Grüne Revolution in Andalusien – Für gesundes Obst und Gemüse sorgen Milliarden Insekten, Spinnentiere und Milben

31 Okt
2020

Nutzinsekten im Einsatz zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Almeria • Bild: obs/CuTE SOLAR/Jan van der Blom

München – 30 Milliarden Nützlinge werden zu Beginn der Anbausaison in den Solargewächshäusern Almerias und an der Küste Granadas zur biologischen Schädlingsbekämpfung ausgesetzt.

Die biologische Kontrolle verbessert die Qualität der Lebensmittel und fördert Biodiversität und ökologische Nachhaltigkeit. – Die spanischen Solargewächshäuser versorgen einen Markt von 500 Millionen Verbrauchern in der Europäischen Union.

Sie sind winzig klein, aber in ihrer Masse erzielen sie eine enorme Wirkung. Experten sprechen von einer „grünen Revolution“: 30 Milliarden Insekten, Milben und Spinnentiere durchstreifen seit einigen Tagen die Solargewächshäuser im Süden Andalusiens, einem der größten Obst- und Gemüseanbaugebiete Europas. Ihre Aufgabe: Bekämpfung von Schädlingen, die Paprika, Tomaten, Auberginen, Gurken und Zucchini befallen. Hierfür werden sie von den Bauern gezielt eingesetzt. Der Vorteil: Durch den Einsatz der mikroskopisch kleinen Schädlingsräuber kann auf Insektizide und Pestizide verzichtet werden.

Diese „biologische Kriegsführung“ markiert den Beginn der Landwirtschaftssaison im äußersten Süden Europas. Auf 80 Prozent der 31.500 Hektar großen Fläche unter Plastik wird diese umweltfreundliche Technik angewandt. Das Ergebnis ist gesünderes und nachhaltiger produziertes Gemüse – Kriterien, denen Käufer insbesondere seit der Corona-Krise besondere Priorität einräumen. Laut einer von der Unternehmensberatung Capgemini durchgeführten Studie ändern 79 Prozent der Verbraucher derzeit ihre Kaufpräferenzen, indem sie mehr Wert auf die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards legen.

„Der Einsatz von biologischer Schädlingsbekämpfung hat in südeuropäischen Gewächshäusern stark zugenommen und ist eine Antwort auf die Wünsche der Verbraucher, sagt Jan van der Blom, Leiter der Abteilung Agrarökologie im Erzeugerverband APROA-SPAIN. Die Verbandsmitgliedsbetriebe verzichten weitgehend auf den Einsatz chemischer Schädlingsbekämpfungsmittel. Stattdessen halten die Bauern die Schädlinge mit Pheromonen- und Farbfallen von den Pflanzen fern oder durch Nutzinsekten, Milben und Spinnentiere.

Das Produktionsgebiet an der südspanischen Küste beliefert rund 47 Prozent des Inlandsmarktes und 50 Prozent der europäischen Märkte. In den Wintermonaten erreicht der Anteil andalusischen Gemüses in Europas Supermarktregalen mehr als 60 Prozent. Insgesamt versorgen die 14.000 bäuerlichen Familienbetriebe der Region 500 Millionen Europäer mit gesunden Lebensmitteln. …

Über CuTE SOLAR:

CuTE Solar (Cultivating the Taste of Europe in Solar Greenhouses) ist eine von der Europäischen Union (EU) mitfinanzierte Informations- und Förderkampagne, die vom Dachverband andalusischer Obst- und Gemüseanbauverbänden APROA-Spanien, dem branchenübergreifenden spanischen Obst- und Gemüseverband HORTIESPAÑA und dem europäischen Obst- und Gemüseproduktions- und Handelsverband EUCOFEL getragen wird. – Insbesondere geht es um die Produktqualität und die Anbaumethoden für Obst und Gemüse aus der EU, basierend auf dem Respekt vor Mensch und Umwelt. Die Kampagne läuft bis 2022 in den Zielländern Belgien, Deutschland und Spanien.

ots/-gw

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