Die ‚Paulskirche‘, WIEGE der deutschen Demokratie, steht in Frankfurt – doch die WEGE der Demokratie führen nach Königstein im Taunus

31 Jan
2021

Auf der Rathaus-Dachterrasse in Königstein im Taunus: OB Peter Feldmann (re.) traf Bürgermeister Leonhard Helm • Bild: Stadt Königstein im Taunus

Königstein im Taunus / Frankfurt am Main – „Wege der Demokratie sichtbar machen“ – Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann besucht seinen Königsteiner Amtskollegen Leonhard Helm.

Hier der Taunus-Kurort, dort die Finanzmetropole – auf dem Papier haben Königstein und Frankfurt wenig gemeinsam … doch der Eindruck täuscht.

„Königstein und Frankfurt sind eng miteinander verbunden“, sagen beide bei ihrem Treffen im Rathaus des Kurorts: „Die Wiege der deutschen Demokratie, die Paulskirche, steht in Frankfurt. Aber die Wege der Demokratie führen in und durch die Region. Das wollen wir sichtbar machen.“

So endete die erste deutsche Demokratiebewegung, die 1793 zur Gründung der kurzlebigen Mainzer Republik führte, mit der Verschleppung der Freiheitskämpfer nach Königstein. Und nach dem Zweiten Weltkrieg tagte die Ministerpräsidentenkonferenz in der ‚Villa Rothschild‘, die bis heute als Wiege des Grundgesetzes gilt.

Wenn die Paulskirche zu einem nationalen Demokratiedenkmal werden soll, müssen wir ihre Verankerung in die Region mitdenken. Dazu zählt, Demokratie als etwas zu zeigen, was uns nicht in den Schoß gefallen ist. Die Geschichte Königsteins zeigt wie in einem Brennglas, dass die Demokratie in Deutschland erkämpft werden musste“, betont Feldmann.

„Der Frankfurter Mundartdichter Friedrich Stoltze ist eine weitere Verbindung“, ergänzte Helm: „Er musste bekanntermaßen von hier fliehen, hat Königstein in seinen Texten verewigt. Besonders bekannt ist die sogenannte Bootsfahrt nach Königstein von Frankfurt aus über Bad Soden die Königsteiner Straße entlang. Heute erinnert bei uns ein Platz an ihn.“

In der Gegenwart stehen Frankfurt und Königstein vor ähnlichen Herausforderungen. Vor allem der knappe Wohnraum bereitet den Stadtoberhäuptern Kopfzerbrechen. „Wohnungsnot kennt keine Stadtgrenzen“, so die beiden unisono: „Hier gilt es, gemeinsam und mit Absprachen zu planen und Konzepte für die Zukunft zu entwickeln“, betonte Helm. Als Beispiel verwies er auf das geplante Mehrgenerationenhaus auf dem Grundstück am Kaltenborn III: „Auch wir wollen bezahlbare Mieten.“

Feldmann: „Steigende Mieten stellen nicht nur Familien vor Probleme, sondern auch Städte und Gemeinden. Sie fördern die Abwanderung von Fachkräften, von der Erzieher/in bis zur Pflegekraft. Mehr zu bauen, ist der richtige Weg. Aus meiner Sicht muss aber noch mehr geschehen. Deshalb kämpfe ich für den Mietenstopp.“

Auch der ÖPNV ist für beide Städte ein wichtiges Thema.„Viele pendeln zwischen Königstein und Frankfurt. Eine stabile Nahverkehrsverbindung entlastet die Straßen – und schont die Nerven der Pendler“, so Helm. Dass der RMV die Strecke der Linie RB 12, die von Frankfurt nach Königstein führt, als Pilotprojekt zum Einsatz neuer Wasserstoffzüge der Hessischen Landesbahn ausgewählt wurde, sei ein wichtiges Signal.

Für die kommenden Wochen gab es von OB Feldmann ein sehr konkretes Hilfsangebot, was die Besuchermassen betrifft. Beide haben Verständnis für die Ausflügler, die Erholung suchen – doch die Taunusstädte verfügen nicht über genügend Kräfte, um dem Ansturm Herr zu werden. Hier versprach Feldmann Hilfe nach Bedarf.

Zum Abschluss übergab Helm ein ganz besonderes Geschenk an OB Feldmann: Einen Kalender mit den ‚heimlichen Stars Königsteins‘ – die ‚Burg-Uhus‘: „Sie haben ihren eigenen Livestream – mit bis zu 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer!“  –  www.koenigstein.de

sw/-gw

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