Französische Recycling-Designerin Katell Gélébart ist KAIROS-Preisträgerin 2012

22 Feb
2012

Katell Gélébart im Friskies-Mantel; Foto: Katell Gélébart

Das MKG (Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg) präsentiert das künstlerische Schaffen der diesjährigen KAIROS-Preisträgerin Katell Gélébart. Verleihung des KAIROS-Preises der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. ist am 04. März, 11:00 Uhr, im Deutschen Schauspielhaus, Kirchenallee 39. Benannt ist dieser Preis, der sich ausdrücklich nicht als Auszeichnung für ein abgeschlossenes Lebenswerk versteht, nach Zeus‘ jüngstem Sohn Kairos, dem Gott des rechten Augenblicks.

Die französische Recycling-Designerin kreiert Kleidung, Taschen, Lampen, Möbel und andere Objekte und nutzt mit beeindruckender Konsequenz ausschließlich Materialien, die bereits vorhanden sind: Verpackungen aus neuseeländischen Haushalten, Seide aus indischen Produktionsüberschüssen, Filz aus sowjetischen Armeebeständen oder alte Leinensäcke der Deutschen Post.

Das Konzept der Wiederverwertung haben auch andere Designer für sich entdeckt, aber Katell Gélébart arbeitet schon lange und wegweisend mit dieser Methode. Ihren ersten Shop für Recycling-Mode eröffnete sie 1998 in Amsterdam. Den Laden gibt es nicht mehr, aber sein Name wurde zum Programm: ART D’ECO.

Die 39-jährige Aktivistin vertritt ihre Ansichten und Ideen sehr überzeugend und leidenschaftlich  …  ihre Arbeit ist auch als Kritik an Konsumwahn, Verschwendung und Oberflächlichkeit zu verstehen. Aber darüber hinaus reizt es sie, das ästhetische Potential von Dingen zu erkennen, die andere in den Müll werfen würden.

Der mit 75.000 Euro dotierte KAIROS-Preis würdigt Katell Gélébart deshalb vor allem als kreative Visionärin. Er wird seit 2007 von der Alfred Toepfer Stiftung an europäische Künstler und Wissenschaftler aus den Bereichen bildende und darstellende Kunst, Musik, Architektur, Film, Fotografie, Literatur, Design und Publizistik vergeben, die mit ihrem künstlerischen Schaffen der Kultur in Europa entscheidende Impulse geben.  …

„The material is the message“ betont sie stets und macht mit diesem Credo deutlich, dass es ihr nicht nur um raffinierte Schnitte oder modische Trends geht, sondern vor allem um den bewussten und schonenden Umgang mit Material.  … Etwas Neues zu erschaffen, ohne dabei Ressourcen zu verschwenden oder Abfall zu produzieren, ist für sie Herausforderung und Inspiration zugleich. Und am Ende entsteht dann unerwartet Schönes: ein Regenmantel aus knallbunter Katzenfutterverpackung oder eine elegant geschwungene Lampe aus alten Aluminiumjalousien. …

Als Nomadin arbeitet Katell Gélébart an verschiedenen Orten der Welt und begegnet den Menschen stets mit Neugier, Respekt und Empathie. So zeigt sie beispielsweise Frauen in indischen Dörfern, wie die von ihnen produzierten Taschen durch ein modernisiertes Design auch für die urbane Kundschaft in Mumbai attraktiv werden. Damit verhilft sie den Frauen zu einem kleinen Einkommen und zu mehr Unabhängigkeit.

Dennoch würde sie nie Einfluss nehmen auf die traditionellen Muster, die in einem Dorf seit Jahrhunderten gestickt oder gewebt werden, sondern lediglich auf die Form der genähten Objekte. Dieser sensible Umgang mit Menschen und ihrer Geschichte schafft ein Klima des Vertrauens und öffnet der Designerin viele Türen.

Ausstellung: 4. März bis 6. Mai 2012  –  Preisverleihung: 4. März, 11Uhr, Deutsches Schauspielhaus, Kirchenallee 39  –www.mkg-hamburg.de –  Öffnungszeiten: Di –So 11 – 18 Uhr, Do 11 – 21 Uhr  –  Eintrittspreise: 8 € / 5 €, Do ab 17 Uhr 5 €  –  bis unter 18 Jahre frei.

Quelle: presse mkg hamburg/-gw

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