„Vogel des Jahres“ – Von Schnabel bis Schwanzfeder auf LIEBE eingestellt – Frühlingsgefühle und Partnersuche

14 Feb
2021

Das Rotkehlchen sichert sich weiterhin den ersten Platz. • Foto: Thomas Munk

Berlin – Der NABU gibt Einblicke in die Flirtgewohnheiten der zehn Kandidaten für den Titel „Vogel des Jahres„.

Zwar ist noch Winter, aber viele Vögel haben in diesen Tagen schon Frühlingsgefühle und begeben sich auf die Partnersuche. Zwei der zehn Kandidaten mit Chancen auf den begehrten Titel – Blaumeise und Amsel – sind derzeit schon zu hören. Die zunehmende Tageslänge stimuliert die Hormone der Vögel und sie beginnen zu balzen. Die Gesänge markieren die Reviere und locken die Weibchen an“, erklärt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Bei den Vögeln herrscht Damenwahl. Die Weibchen beurteilen die Qualitäten des potentiellen Brutpartners anhand von Gesang und der äußeren Erscheinung. Ein intaktes, brillantes Federkleid des Sängers deutet dabei auf körperliche Fitness hin. Bei einigen Arten kommt es dabei durchaus auf die Größe an: „Rauchschwalben-Damen achten ganz besonders auf die Länge der äußeren Schwanzfedern beim Männchen“, so Lachmann. Je länger, desto höher die Chancen, beim Weibchen zu landen.

Die Männchen der Eisvögel überreichen in einer festgelegten Zeremonie ihrer Auserwählten einen schmackhaften Happen, etwa einen kleinen Fisch. Bei den Rotkehlchen haben Männchen und Weibchen den Winter über getrennte Reviere. Nur zur Brutzeit geben die Damen ihr Territorium auf, um zu einem Herrn ihrer Wahl zu ziehen. Der Kiebitz schwingt sich zu akrobatischen Balzflügen in die Luft, um seine Liebste zu beeindrucken, ebenso der Goldregenpfeifer. Bei der Stadttaube füttern sich die Partner gegenseitig mit Leckerbissen. Die Feldlerche beeindruckt das Weibchen nicht nur mit ihren Sangeskünsten, sie hüpft auf dem Boden herum und verbeugt sich regelrecht vor der Auserwählten.

Bei allem Aufwand für das Liebeswerben – nicht alle Vögel nehmen es mit der Treue so genau. „Meisterin im Fremdgehen ist die Blaumeise“, sagt Lachmann. Das Weibchen stiehlt sich in den frühen Morgenstunden aus dem Nest zu einem Rendezvous mit ihrem Liebhaber, während ihr Partner noch schläft. Noch bevor der Ahnungslose aufwacht, ist sie wieder zurück.“

Auch das Weibchen des Haussperlings geht hin und wieder fremd. Vor lauter Eifersucht singt das betrogene Männchen dann lauter als sonst. „Das Klagelied soll den Rivalen abschrecken und die Liebste wieder zurückholen“, so Lachmann. Aber auch die Spatzenmännchen mögen Abwechslung: Je älter sie werden, umso häufiger suchen sie das Abenteuer außerhalb der Beziehung.

Alle Kandidaten können noch auf den Titel „Vogel des Jahres 2021“ hoffen. Die Abstimmung läuft noch bis zum 19. März 2021 unter www.vogeldesjahres.de. Für unentschlossene Wähler gibt es unter www.NABU.de/birdomat einen Bird-O-Mat. Er hilft dabei, den eigenen gefiederten Favoriten herauszufinden.

ots/-gw

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