„Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde!“ …

21 Aug
2020

Henry Louis Mencken • Bild: Theatre Magazine Company; Ben Pinchot, photographer, H-L-Mencken-1928, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

… erkannte schon Henry Louis Mencken (* 12. September 1880 in Baltimore, Maryland / † 29. Januar 1956 ebenda), US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, Literaturkritiker, Kolumnist, Satiriker und Kulturkritiker deutscher Herkunft.

Mencken war der Sohn des deutsch-amerikanischen Zigarrenfabrikanten August Mencken. Er entwickelte als Autodidakt außerordentliche schriftstellerische Fähigkeiten und gehörte neben Dorothy Parker und Walter Lippmann zu den bedeutendsten Journalisten der USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bereits in den 1920er-Jahren galt er dort als einer der einflussreichsten Literaturkritiker.

Er arbeitete zunächst widerwillig im väterlichen Betrieb und begann 1899, sofort nach dem Tod seines Vaters, eine Laufbahn als Journalist und Schriftsteller. 1906 ging er als politischer Kolumnist zur Baltimore Sun. 1908 war er Mitherausgeber und Autor der Zeitschrift ‚The Smart Set‘, die bis 1923 erschien. 1920 gründete er zusammen mit George Jean Nathan das Pulp-Magazin Black Mask, um damit zumindest teilweise die Herausgabe des Smart Set zu finanzieren; sie verkauften Black Mask jedoch bereits 1922. 1924 gründete er mit Nathan das Magazin The American Mercury, das bald landesweite Bedeutung erlangte.

1948 erlitt er einen Schlaganfall, der ihn bis zu seinem Tod 1956 schriftstellerisch verstummen ließ. Am bekanntesten sind heute das Werk Die amerikanische Sprache und seine satirischen Reportagen vom Affenprozess, der 1925 in Dayton/Tennessee stattfand. Das letzte veröffentlichte Werk war sein Tagebuch, das die Zeit 1930–1948 abdeckt. Mencken hatte es zu Lebzeiten der Enoch Pratt Free Library in Baltimore mit der Bestimmung vermacht, dass es erst 25 Jahre nach seinem Tod der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfe, um die noch lebenden im Tagebuch erwähnten Freunde und Antagonisten durch seine teilweise schockierenden Tiraden nicht zu verletzen. Letztendlich erschien es 1989 – und erregte größeres Aufsehen, weil es auch einige antisemitische und rassistische Passagen enthielt.

Mencken war Verteidiger der Freiheit und der Bürgerrechte und ein Gegner des angelsächsischen Puritanismus. Seine Grundansichten – u.a. von Friedrich Nietzsche beeinflusst, dessen Buch ‚Der Antichrist‘ er übersetzte – galten als libertär, bisweilen auch als elitär. Der kritische Blick, mit dem Mencken die amerikanischen Lebensumstände betrachtete, war stark durch seine familiären deutschen Wurzeln beeinflusst. Er war entfernt mit Otto von Bismarck verwandt.

Schon während der Wahlkampagne von Donald Trump zum US-Präsidenten wurde eine Aussage Menckens aus dem Jahr 1920 zitiert und verbreitete sich weltweit: … alle Chancen sind auf Seiten des Mannes, der eigentlich der Abwegigste und Mittelmäßigste ist – der die Vorstellung, dass sein Geist ein virtuelles Vakuum sei, am talentiertesten zerstreuen kann. Das Präsidentenamt neigt Jahr um Jahr mehr zu solchen Männern. Mit der Vervollkommnung der Demokratie widerspiegelt dieses Amt mehr und mehr die innere Seele des Volkes. Wir bewegen uns auf ein erhabenes Ideal zu. Eines großen und glorreichen Tages wird der Herzenswunsch der schlichten Leute endlich erfüllt und das Weiße Haus mit einem geradezu Debilen geschmückt sein.” –  (wikipedia)

-/gw

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