Studie: 100 Prozent Ökostrom sind möglich

31 Mrz
2011

Die Studierenden der Projektgruppe im Photovoltaik-Labor der FH Frankfurt mit Professorin Martina Klärle (hinten links) und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Ute Langendörfer (vorne links). Foto: FH FFM, Matthias Bieneck (Student)

Frankfurt/Main – Der Strombedarf in Deutschland könnte zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden, wenn alle geeigneten Dächer für die Stromerzeugung, Freiflächen für Windkraft und Waldrestholz für Biomasse genutzt würde.

Das ist das Ergebnis des Forschungsprojekts «Erneuerbar komm!» der Fachhochschule Frankfurt, das am Mittwoch vorgestellt wurde. Es belegt am Beispiel des Rhein-Main-Gebiets, «dass ein Großteil der Gemeinden im Ballungsraum den Strombedarf ihrer privaten Haushalte durch erneuerbare Energien decken könnte». Der Strom würde dabei jeweils auf der Fläche ihrer Gemeinde erzeugt. Die Ergebnisse sind nach Ansicht der Autoren auf alle Gemeinden in Deutschland übertragbar.

Über ein Jahr lang beschäftigte sich das Geoinformations-Team um Prof. Martina Klärle mit der Frage, wie viel Strom mit Hilfe von Sonne, Wind, Biomasse und Wasser auf kommunaler Ebene erzeugt werden kann. Durch welche Form der erneuerbaren Energien kann der Strombedarf einer Gemeinde am ehesten gedeckt werden? Wie viel Fläche wird hierfür benötigt? Finanziert wurde das Projekt aus der vom Hessischen Wissenschaftsministerium mit fast 1,3 Millionen Euro geförderten Forschungsinitiative «Forschung für die Praxis».

Für das Projekt wurde zunächst ein Online-Rechner entwickelt (zum Onlinerechner – rufen Sie den Online-Rechner auf , und informieren Sie sich über die Situation in Ihrer Gemeinde), mit dem Gemeinden ihr Energiepotenzial selbst berechnen können. Dieser wurde dann für alle 75 Gemeinden des Ballungsraums Frankfurt/Rhein-Main durchgespielt. Die Auswertung ergab: Würden alle geeigneten Dächer für die Stromerzeugung genutzt, wären 11 der 75 Gemeinden in der Lage, ihren privaten Strombedarf alleine durch die Nutzung dieser Dachflächen zu decken. Im Durchschnitt eigneten sich rund 20 Prozent der Dachflächen einer Gemeinde. «Würde man 10 Prozent der geeigneten Freiflächen mit Solaranlagen bestücken, könnten 32 der 75 Gemeinden ihren Strombedarf so decken», hieß es weiter.

dpa/proplanta/wk

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