(16) Prinzessin Sarah vom Goldenen Planeten weiß: „Miteinander reden“ ist wichtig für das ganze Leben!

7 Apr
2013

Illustration: Ina-Maria Kowald, Königstein im Taunus

FORTSETZUNG: … Ihr werdet gebraucht – dringend sogar! Habt Ihr darüber schon einmal nachgedacht?“

Der weise Mann sah in die Runde, nachdenklich und hilflos saßen die sieben eigentlich sehr sympathischen jungen Leute da. Sie blickten Lucas an, als wollten sie sagen: „Sag Du doch was!“ Lucas suchte nach passenden Worten: „Darüber haben wir eigentlich noch nie nachgedacht.“

„Ich möchte mehr von Euch erfahren. Erzählt mir einfach nacheinander, was Euch so einfällt und was Euch bedrückt.“ Die Gesichter sprachen Bände. Wer traute sich, den Anfang zu machen? „Ich heiße Florian, bin 15 – wir gehen alle in die gleiche Schule. Bei uns zu Hause ist dicke Luft, weil sich meine Eltern scheiden lassen wollen. Sie zanken sich ständig. Ich habe keine Lust mehr, nach Hause zu gehen.“

Der weise Mann spürte, wie Florian darunter litt. „Wenn Eltern sich trennen, ist das für Kinder immer sehr schmerzhaft. Lauf jedoch nicht vor Problemen davon, sondern sprich mit Deinen Eltern, sage ihnen, was Du fühlst und bitte sie darum, vernünftig miteinander zu reden – auch mit Dir. Das wird sie nachdenklich stimmen und vielleicht zu einer vernünftigen und besseren Entscheidung bewegen.“

„Mein Name ist Robert, ich bin 16. Mein Bruder ist schon 20, was immer er auch macht, ist o.k. Schon bei der kleinsten Kleinigkeit wird er gelobt. Nur an mir meckern meine Eltern ständig herum, ich kann mich noch so sehr anstrengen, nie bin ich so gut wie mein Bruder.“ „Hast Du Deinen Eltern schon einmal gesagt, wie sehr Du darunter leidest?“ – wollte der weise Mann wissen. „Nein, ich gehe dann frustriert in mein Zimmer und setze mich an den Computer.“ „Laufe nicht vor Problemen davon. Sage Deinen Eltern, dass Du Dich zurückgesetzt fühlst, dass sie Dir mit ihrer Nichtbeachtung sehr weh tun … und das wollen sie bestimmt nicht. Miteinander reden ist sehr wichtig für das ganze Leben!“

„Ich heiße Patrick und bin 15. Meine Freunde haben immer genug Geld, nur ich bin immer blank. Meine Eltern wollen mir nicht mehr als 10 Euro in der Woche geben, das reicht einfach nicht.“ Der weise Mann lächelte: „Was, 10 Euro sind eigentlich genug. Wahrscheinlich gibst Du das Geld zu schnell aus. Du musst lernen, es richtig einzuteilen. Außerdem kannst Du doch etwas dazu verdienen – durch Zeitungen austragen oder Du erledigst für ältere Menschen Einkäufe. Selbst verdientes Geld macht stolz. Versuche es mal.“ Diese Antwort gefiel Patrick – er lächelte dankbar.

„Ich heiße Gabriel. Vor einem halben Jahr ist mein Vater gestorben. Meine Mutter hat einen Ganztagsjob. Geschwister habe ich leider nicht. Ab und zu kommen meine Großeltern für ein paar Tage. Sie sind zwar ganz nett, aber sagen mir ständig, was ich zu tun und zu lassen habe.“ Erschrocken sah ihn der weise Mann an: „Das tut mir sehr leid. Du hast es nicht leicht. Deine Mutter und Du – Ihr braucht Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Helft Euch gegenseitig und lasst nichts unausgesprochen. Deine Großeltern meinen es ganz sicher gut mit Dir. Hab Nachsicht mit ihnen, denn für sie ist dieser frühe Tod ihres Sohnes ein großer Schock. Wahrscheinlich denken sie, dass sie sich nun besonders aufmerksam um Dich kümmern müssen.

Denk an schöne Erlebnisse mit Deinem Vater und frage Dich oder Deine Mutter wie er wohl in dieser oder jener Situation handeln würde. Erinnere Dich in Liebe und voller Freude an ihn, dann fällt Dir vieles leichter. Du wirst Dein Leben schon in gute Bahnen lenken, da bin ich ganz sicher. Viel Glück.“ DieseWorte gingen Gabriel unter die Haut – verlegen schaute er aus der Lichtkugel auf die schöne Taunuslandschaft.

„Ja, nun bin ich noch übrig“, sagte Michael. „Ich bin 16 und habe Schwierigkeiten in der Schule. Ich frage mich, wozu ich so viel pauken soll. Das viele Lernen nervt mich und ist anstrengend. Wenn meine Eltern mal wieder auf mich eingeredet haben, gebe ich mir auch Mühe – irgendwie ist der Wille ja da.“ „Was heißt ’irgendwie‘, Du lernst doch für Dich und nicht für die Schule. Hast Du das vergessen? Denke daran, dass aus einem Bach ein Strom werden kann. Das soll heißen, dass der Unterrichtsstoff von Jahr zu Jahr schwieriger und die Probleme immer größer werden, wenn Du nicht versuchst, am Ball zu bleiben. Vermies Dir die Schule nicht selber und lass sie Dir auch nicht von anderen vermiesen.

Vergiss nicht, dass Dir die Schule wertvolle Chancen bietet. Greif zu und nutze sie! Auch wenn Du nicht Klassenbester bist, bekommst Du doch mit der Zeit Sicherheit durch Dein Wissen. Wenn Du voller Überzeugung lernst, wirst Du auch Erfolg haben – in der Schule, in der Lehre und im späteren Leben. Was Du Dir fest vornimmst, das wirst Du auch erreichen!“ Michael war nervös. Irgendwie haben ihn diese Worte gepackt. Er sah den weisen Mann freudestrahlend an und sagte: „Ich glaube, Sie haben es geschafft, dass ich in der Schule wieder mein Bestes geben werde. Danke, vielen Dank.“

Die Stimmung in der Lichtkugel war super … Prinzessin Sarah und David lächelten dem weisen Mann zu. Er blickte in zufriedene Gesichter: „Die Gespräche mit Euch waren sehr gut. Ihr seid im Grunde Eures Herzens in Ordnung. Haltet Euch an die wichtigsten ’Spielregeln des Lebens‘, dann werdet Ihr Euren Weg machen. Nun können wir die Rückreise antreten.“ …

Was Prinzesssin Sarah weiterhin so alles auf unserer guten alten Erde erlebt, erfahren Sie in der nächsten Fortsetzung …

Elisabeth Engel: “Die Prinzessin vom Goldenen Planeten – David’s Entdeckung” zu beziehen über Telefon 06174-24233, E-Mail: gwarnecke@t-online.de (Illustrationen: Ina-Maria Kowald, Königstein im Taunus)

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