MAL EHRLICH ? – Hat sich in den letzten Jahren irgendetwas verändert? = Neujahrsgebet eines Pfarrers aus dem Jahre 1883!

31 Dez
2022

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Bildrechte/Foto: Gertrud E. Warnecke

Lieber Gott, setze dem Überfluß Grenzen –

und lasse die Grenzen überflüssig werden.

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Laß die Menschen kein falsches Geld machen – und auch Geld keine falschen Menschen.

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Nimm den Ehefrauen das letzte Wort – und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.

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Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit – und der Wahrheit mehr Freunde.

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Gib den Regierenden ein besseres Deutsch – und den Deutschen eine bessere Regierung.

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Lieber Gott, sorge bitte dafür, daß wir alle in den Himmel kommen … aber nicht sofort!

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(Aus der Silvesterpredigt 1883 von Hermann Josef Kappen, Pfarrer von St. Lamberti, Münster)
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Hermann Josef Kappen wurde 1818 in Münster geboren. Nach seinem Theologiestudium machte er eine klerikale Karriere: Er wurde erst Vikar, dann Kaplan, später Dechant und schließlich Domkapitular. Kappen war ausgesprochen gewandt in Wort und Schrift. Vom freien Mitarbeiter wurde er bald zum Chefredakteur des »Sonntagsblattes für katholische Christen«, das in Münster herausgegeben und in ganz Westfalen gelesen wurde.
 
Von der neu eingeführten Pressefreiheit machte Kappen dabei reichlich Gebrauch und nahm sich ganz im Gegensatz zu den übrigen Lokalblättern leidenschaftlich sozialen wie politischen Problemen an. Nicht nur schriftlich, auch rhetorisch war Kappen brillant. Das bewies er bei etlichen Redeauftritten, mit denen er gerne elegante Seitenhiebe auf die preußische Regierung austeilte. In der Zeit des Kulturkampfes (Bismarck vs. Bischof) war das nicht ohne Risiko.  Ein Highlight seiner Redekunst wurde die Neujahrspredigt, die er 1883 in der Lambertikirche hielt.
 
-/gw
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