„Den Reichtum eines Menschen mißt man an den Dingen, die er entbehren kann, ohne seine gute Laune zu verlieren!“ …

30 Jul
2020

Henry David ThoreauBild: Unknown author, Appletons‘ Thoreau Henry David, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

… sagte einst Henry David Thoreau (* 12. Juli 1817 in Concord, Massachusetts / † 06. Mai 1862 ebenda), amerikanischer Schriftsteller und Philosoph.

Thoreau wurde als Sohn eines Bleistiftfabrikanten geboren. Der Vater war ein Ausgewanderter mit französischsprachigen Vorfahren von der Insel Guernsey. Thoreau studierte von 1833 bis 1837 an der Harvard University. Für kurze Zeit war er als Lehrer tätig, da er jedoch „keinen Gebrauch von der unerlässlichen körperlichen Züchtigung“ machte, überwarf er sich mit der Leitung seiner Schule und quittierte seinen Dienst. 1838 gründete er mit seinem Bruder John eine eigene Privatschule. Als der Bruder 1842 an Tuberkulose starb, musste die Schule geschlossen werden.

Thoreau lernte 1841 Ralph Waldo Emerson kennen, der als Dichter, Unitarier und Philosoph die unitarische Bewegung des amerikanischen Transzendentalismus begründet hatte, der ein großer Kreis amerikanischer Dichter und Denker angehörte. Zeitweilig lebte er in Emersons Haus in Concord bei Boston.

Unter Emersons Einfluss entwickelte Thoreau reformerische Ideen. Am 04. Juli 1845, dem Unabhängigkeitstag, bezog Thoreau eine selbsterbaute Blockhütte (Walden Hut) bei Concord am Walden-See, auf einem Grundstück Emersons. Hier lebte er etwa zwei Jahre zwar allein und selbständig, aber nicht abgeschieden. In seinem Werk ‚Walden. Or Life in the Woods‘ (deutsch: „Walden. Oder das Leben in den Wäldern“) beschrieb er sein einfaches Leben am See und dessen Natur, aber er integrierte auch Themen wie Wirtschaft und Gesellschaft.

Das Experiment „Walden“ machte Thoreau klar, dass sechs Wochen Lohnarbeit im Jahr ausreichend sind, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Die verbleibende Zeit konnte er nutzen, um zu lesen, zu schreiben, nachzudenken und die Natur zu erkunden. Einen Autor, den er besonders schätzte und oft las, war Alexander von Humboldt – dessen Naturbeschreibungen hatten großen Einfluss auf Thoreau.

Seine fundamentale Kritik an politischen Institutionen formuliert Thoreau in der Schrift „Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“. Sein gewaltloser Widerstand hat Mahatma Gandhi und Martin Luther King beeinflusst. Trotz des weiten zeitlichen Abstandes war Thoreau Vorbild vieler Protestbewegungen des 20. Jahrhunderts.

Er führte zeitlebens Tagebuch, Grundlage aller späteren Werke, die heute zur Weltliteratur zählen.  Thoreau lebte wie er dachte – seine einfache und bewusste Lebensweise fasziniert viele Menschen bis auf den heutigen Tag.

/-gw

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