Ein Jahr „Jugendstil. Schenkung F. W. Neess“ im Museum Wiesbaden – grandiose Schau lockt viele Gäste aus dem In- und Ausland

27 Jun
2020

Blick in die Ausstellung • Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Wiesbaden – Vor einem Jahr wurde die Dauerausstellung „Jugendstil. Schenkung F. W. Neess“ anlässlich des 90. Geburtstags des großzügigen Mäzens im Landesmuseum Wiesbaden feierlich eröffnet.

Der kenntnisreiche Ferdinand Wolfgang Neess hatte über einen Zeitraum von gut 40 Jahren Artefakte von allerhöchster Qualität zusammengetragen, darunter Gemälde, Möbel, Lampen, Glas- und Silberobjekte sowie Keramiken. 500 der exquisiten Stücke aus seiner einzigartigen Kollektion schenkte Neess dem Museum – ein Riesenglücksfall für Wiesbaden. Es ist die größte Schenkung, die das Haus je erhalten hat. Der Wert wird konservativ auf weit über 40 Millionen Euro taxiert.

Für die Präsentation der größten europäischen Privatsammlung des Jugendstils, Art Nouveau und Symbolismus wurde eigens der Südflügel des Museums umgebaut und ganz im Sinne des Geistes der Jugendstil-Künstler als Gesamtkunstwerk inszeniert. Seit der Eröffnung zieht die großartige Schau zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland an und findet breite Aufmerksamkeit in den internationalen Medien. Denn das Museum konnte durch die Schenkung seinen Sammlungsschwerpunkt substanziell erweitern. Gemeinsam mit dem Sprudelhof in Bad Nauheim und der Mathildenhöhe in Darmstadt stellt die internationale Sammlung eine wichtige Ergänzung auf der Landkarte des Jugendstils dar.

„Die herausragende Qualität der Objekte, die vielfach ikonische Werke dieser Zeit wie Alfons Muchas Skulptur ‚La Nature‘ enthält, trägt ihren Teil zu einem einzigartigen Kunsterlebnis bei. Dank der Schenkung konnte das Museum seinen bisherigen Sammlungsschwerpunkt zur Kunst des 19. Jahrhunderts fulminant erweitern und den Übergang vom 19. Jahrhundert zur Kunst der klassischen Moderne im 20. Jahrhundert präzisieren“, resümiert Museumsdirektor Dr. Andreas Henning:

„Einem Museum der Landeshauptstadt Hessens würdig, trägt die Sammlung zur Schärfung seines internationalen Profils bei. Besonders die Objekte des Art Nouveau verdeutlichen, welche bedeutende Rolle Frankreich für diese Bewegung innehatte. Kein anderes Museum außerhalb Frankreichs weist eine solche Fülle an Kunstwerken aus dieser Zeit auf. Die Sammlung macht das Museum Wiesbaden zu einem Zentrum des Art Nouveau in Deutschland.

Blick in die Ausstellung • Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Die gelungene Präsentation stellt mit den mehr als 500 Objekten qualitativ als auch quantitativ einen zentralen Querschnitt des weltweiten Jugendstils dar. Der Jugendstil gilt als letzte gemeinsame internationale Kunstsprache. Er speiste sich stilistisch und inhaltlich aus den Formen der Natur und verbindet somit ideal die Sammlungen für Kunst und Natur des Zweispartenhauses in Wiesbaden“, ergänzt Dr. Peter Forster, Ausstellungsmacher und Kustos Alte Meister und Jugendstil Sammlung.

Forster bedauert, dass die erste Jubiläumsfeier nur still und ohne den Stifter und Sammler, der am 26. Januar 2020 starb, begangen werden kann: „In seiner Sammlung lebt er jedoch weiter und auch die Sammlung selbst lebt weiter. Seine Ehefrau Danielle Neess fühlt sich der Sammlung weiterhin sehr verpflichtet und unterstützt das Museum in großzügiger und tatkräftiger Weise.“

So gelangten noch ein Originalplakat der Weltausstellung in Paris von Alfons Mucha und ein großformatiges Gemälde von Friedrich König „Der Tod und das Mädchen“ als Dauerleihgabe in das Museum. Einen weiteren Höhepunkt bilden eine Tischleuchte „Danseuse à l’écharpe“ und eine Skulptur „DanseuseauxCothurnes“ von Agathon Léonard. Beide Tanz-Figuren in vergoldeter Bronze, eine Hommage an die um die Jahrhundertwende gefeierten neuen Ausdruckstanzbewegungen, werden jetzt in Wiesbaden erstmals präsentiert.

Weitere Informationen zur Dauerausstellung „Jugendstil. Schenkung F. W. Neess“ unter: https://www.museum-wiesbaden.de/jugendstil und zu den Sonderausstellungen: „Lebensmenschen. Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin“, „Ludwig Knaus – Homecoming“ und „Schmetterlingen auf der Spur – Mit Illustrationen von Johann Brandstetter“ im Museum Wiesbaden unter: www.musuem-wiesbaden.de

Bernd Heier

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