„Fahrrad fahren kann ich! – Auto fahren muss mir keiner beibringen!“ – Fahrsicherheitstraining für Post-Azubis

14 Sep
2020

Auf dem Fahrrad: Christina Panzer – im Auto Cynthia König – hinter dem Fahrzeug (nicht zu sehen), Ausbilder Werner Etges, der das Rückwärtseinparken absichert • Bild: Deutsche Post DHL group/Bernd Georg

Frankfurt am Main – Azubis sind meist Fahranfänger  //  Training mit dem E-Bike will gelernt sein  //  Slalomfahren und Mauseloch! – Jeder hat sie schon einmal gesehen. Die gelben großen Fahrzeuge von Deutsche Post DHL, voll mit Paketen.

Durch den Online-Handel boomt das Paketgeschäft. Rund 5,2 Millionen Pakete liefert die Deutsche Post täglich aus. Anke Podewin, Leiterin der Postniederlassung Koblenz und damit zuständig für alle Orte und Gemeinden, die mit den Postleitzahlen 54 oder 56 beginnen, legt viel Wert auf eine gute Ausbildung der Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen, kurz FKEP: „ Unsere Azubis werden heimatnah in der Ausbildung eingesetzt, z.B. in Trier, Wittlich, Neuwied oder Koblenz. Nach der zweijährigen Ausbildung sollen sie fit sein für den Beruf des Postzustellers. Neben allen rechtlichen und postalischen Vorgaben ist das Fahrsicherheitstraining immens wichtig. Denn der Beruf des Postzustellers ist draußen auf der Straße.“

Werner Etges ist Ausbilder der Postniederlassung Koblenz und Ansprechpartner für alle Post-Azubis in den Leitregionen 54, Trier und 56 Koblenz für die Bereiche Berufsschule, IHK, Prüfungsvorbereitungen und allgemeiner Beratung. Er hat schon öfter so Sätze wie „Fahrrad fahren kann ich. Auto fahren muss mir keiner beibringen“ gehört: „Dabei müssen alle Zusteller den Straßenverkehr und die einzelnen Begebenheiten besonders beachten, denn zum Beispiel eine Parklücke für ein Auto allein reicht nicht!“

„Der Zusteller muss auch darauf achten, dass er so wenig wie möglich Rückwärtsfahren sollte, weil hier viele, vermeidbare Unfälle passieren. Gerade dann, wenn er in enge Gassen oder Hofeinfahrten ohne Wendemöglichkeiten einfährt, spricht der Postler gemeinhin vom Mauseloch. Dies und vieles mehr werden den Azubis der Post beigebracht“, so Etges: „Bevor man in ein Mauseloch fährt, ist es besser ein paar Schritte zu Fuß zu gehen oder für schwere Pakete die Sackkarre zu nehmen“.

Den Azubis macht das Fahrtraining offenbar großen Spaß. Vor der praktischen Übung werden erst einmal das E-Bike und dessen Funktionen erläutert.  Das E-Bike der Deutschen Post ist zugelassen bis maximal 200 kg. Etges: „Vorne und hinten kommen dann die Briefe in Taschen oder Briefbehältern auf das Rad. Wenn man anhalten muss und absteigt, dann wird ein beidseitiger mit Rollen versehender Ständer nach vorne ausgefahren, so sind die Zusteller geschützt und das Fahrrad kann nicht umfallen.“ Für die Azubis ist dies am Anfang ungewohnt.

Etges: „Ich würde jedem dazu raten, erst einmal auf einer großen Fläche das Fahren zu üben. Die Geschwindigkeiten die man erreichen kann sind hoch (25 km/h) und der Radius beim Lenken ebenso – Das E-Bike ist nicht zu vergleichen mit einem normalen Fahrrad. Zunehmend durch die Veränderungen in der Briefzustellung kommen nach und nach mehr die neuen E-Trikes zur Anwendung. Diese sind auch bis 250 Kg maximal zugelassen. – Alle 16 Azubis müssen ran. Erst E-Bike, dann, wenn Führerschein vorhanden, mit dem Auto. Später kommen auch die großen Transporter hinzu. Carina: „Es macht richtig Spaß, besonders das Rückwärtseinparken mit Kamera, das wünschen wir uns auch im eigenen Auto.“

„30 Azubis FKEP hat die Niederlassung Koblenz derzeit. Ihr Ziel: FKEP, Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen zu werden und nach zwei Jahren und einem IHK-geprüften Abschluss starten sie dann ins Berufsleben“ so Etges: „Bis dahin sind fast alle fit für die Brief-, Verbund- und Paketzustellung.“ Fast alle? „Ja“ so Etges weiter, „wir haben natürlich auch Azubis, die leider nicht geeignet sind und ausscheiden oder mit 16 Jahren bei uns anfangen und im Regelfall zum Ende ihrer Ausbildung erst im Besitz des Führerschein sein können – dementsprechend müssen wir versuchen, diese vorübergehend in der Briefzustellung zu Fuß oder mit dem Fahrrad einzusetzen“.  –  www.dpdhl.com

hjT/-gw

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