NACHRICHTEN vermitteln oft ein verzerrtes Bild … Es ist Zeit für ein neues Menschenbild – für einen neuen Realismus!

3 Apr
2020

Bild: Rowohlt Verlag, Hamburg

In seinem aktuellen Buch setzt sich der Historiker und Journalist Rutger Bregman mit dem Wesen des Menschen auseinander. – Vielleicht beginnt Nächstenliebe im Kleinen.

Menschen, die sich selbst nicht lieben, können nur schwer einen anderen lieben. – Man bevorzugt und hängt sich an den, der einem nahesteht – das macht uns zu Menschen! – Das GUTE ist immer ansteckend!

Doch wenn man regelmäßig die Nachrichten verfolgt, kann man leicht den Mut verlieren. Oft sind Nachrichten auf Ausnahmen fokussiert – und zwar meistens auf die negativen. – Digitale Plattformen verdienen am meisten, wenn Menschen sich so gemein wie möglich verhalten. Das generiert Aufmerksamkeit, darauf klicken wir am häufigsten, und dann sehen wir auch die meiste Werbung. – Auf diese Weise sind soziale Medien zu Maschinen entartet, die unsere schlechten Seiten so weit es nur geht vergrößern.

‚Neurologen weisen darauf hin, dass unser Bedürfnis nach Nachrichten und Push-Meldungen stark einer Sucht ähnelt‘, heißt es in dem äußerst interessanten Buch „IM GRUNDE GUT – Eine neue Geschichte der Menschheit von Rutger Bregman.

In Silicon Valley ist das kein Geheimnis mehr. Gerade Manager von Unternehmen wie Facebook oder Google schränken bei ihren eigenen Kindern die Nutzung des Internets und der sozialen Medien soweit es geht ein. Während Bildungsgurus ein Loblied auf ‚iPad-Schulen‘ und ‚digital Skills‘ singen, verhalten sich die Tech-Eliten wie Drogendealer: Sie schützen den eigenen Nachwuchs vor den ‚giftigen Produkten‘ ihrer Branche.

Die Faustregel des Autors lautet: ‚Studiere lieber die bedächtige Samstagsausgabe der Tageszeitung als das tägliche Newsbulletin. Triff dich lieber mit Menschen aus Fleisch und Blut, als auf einen Bildschirm zu starren. Denke ebenso sorgfältig darüber nach, welche Informationen du dir in den Kopf stopfst, wie über die Nahrung, die du deinem Körper zuführst.‘

Anders als in der westlichen Denktradition angenommen ist der Mensch seinen Thesen nach nicht böse, sondern im Gegenteil: Von Grund auf gut. Und geht man von dieser Prämisse aus, ist es möglich, die Welt und den Menschen in ihr komplett neu und grundoptimistisch zu denken. In seinem mitreißend geschriebenen, überzeugenden Buch präsentiert Bregman Ideen für die Verbesserung der Welt. Sie sind innovativ und mutig und stimmen vor allem hoffnungsfroh.

Sich zum Guten zu bekennen, bedeutet nicht, dass man sich auf die Brust schlagen soll. In der Bergpredigt warnte Jesus seine Anhänger vor Letzterem, plädierte aber für das Erstere: „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter – dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen … „

Rutger Bregman: „IM GRUNDE GUT – Eine neue Geschichte der Menschheit“, ISBN 978-3-498-00200-8, Hardcover 24,00 Euro / e-Book 19,99 Euro – Rowohlt Verlag, Hamburg – www.rowohlt.de 

rv/gw

Bitte besuchen und liken Sie auch unseren Facebook-accountcwa id=’mad03′]

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben