„Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt!“ …

15 Jul
2020

Joachim Ringelnatz • Bild: Heinrich Eduard Linde-Walther (1868-1939), Joachim Ringelnatz by Heinrich Eduard Linde-Walther, 1922, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

… sagte einst so treffend Joachim Ringelnatz (*07. August 1883 in Wurzen; †17. November 1934 in Berlin; eigentlich Hans Gustav Bötticher), deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler, der vor allem für humoristische Gedichte um die Kunstfigur Kuttel Daddeldu bekannt ist.

Ringelnatz stand an Popularität den Comedian Harmonists in nichts nach und zählte Schauspieler wie Asta Nielsen und Paul Wegener zu seinen engen Freunden und Weggefährten. Sein teils skurril, expressionistisch, witzig und geistreich geprägtes Werk ist noch heute bekannt. Ein entscheidendes Ereignis in seinem Leben war 1909 der Beginn seiner Auftritte in der Münchner Künstlerkneipe Simplicissimus.

Rasch wurde der Unbekannte zum Hausdichter und damit quasi Angestellten der geschäftstüchtigen Wirtin Kathi Kobus und Freund und Kollege der dort auftretenden und verkehrenden Künstler wie: Carl Georg von Maassen, Erich Mühsam, Frank Wedekind, Max Dauthendey, Julius Beck, Ludwig Thoma, Emmy Hennings, Roda Roda, Bruno Frank und Max Reinhardt. Die Auftritte waren jedoch sehr schlecht bezahlt.

Ringelnatz hoffte mit Reklameversen und dem Tabakladen Tabakhaus Zum Hausdichter Geld verdienen zu können, doch das originelle Geschäft (geschmückt mit einem menschlichen Gerippe) machte nach einigen Monaten Pleite. Unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte er in der angesehenen satirischen Zeitschrift Simplicissimus Gedichte und den autobiographischen Essay Viellieber Freund – und 1910 endlich seine ersten Bücher: Zwei Kinderbücher und einen Band ernster Gedichte, den er seinem Vater widmete. In der Zeitschrift Die Jugend wurde seine Novelle Die wilde Miss von Ohio abgedruckt. Doch wurde er sich seiner mangelnden Bildung bewusst – und ließ sich privat von Baron Thilo von Seebach in Latein, Geschichte, Literaturgeschichte und anderen Fächern unterrichten, um den Abstand wettzumachen, und studierte Werke der Weltliteratur.

Ringelnatz’ Begeisterung für das Bohème-Leben war schnell aufgebraucht, zumal er sich von Kathi Kobus ausgenutzt fühlte: Sein Honorar betrug zuerst nur ein Bier, dann schließlich ein Bier und zwei Mark. … Er zog aus München fort – er fühlte sich von der dortigen Presse schlecht behandelt und versprach sich von Berlin größere berufliche Möglichkeiten. Etabliert war er bereits in Berliner Kabarett- und Künstlerkreisen: Zu seinen Freunden und Bekannten zählten nun Renée Sintenis, Karl Hofer, Kurt Tucholsky, Claire Waldoff, Otto Dix, Otto Linnemann und Alfred Flechtheim. 1929 mietete er eine Wohnung in Berlin, ab 1930 lebte Ringelnatz nur noch dort.

1932 gastierte er zum letzten Mal im Simplicissimus. Im selben Jahr ging er als Schauspieler in seinem eigenen Stück Die Flasche mit einem Ensemble des Stadttheaters Nordhausen auf Gastspielreise durch Deutschland.

In seiner Berliner Zeit war er auch Mitglied des Berliner Fußballvereins Hertha BSC. – Er traf sich regelmäßig mit dem Kapitän von Herthas Meistermannschaft Johannes „Hanne“ Sobek und Hans Albers in der Westendklause am Steubenplatz, wo er mit ihnen trank und dichtete.  –  (wikipedia)

-/gw

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