Herausfordernde Zeiten brauchen ungewöhnliche Lösungen! – Thermen im Winter als Wärmezentren und Begegnungsstätten einrichten ?

21 Sep
2022

 

Bürgermeister Michael Köhler, Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes – Bildrechte/Foto: Hessischer Heilbäderverband e.V., Wiesbaden

Wiesbaden – Seit über 75 Jahren engagiert sich der ‚Hessische Heilbäderverband‘ mit und für seine Mitglieder. – Doch nun hat leider der Überlebenskampf der Thermen in den Heilbädern und Kurorten begonnen. Den ersten Bädern schwappt das Wasser buchstäblich bis zum Hals.

Die Heilbäder und Kurorte in Hessen stehen mit ihrer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe – Angebote für die Gesundheit der Bürger zu schaffen – alleine da. – „Die ersten Thermen haben geschlossen, weitere werden folgen“, schlägt der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes, Bürgermeister Michael Köhler, Alarm:  „Das überrascht uns nicht. Bereits Anfang Juli haben wir auf die zu erwartende Situation aufmerksam gemacht. Es bedarf jetzt konkreter Maßnahmen, ansonsten ertrinken die Kommunen finanziell in den Becken, die sie für die Gesundheitsvorsorge gebaut haben.“

„Mir wird schwindelig, wenn ich allein an die Folgen für die Hotellerie, Gastronomie und Gewerbetreibende in den Heilbädern und Kurorten denke“, erklärt die Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes, Almut Boller: 

„Thermen ziehen die Menschen in die Orte und sind ein wesentlicher Teil der kurspezifischen Wertschöpfungskette. Ohnehin wird die nächste Corona-Welle, die auch für deutlich weniger Reha-Maßnahmen in den Klinken sorgt, zu hohen Umsatzverlusten in den Heilbädern und Kurorten führen.“

Almut Boller, Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes – Bildrechte/Foto: Rainer Kowald

„Kompensationen haben die politisch Verantwortlichen in Bund und Land bisher ausgeschlossen. Aber wir brauchen Hilfe, und zwar jetzt“, macht Vorsitzender Köhler mit Blick auf Bundes- und Landesregierung deutlich: „Die Heilbäder und Kurorte übernehmen mit ihren Gesundheitsangeboten eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wer sie alleine lässt, lässt auch Bürgerinnen und Bürger im Stich.“ …

Schließen die Thermen, müssen sie weiterhin mit Gas versorgt werden, um irreparable Schäden an der technischen Infrastruktur zu vermeiden. Warum dann nicht die wenigen Ressourcen nutzen, um sie verstärkt der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen?

Der Hessische Heilbäderverband schlägt deshalb vor, die Thermen in diesem Winter zu öffnen und sie als Wärmezentren und Begegnungsstätten einzurichten. Damit geht die dringende Forderung an die Bundesregierung einher, die Thermen aus der Gas-Warnstufe 3 herauszunehmen. – Die Thermen und Bäder werden so zu Begegnungsräumen mit einer Vielzahl vor Vorteilen:

Patienten mit Rheuma, Bewegungseinschränkungen etc. können ihre rehabilitativen Maßnahmen fortsetzen  //  Ältere Mitbürger erhalten ihre Bewegungsfähigkeit  //  Schulschwimmen und Schwimmkurse können weiter angeboten werden  //  Ausgleich für „Frustrationen“, die durch die Energieeinsparmaßnahmen entstehen. …

Über die Heilbäder und Kurorte in Hessen:

Der Hessische Heilbäderverband e.V. ist die Interessenvertretung der 30 Heilbäder und Kurorte in Hessen. Diese Kompetenz-Zentren für Vorsorge, Rehabilitation und medizinische Versorgung bieten vielfältige gesundheitstouristische Angebote. „Heilbad“ und „Kurort“ sind Prädikate, die eine hohe Qualität sowie eine wissenschaftlich fundierte medizinische Kompetenz in Verbindung mit Natürlichen Heilmitteln sicherstellen.

Nachhaltigkeit und der Schutz beziehungsweise die Pflege der Umwelt sowie der ‚Natürlichen Heilmittel‘ sind daher eine wichtige Säule der Arbeit der Heilbäder und Kurorte. Als regionale Versorgungszentren mit ausgezeichneter Infrastruktur sichern sie die Grundversorgung an Gesundheitsangeboten in Hessen, die den Lebensraum der Menschen positiv beeinflussen. – Weitere wichtige Informationen gibt es unter:  www.hessische-heilbaeder.de

AB/-gw

Bitte besuchen und liken Sie auch unseren Facebook-account

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben