Vom raschelnden Rüschenkleid bis zum feschen Reitrock – „Kleider in Bewegung – Frauenmode seit 1850“ im Historischen Museum Frankfurt

8 Mai
2020

Museumsdirektor Dr. Jan Gerchow mit Schutzmaske führt in die spannende Schau ein • Foto: Bernd Heier

Frankfurt am Main – Die Gesellschaft in den Ländern Europas geriet gegen Ende des 19. Jahrhunderts in gewaltige Bewegung:

Standesschranken fielen, demokratische Kräfte forderten die Monarchien heraus; durch Industrialisierung und Elektrifizierung entwickelten sich neue urbane Räume und Gesellschaftsmilieus. Diese fundamentalen Veränderungen in der Gesellschaft spiegelten sich auch im rasanten Wandel der Bekleidung, vor allem der weiblichen Mode der jeweiligen Länder wider, so auch in Deutschland.

Galant lässt Max Slevogt seiner Gattin den großen Auftritt; „Balparé – Selbstbildnis mit Gattin“,1904 © GDKE RLP, Landesmuseum Mainz • Foto: Axel Brachat

Die Mode veränderte sich, je mehr Frauen ihr häusliches Umfeld verließen und sich in der Öffentlichkeit bewegten. Frauen erkämpften sich Zugang zu Bildung, Politik und Arbeit und drängten immer mehr in die Öffentlichkeit. Das zog grundlegende Erneuerungen in der weiblichen Mode nach sich. In der Ausstellung „Kleider in Bewegung – Frauenmode seit 1850“ spürt das Historische Museum Frankfurt höchst unterhaltsam in elf Bereichen diesen Veränderungen nach.

„Die Schau spannt einen großen Bogen von der Beschaffenheit der Kleider hin zu grundsätzlichen Aspekten von Bewegung und Mobilität, ihren Veränderungen und Anpassungen in einer für das Geschlechterbild entscheidenden Umbruchphase von 1850 bis in die frühen 1930er Jahre“, erläutert Dr. Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums Frankfurt.

Präsentiert werden die verschiedenen Alltags- und Lebensbereiche (Haushalt, Arbeit, Sport, Freizeit und Politik), in denen sich Frauen Bewegungsfreiheit eroberten, oder trotz bewegungseinschränkender Kleidung zu wirken begannen. In der interaktiven Schau mit vielen Video-Stationen werden rund 200 Exponate präsentiert. Die meisten Objekte stammen aus der umfangreichen museumseigenen Textil- und Modesammlung und werden ergänzt durch erlesene, internationale Leihgaben (Textilien, Gemälde, Grafiken und Fotografien).

Über 50 Vollbekleidungen und zahlreiche Einzelkleidungsstücke werden in Momenten der Bewegung gezeigt, vom bürgerlichen Gesellschaftskleid über das Korsett bis zum Reform- und Arbeitskleid, Badeanzug, erster Hose und schicker Abendrobe. – Die höchst fragilen Textilien wurden auf eigens entworfenen Figurinen montiert, um so zeittypische Bewegungsmomente ihrer Trägerinnen in Szene zu setzen“, schreibt Gerchow in dem opulenten Begleitbuch.

Die kurzweilige Ausstellung entstand in Kooperation mit der Universität Paderborn – Lehrstuhl für Kulturwissenschaft der Mode und Textilen – gefördert von der Volkswagen-Stiftung. Hauptförderer ist der Kulturfonds FrankfurtRheinMain. Weitere Sponsoren sind die Ernst Max von Grunelius-Stiftung, STIFTUNG-GIERSCH, Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, Stabsstelle für Frauenpolitik am Hessischen Sozialministerium, FAZIT-STIFTUNG, Stiftung Frauen in Europa / TuWas Stiftung für Gemeinsinn, Freunde & Förderer sowie das Frauenreferat der Stadt Frankfurt.

„Kleider in Bewegung – Frauenmode seit 1850“ ist bis zum 24. Januar 2021 im Historischen Museum Frankfurt zu bewundern – dabei sind die Sicherheits-Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu beachten – weitere Informationen unter:  www.histoirisches-museum-frankfurt.de

hbh

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