„Es hat sich bewährt, an das GUTE im Menschen zu glauben – aber sich auf das Schlechte zu verlassen!“ …

13 Nov
2020

Grab von Alfred Polgar auf dem Friedhof Sihlfeld • Bild: Berger, GrabPolgar, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

… erkannte schon Alfred Polgar (* 17. Oktober 1873 in Wien / † 24. April 1955 in Zürich), österreichischer Schriftsteller, Aphoristiker, Kritiker und Übersetzer – und einer der bekanntesten Autoren der Wiener Moderne.

Seine Eltern betrieben eine Klavierschule. Nach Gymnasium und Handelsschule wurde Polgar 1895 Redakteur bei der Wiener Allgemeinen Zeitung, wo er anfangs als Gerichtsreporter und Parlamentsreporter arbeitete. Später war er dort Redakteur im Ressort Feuilleton. Für das Cabaret Fledermaus schrieb er zusammen mit Egon Friedell das erfolgreiche humoristische Stück Goethe … eine Groteske in zwei Bildern (1908).

Polgar betätigte sich auch als Bearbeiter und Übersetzer von Theaterstücken, etwa von Nestroy, und übersetzte 1913 Ferenc Molnárs Stück Liliom aus dem Ungarischen ins Deutsche. Er verlegte die Handlung in den Wiener Prater und fügte einen Prolog hinzu, was dem bis dahin erfolglosen Stück mit einer triumphalen Premiere am 28. Februar 1913 im Theater in der Josefstadt in Wien den Weg zum Welterfolg ebnete.

Während des Ersten Weltkriegs arbeitete Polgar im Kriegsarchiv, schrieb jedoch auch weiterhin für Zeitungen, unter anderem auch für die deutschsprachige ungarische Zeitung Pester Lloyd. – Nach der Machtergreifung des NS-Regimes war für den „österreichischen Juden und linksliberalen Antifaschisten Polgar im nationalsozialistischen Deutschland kein Platz“. Anfang März 1933 floh er nach Prag. Am 10. Mai 1933 wurden seine Bücher verbrannt. Später ging er nach Wien. 1937/1938 schrieb er über Marlene Dietrich Ulrich Weinzierl fand den Text 1984 in New York, gedruckt ist er 2015 erschienen.

Beim „Anschluss Österreichs“ im März 1938 waren Polgar und seine Frau gerade in Zürich. Weil er dort keine Arbeitserlaubnis erhielt, flohen sie nach Paris. Dort schloss er sich der Liga für das geistige Österreich (Ligue de l’Autriche Vivante) an, der auch Fritz Brügel, Gina Kaus, E. A. Rheinhardt, Joseph Roth und Franz Werfel angehörten.

Nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich im Juni 1940 floh er nach Marseille, von wo aus ihm im Oktober 1940 mit Hilfe des Emergency Rescue Committee die Flucht über die Pyrenäen nach Spanien und via Lissabon die Emigration in die USA gelang. – In Hollywood arbeitete er unter anderem als Drehbuchautor für Metro-Goldwyn-Mayer. Ab 1943 lebte er in New York, wo er und seine Frau die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielten. Er schrieb für Exilzeitungen, wie den Aufbau – und amerikanische Magazine, wie Time, sowie Panorama in Buenos Aires. – 1949 kehrten sie nach Europa zurück und ließen sich in Zürich nieder, und Polgar publizierte auch wieder für deutschsprachige Zeitungen. Er wurde auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich begraben. – (wikipedia)

-/gw

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