MUTIGE FRAUEN erreichen Ungewöhnliches – wie Dorothea Christiane Erxleben, erste promovierte Ärztin Deutschlands

22 Feb
2021

Bild: Verlagshaus Römerweg

Wiesbaden – Zweifellos gab es früher schon viel mehr ‚Mutige Frauen‘, als wir heute wissen. Zu allen Zeiten setzten sie sich für den Frieden ein, gingen unverdrossen und trotz teilweise Erfolglosigkeit und Vergeblichkeit ihren Weg – sie setzten ihre Anstrengungen fort, auch wenn sie oft sehr mühsam waren.

An ihre Erfolge glaubten nur wenige – erst im 21. Jahrhundert ließen Tendenzen gewaltlosen Widerstands und die damit einhergehenden Erfolge Hoffnung schöpfen. Frieden bedeutet für ‚mutige Frauen‘ nicht nur das Verhindern von kriegerischen Auseinandersetzungen, sondern auch Gleichberechtigung der Völker, religiöser Gruppen oder Ethnien.

Über die Jahrhunderte hinweg traten Frauen für mehr Bildung und damit für ihren Anteil am sozialen und kulturellen Leben der Gesellschaften ein. Jede einzelne, die sich über die ihr auferlegten Schranken hinwegsetzten, veränderte die Welt. Dass nicht nur Männer Forscher und Entdecker sein können, bewiesen diese Frauen immer wieder – und sprachen späteren Generationen Mut zu, die ‚gläserne Decke‘ zu durchbrechen … damit machten sie Undenkbares möglich.

MUTIGE FRAUEN veränderten durch ihren Einsatz unsere Weltsicht und konnten nachhaltige Erfolge erzielen – wie zum Beispiel Dorothea Christiane Erxleben (*13. November 1715 in Quedlinburg / † 13. Juni 1762 ebenda), erste promovierte Ärztin Deutschlands. Ihr Vater war ausgebildeter Arzt und später Stadtsyndikus in Quedlinburg (eine Stadt mit langer Tradition für Mädchenbildung) – er nahm seine sehr interessierte Tochter früh zu Patientenbesuchen mit und betraute sie allmählich mit kleineren Handreichungen.

Die Möglichkeit zur Ausbildung an der Universität gestaltete sich äußerst schwierig, so dass sie in einer Streitschrift mit dem Titel: „Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das Weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten … „ etwa ausführt: „Ein jeder will gern ein verständiges Weib haben, aber die Mittel des Verstandes will man ihnen nicht zulassen …“ Ohnehin gäbe es auch dumme Männer und kein Mann könne beweisen, dass Frauen weniger Verstand als Männer hätten. – Diese Schrift, 1738 verfasst, also im Alter von 23 Jahren, erschien 1742 mit einem Vorwort ihres Vaters, der von der Logik und Stringenz ihrer Gedanken sehr beeindruckt war.

Jahre später wandte sich ihr Vater mit einem Gesuch an König Friedrich II., die Universität von Halle möge seine Tochter zur Promotion zulassen – diesem Ansuchen wurde stattgegeben. … Nach dem Tod ihres Vaters übernahm sie dessen Praxis und führte sie erfolgreich allein weiter, was den Neid der akademischen Ärzteschaft auslöste. – Leider blieb sie für mehr als ein Jahrhundert ‚einzigartig‘ – erst nach 1899 wurden wieder Frauen zum Studium zugelassen!

Mehr über diese bemerkenswerte und erfolgreiche Ärztin erfahren Sie in dem hervorragenden und äußerst interessanten Buch von Isabella Ackerl: „MUTIGE FRAUEN – 46 Porträts“, in dem eine Auswahl dieser unzähligen Heldinnen in Kurzporträts vorgestellt werden – marixwissen, 4. Aufl. 2017, 224 S., gebunden mit Schutzumschlag, 12,5 x 20 cm – ISBN: 978-3-86539-995-3 www.verlagshaus-roemerweg.de

-/gw

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