freundliche Grüße

Jens Hartmann

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Christine Kahle

September 30th, 2013 at 19:41

Leider bin ich für das Jahr 2013 auf jeden Fall zu spät, aber vielleicht können meine Begriffe schon für 2014 berücksichtigt werden?
Typisch sächsische Begriffe für den Leipziger Raum sind meiner Meinung nach:
Griewaatsch für kleines Kind
Mährde- für langsamer Ablauf, Mährerei, Bummelei
Dunstguller- für Kopf
verhonebiebeln- verballhornen
Hitsche- für Fußbank
und und und.

Herzliche Grüße Christine Kahle

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Ramklov Letreh

Oktober 3rd, 2013 at 11:19

HALLO! Habe im Radio gerade die Bekanntgabe Gewinner der sächs. Wörter 2013 mitbekommen. Für 2014 schlage ich 3 Wörter – „Hidsche“ und „Gäsehidsche“ bzw. „Gläche & glächen“ vor, die wahrscheinlich mit meiner Generation (geb. 1945) „aussterben“ werden. „Hitsche“ = Fußbank und „Gäsehitsche“ ist ein Schlitten, dessen Grundstruktur ganz aus einem Eisenguss bestand, als Sitzfläche wurde ein Holzbrett (die Form erinnerte an eine 8), mit „Garacho“ sind wir dann immer die Rodelbahn (mit einer selbst gebauten kleinen Schanze) runter gefahren und jauchzten, wenn der Sprung durch die Luft ging und dann mit voller Wucht auf die Rodelbahn aufschlug. Ich wundere mich heute noch, dass die Innereien da sind, wo sie hingehören. Ein weiterer Wortvorschlag wäre „die Gläche“ bzw. das du-Wort „glächen“. Habe bemerkt, dass es nur regionalbedingt vorkommt (im Raum Leuna, Merseburg, Halle – das sächsische Preußen), das Wort bedeutet: Arbeit bzw. (schwer)arbeiten gehen. Bis bald – Volkmar

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Gisela

November 2nd, 2013 at 13:18

Hallo, da fällt mir für 2014 auch noch etwas ein. Ein Bekannter meines Schwiegervater´s erzählte, dass se widder einen abgegänschert haben.
Auf Hochdeutsch abgemurxt.
Oder „haue deinen Deez (Kopf) nicht an.
Herzliche Grüße Gisela

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Rainer Martin

Juni 27th, 2015 at 17:00

Mein Wort des Jahres ist immer wieder. Muddeln
Wenn ich aber schon mal schreibe dann muss ich ma was loslassen:
Das blödeste Wort welches ich immer wieder im Fernsehen höre ist: Zurückerinnern.
Leute das ist dppeltgemoppelt

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