Mit fast unsichtbarem Hörgerät die Vögel wieder zwitschern hören

18 Mai
2012

Bildquelle: www.starkeypro.de

Rund rund 15 Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht, aber nur etwa zehn Prozent greifen zu einem Hörgerät. Damit nehmen sie eine geringere Lebensqualität in Kauf. Und das, obwohl die neue Generation von Hörhilfen fast unsichtbar und technisch aber ganz groß ist.

Wer sich darüber wundert, dass die Vögel draußen nicht mehr zwitschern oder die Gesprächspartner plötzlich ständig nuscheln, könnte schwerhörig sein. Neben solchen Anzeichen im Alltag kann zum Beispiel ein neuer Hörtest per Telefon aufschlussreich sein. Dieser dauert fünf Minuten und kostet pauschal 99 Cent.  …

Gewissheit bekommt allerdings erst, wer sein Gehör vom Akustiker oder HNO-Arzt untersuchen lässt. Helfen lassen sollten sich Betroffene in jedem Fall. Denn schnell leidet die Lebensqualität, wenn Gespräche vermieden werden oder das Fahrrad wegen Gleichgewichtsstörungen stehen bleiben muss.

Vor einem riesigen Balken hinterm Ohr muss heute niemand mehr Angst haben. Viele moderne Hörgeräte sind längst so klein, dass sie kaum mehr sichtbar sind. Und auch die Klang-Qualität der Geräte wird immer besser. Sechs bis acht Wochen lang darf der Patient das Gerät testen, im Laufe dieser Zeit nimmt der Akustiker regelmäßig Anpassungen vor. Erst nach dieser Probetragephase wird entschieden, ob das Gerät optimal passt. Und erst dann bezahlt auch die Krankenkasse.

Anders als einige Akustiker ihre Kunden glauben machen wollen, sind Kassengeräte nicht per se schlechter. Nur Zusatzfunktionen sind in der Regel nicht auf Kosten der Krankenkasse drin. So zum Beispiel Hörgeräte, die sich direkt an eine Stereoanlage anschließen lassen – für möglichst unverfälschten Musikgenuss.

Besonders bei mittlerer und schwerer Schwerhörigkeit kommen Hörimplantate in Frage. Sie werden ins Mittel- oder Innenohr eingesetzt. Der Vorteil: Das Innenohr beziehungsweise der Hörnerv werden direkt stimuliert, das vermeidet die typischen Übertragungsverluste bei Hörgeräten. Patienten mit Hörimplantat berichten meist von einem natürlicheren Klang. Ein spezielles Hörimplantat ist das Cochlea Implantat. Es verhilft sogar gehörlosen Patienten zu fast normalem Hörvermögen – allerdings nur wenn ihr Hörnerv intakt ist.

Experte im Studio „rbb-zibb“ war Prof. Dr. med. Arneborg Ernst, Klinikdirektor am Unfallkrankenhaus Berlin

Quelle: rbb-zibb/-gw

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