Das „Empire State Building“ – eines der berühmtesten Gebäude der Welt – wurde 80 Jahre alt

3 Mai
2011

New York  – Jahrzehntelang war der rund 440 Meter hohe Turm der höchste Wolkenkratzer der Erde – bis 1972 das World Trade Center gebaut wurde. In nur 13 Monaten – zwischen 1930 und 1931 – wurde der Art-Deco Bau in New York hochgezogen. Zu besonderen Anlässen leuchtet das Empire State Building in verschiedenen Farben.

Endlos lange Schlangen gibt es jeden Tag. Tausende Touristen passieren die Sicherheitskontrollen, bezahlen 20 Dollar, nehmen einen der beiden Express-Aufzüge, bis sie oben, im 86. Stock, ankommen – auf der Aussichtsplattform des wohl bekanntesten Wolkenkratzers der Erde: dem Empire State Building!  „Das ist nicht nur ein Gebäude. Es ist gewissermaßen amerikanisches Nationalheiligtum“, sagt die New Yorker Historikerin Kathleen Hulser, „ein Symbol für Geschwindigkeit, Größe und Macht!“

Mitten in der Weltwirtschaftskrise, am  1. Mai 1931,  drückte US-Präsident Herbert Hoover einen Knopf. Tausende Lichter gingen an – das Empire State Building war offiziell eröffnet. In nur einem Jahr und 45 Tagen war der mächtige graue Koloss an Manhattans Fifth Avenue erbaut worden. Unglaublich schnell für die damalige Zeit – und unglaublich gefährlich für die rund 3400 Arbeiter, erklärt Jim Rasenberger, Autor des Buches „High Steel“: „Es gab keine Helme, keinerlei Sicherheitsnetze oder -leinen. Die Männer balancierten auf den Stahlträgern entlang, im 85. Stock! Das einzige, was sie sicherte, war ihre Kraft und ihre Muskeln.“ Verhältnismäßig wenige – nur neun – Arbeiter starben.

Durch die legendären Fotos des Fotografen Lewis Hine wurde das rund 443 Meter hohe Hochhaus auch zum Symbol der amerikanischen Arbeiterklasse, erklärt Historikerin Kathleen Hulser: „Wundervolle Schwarz-Weiß Fotografien, die die Männer in Overalls auf dem Stahlträger sitzend zeigen – diese Fotos lassen die Arbeiter als Helden erscheinen.“

Den Konkurrenten – das Chrysler Building – übertrifft Architekt William van Alen an Höhe, indem er einfach noch einen kleinen Turm auf den großen Turm drauf setzt. Diese Silhouette und die wunderschönen Art-Deco Elemente lieben die Leute so am Empire State Building, sagt Kathleen Hulser:  „Die glatten Glasklötze, die späteren modernen Wolkenkratzer, finden die meisten Leute nicht so charmant wie diesen Art-Deco-Stil, der das Empire State Building ausmacht.“

Wäre das Empire State Building nicht schon so berühmt gewesen, wäre es spätestens durch den Kassenschlager King Kong prominent geworden. Der Riesenaffe, der an der Fassade hochkletterte, setzt dem Turm ein filmisches Denkmal. Als King Kongs weiße Frau, die Schauspielerin Fay Wray, 2004 stirbt, gehen im Empire für 15 Minuten die Lichter aus. Heute erstrahlt der Turm zum irischen St. Patricks Day in Grün, an Halloween in Orange und am 4. Juli in den amerikanischen Nationalfarben Blau-Weiß-Rot.

Seit über einem Jahr wird das Innere für 550 Millionen Dollar grundsaniert. Umfassende Energiesparmaßnahmen sollen die 80-jährige Ikone in ein modernes Bürohochhaus verwandeln. Ähnlich wie 1931 – damals wurde es auch Empty State Building genannt – stehen heute zehn Büro-Etagen leer. Seiner Symbolkraft – und vor allem seiner Anziehungskraft für Touristen, tut dies jedoch keinen Abbruch.   –   ard-tagesschau/gw

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