LICHT und FARBE – Slawomir Elsner erhält Otto-Ritschl-Preis 2020 – Farbverteilung und Lichtregie in Altmeister-Manier

2 Sep
2020

Slawomir Elsner: „Allegorie der Liebe oder Venus küsst Amor“, Farbstoff auf Papier, 2020 (nach AgnoloBronzino, London, National Gallery); Courtesyofthe Artist

Wiesbaden – Der Museumsverein Ritschl e.V. und das Museum Wiesbaden haben Slawomir Elsner mit dem Otto-Ritschl-Preis 2020 ausgezeichnet.

Die Ehrung ist mit einem Preisgeld von 15.000 Euro dotiert und mit einer Ausstellung im Museum Wiesbaden verbunden. Der 1976 in Polen geborene Künstler, der jetzt in Berlin lebt und arbeitet, wuchs in Hessen auf. Er studierte freie Kunst an der Kunstakademie Kassel, zuletzt als Meisterschüler von Norbert Radermacher.

„Mit Elsner haben wir einen Preisträger gewonnen, der die Beschäftigung mit Farbräumen zu seinem zentralen Anliegen gemacht hat. Er widmet sich dabei auf innovative Weise einer wesentlichen künstlerischen Frage, die auch für den Maler Otto Ritschl von elementarer Bedeutung war“, erläutert Tom Sommerlatte, Vorsitzender des Museumsvereins Ritschl e. V. Elsner nutzt dazu vermeintlich niederschwellige Medien, Buntstift und Aquarell. Mit akribisch ausgeführten Buntstift-Zeichnungen nähert sich der Künstler der Farbverteilung und Lichtregie alter Meister an. In den großformatigen, abstrakten Aquarellen legt Elsner Schicht um Schicht übereinander, um leuchtende Farbräume zu erschaffen.

„Schon seit vielen Jahren beobachte ich das hohe künstlerische Niveau und die beeindruckende Konsequenz, wie Elsner sich den malerischen Grundphänomenen Licht und Farbe zuwendet und dabei eine sehr eigenständige Position im zeitgenössischen Kunstgeschehen entwickelt“, sagt Andreas Henning, Direktor des Museums Wiesbaden.

Das Museum zeigt den Ritschl-Preisträger in einer umfassenden Ausstellung: „Slawomir Elsner – Präzision und Zufall“ – Der Termin steht jetzt schon fest: Vom 08. Oktober 2021 bis 23. Januar 2022. – Die Preisverleihung findet anlässlich der Ausstellungseröffnung statt.

Slawomir Elsner – Foto: Sebastian Schobbert

Slawomir Elsner: „Es ist mir eine große Ehre, durch diese Preisverleihung mit dem Werk Otto Ritschls verbunden zu sein. Ich erlebe diesen Preis nicht nur als ein großes Glück und als eine wahre Kraftquelle, sondern auch als eine Bestärkung, meinen künstlerischen Weg fortzusetzen. Ich bedanke mich von ganzem Herzen für das Vertrauen!“

Der Otto-Ritschl-Preis wird seit 2001 vom Museumsverein Ritschl in Kooperation mit dem Museum Wiesbaden verliehen. Bisherige Preisträger*innen sind Gotthard Graubner, Ulrich Erben (2003), Kazuo Katase (2009) und Katharina Grosse (2015). Der Verein, der Erbe des Nachlasses des 1976 in Wiesbaden verstorbenen Malers Otto Ritschl ist, vergibt laut Statuten den Preis an Künstler*innen, die langfristig ein interessantes, profiliertes und anerkanntes Werk schaffen, das eine künstlerische Perspektive aufweist, wobei die Preisträger*innen das 40. Lebensjahr überschritten haben. Mit der Vergabe an Elsner wird ein Künstler geehrt, der damit seine erste umfassende museale Ausstellung erhält.

Bernd Heier

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