Permanenter Konsum schlechter Nachrichten macht krank! – Gereiztheit, schlechter Schlaf, auch Depressionen sind die Folge

4 Sep
2020

Schlechte Nachricht  •  Bild: Pixabay

Baierbrunn Sich informieren – ohne krank zu werden! – Statt nur über Katastrophen zu berichten, sollten Medien nach Antworten und Lösungen suchen.

Oft jagt eine schlimme Nachricht die andere – besonders zu Beginn der Corona-Pandemie war dies der Fall: „Viele haben in Zeiten von Smartphone und 24-Stunden-Erreichbarkeit im Minutentakt Nachrichten konsumiert, gelesen, gehört, geschaut“, sagt die Neurowissenschaftlerin Maren Urner, Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Schlimme Neuigkeiten lösen mehr Körperreaktionen aus:  Auch ohne Pandemie stehen Krisen, Katastrophen und Kriege in der Berichterstattung häufig im Vordergrund. „Wir sind offener für schlechte Nachrichten, sagt Martin Schröder, Soziologieprofessor an der Universität Marburg. Das ist wissenschaftlich belegt: Ein Forscherteam um den US-Kommunikationswissenschaftler Professor Stuart Soroka hat in einer internationalen Studie festgestellt:

‚Schlimme Neuigkeiten lösen deutlich mehr Körperreaktionen aus, wirken aufregender, bringen uns ins Schwitzen und werden häufiger geklickt und gelesen.‘

Doch diese Mediennutzung macht krank. „Psychisch ist der permanente Konsum von schlechten Nachrichten sehr belastend. Er verursacht chronischen Stress. Gereiztheit, schlechter Schlaf bis hin zu Depressionen können die Folge sein“, sagt Urner. Die Neurowissenschaftlerin appelliert an die Medien, auch Lösungen für die dargestellten Probleme aufzuzeigen. Der Corona-Berichterstattung in den klassischen deutschen Nachrichtenmedien stellt sie dafür ein gutes Zeugnis aus: „Die große Unsicherheit wurde transparent kommuniziert, es wurden aber auch Antworten gesucht.“

Auf Medienhygiene achten:  Urner rät, häufiger bewusst abzuschalten: „Ein erster Schritt ist, sich zu überlegen, ob man gerade informiert werden möchte, über was man sich informieren will und wie“, sagt die Medienpsychologin. Wichtig sei, Routinen zu entwickeln, um aus der Dauerbeschallung herauszukommen. Sich zum Beispiel jeden Abend auf eine Nachrichtensendung zu beschränken. Für die eigene Medienhygiene empfiehlt die Expertin, sich zu überlegen, welche Nachrichtensendung, welche App, welcher Artikel einen wirklich weiterbringt.

Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 8/2020 B liegt aktuell in den meisten Apotheken aus. Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter: https://www.apotheken-umschau.de

ots/-gw

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