„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern!“ …

29 Apr
2020

Stefan Zweig • Bild: Kunst Salon Pictzner, Stefan Zweig 1900 cropped, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

… wusste schon Stefan Zweig (* 28. November 1881 in Wien / † 23. Februar 1942 in Petrópolis, Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien), bekannter österreichischer Schriftsteller.

Nach und nach entwickelte Stefan Zweig eine markante Schreibweise, die behutsame psychologische Deutung mit fesselnder Erzählkraft und brillanter Stilistik verband. Neben eigenen Erzählungen und Essays arbeitete Zweig auch als Übersetzer der Werke Verlaines, Baudelaires und insbesondere Émile Verhaerens sowie als Journalist.

Seine Bücher erschienen im Insel-Verlag in Leipzig, mit dessen Verleger Anton Kippenberg er freundschaftlich verbunden war und dem er die Anregung zur 1912 gegründeten Insel-Bücherei gab, die sich rasch mit sehr großen Verkaufszahlen etablieren konnte und noch heute verlegt wird.

Zweig pflegte einen großbürgerlichen Lebensstil und reiste viel, unter anderem besuchte er 1910 Britisch- und Niederländisch-Indien sowie 1912 Amerika. Diese Reisen verschafften ihm immer wieder Kontakte zu anderen Schriftstellern und Künstlern. Zweig war auch ein begeisterter und in Fachkreisen anerkannter Sammler von Autographen.

Zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges sagte Zweig: „Von Anfang an glaubte ich nicht an den „Sieg“ und wußte nur eines gewiß: Daß selbst wenn er unter maßlosen Opfern errungen werden könnte, er diese Opfer nicht rechtfertige. Aber immer blieb ich allein unter all meinen Freunden mit solcher Mahnung, und das wirre Siegesgeheul vor dem ersten Schuß, die Beuteverteilung vor der ersten Schlacht ließ mich oft zweifeln, ob ich selbst wahnsinnig sei unter all diesen Klugen oder vielmehr allein grauenhaft wach inmitten ihrer Trunkenheit.“

So strikt Stefan Zweig eine komplette Trennung von Geist und Politik forderte, so fest stand er für ein vereinigtes Europa in der Tradition Henri Barbusses, Romain Rollands und Émile Verhaerens ein.

In der Nacht vom 22. auf 23. Februar 1942 nahm sich Stefan Zweig in Petrópolis (bei Rio de Janeiro) mit einer Überdosis Veronal das Leben. Depressive Zustände begleiteten ihn seit Jahren. Der Totenschein nennt als Todesursache „Einnahme von Gift – Suizid“. Seine Frau Lotte folgte Zweig in den Tod. Hausangestellte fanden beide gegen 16:00 Uhr in ihrem Bett.

In seinem Abschiedsbrief schrieb Stefan Zweig, dass er „aus freiem Willen und mit klaren Sinnen“ aus dem Leben scheidet. Die Zerstörung seiner „geistigen Heimat Europa“ hatte ihn für sein Empfinden entwurzelt, seine Kräfte seien „durch die langen Jahre heimatlosen Wanderns erschöpft“.

-/gw

Bitte besuchen und liken Sie auch unseren Facebook-accountcwa id=’mad03′]

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben