Interessante ‚Bewegungs-Daten‘ zur ‚Corona-Krise‘ – Optimisten, Wohlhabende und Extrovertierte sind deutlich mehr unterwegs!

19 Apr
2020

Heidelberg – Mit den täglich zurückgelegten Distanzen der Bundesbürger während der ‚Corona-Pandemie‚ hängen individuelles Wohlbefinden, der eigene wahrgenommene soziale Status sowie die eigene Persönlichkeit stark zusammen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Deutschen selbst im Lockdown sehr unterschiedlich mobil sind. Das hat eine repräsentative Befragung der GIM -Gesellschaft für Innovative Marktforschung- ergeben. Hierzu wurden 1.020 Personen zur persönlichen Wahrnehmung der Corona-Krise befragt, wobei für 933 der Befragten die Antworten mit ihren Bewegungsdaten kombiniert wurden. Die Bundesbürger bewegten sich in der Woche vor der Befragung täglich 8,6 km, wobei verschiedene Faktoren identifiziert wurden, die mit den täglich zurückgelegten Distanzen zusammenhängen.

Einen großen Einfluss hat die Besorgtheit wegen Corona: Menschen, die sich ein bisschen oder ‚große Sorgen‘ machen (82% der Befragten) legen im Schnitt 8,1 km pro Tag zurück. Menschen, die sich ‚keine Sorgen‘ machen (18% der Befragten), sind deutlich mehr unterwegs – deren tägliche Distanzen liegen bei 12,2 km – und damit um 51% höher als bei „Besorgten“.

Ebenso zeigt sich ein Zusammenhang mit der generellen Lebenszufriedenheit: Menschen, die mit ihrem Leben aktuell zufrieden sind (45% der Befragten) legen täglich 29% längere Distanzen zurück, als Menschen die mit ihrem Leben aktuell weniger zufrieden oder gar unzufrieden sind (55% der Befragten). „Zufriedene“ legen täglich im Schnitt gut 10 km zurück, im Vergleich zu 7,8 km bei den weniger Zufriedenen.

Menschen, die sich als wohlhabend wahrnehmen, sind deutlich mehr unterwegs, als Menschen, die sich als „arm“ empfinden: Letztere (27% der Befragten) bewegen sich täglich durchschnittlich nur 6,2 km. Menschen, die sich als „durchschnittlich wohlhabend“ bewerten (46% der Befragten) legen hingegen 53% längere Distanzen zurück (9,5 km im Median). Die täglichen Distanzen der Menschen, die sich als „eher wohlhabend“ einschätzen (27% der Befragten) liegen sogar 71% höher (10,6 km im Median).

Deutliche Unterschiede zeigen sich zudem mit Blick auf Persönlichkeitsmerkmale der Befragten: Menschen, die sich als „eher verträglich“ (d.h. als harmoniebedürftig und höflich) beschreiben (50% der Befragten), legen im Schnitt 7,4 km täglich zurück. Menschen, die sich als „weniger verträglich“ beschreiben (d.h. manchmal unfreundlich und konfliktfreudig sein können), legen hingegen täglich durchschnittlich 10,0 km zurück – und somit 35% längere Distanzen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für Menschen, die sich als „eher extrovertiert“ (d.h. als redselig und gesellig) beschreiben (48% der Befragten): Sie legen mit 10,2 km am Tag um 32% längere Distanzen zurück als Personen, die sich als „eher introvertiert“ (d.h. als zurückhaltend und schüchtern) beschreiben (52% der Befragten).

GIM Geschäftsführer und Diplom-Psychologe Dr. Jörg Munkes ordnet die Ergebnisse so ein: „Wir können einen Blick hinter Bewegungsdaten werfen und erkennen, dass verschiedenste sozioökonomische, aber auch persönlichkeitsbezogene Faktoren mit dem Mobilitätsverhalten während des Lockdowns zusammenhängen. Somit lassen sich wertvolle Erkenntnisse über die Wirkung oder Lockerung des Lockdowns gewinnen – und dies alles vollkommen anonym und datenschutzkonform!“

Über die Studie:  Grundgesamtheit – Bevölkerung in Deutschland über 18 Jahre  //  Stichprobe: Repräsentativ quotiert nach Alter, Geschlecht, Bildung und Bundesland  //  Erhebungsverfahren: Onlineinterviews (CAWI)  //  Fallzahl: 1020 Befragte  //  Erhebungszeitraum: 03. bis 08. April 2020  //  Für die Analysen wurden die Bewegungsdaten der Woche vor der Befragung ausgewertet und der Durchschnitt der täglichen Distanzen jeder Person gebildet  //  Schwankungsbreite (95% Konfidenzintervall): 1,4 (bei 5% Anteilswerten) bis 3,1 (bei 50% Anteilswerten)  –  www.g-i-m.com

ots/gw

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