TEIL 2  – Museen laden zu virtuellem Rundgang ein … Internetangebote als Appetizer

29 Mrz
2020

Ausstellungsansicht; © Museum für Kommunikation • Foto: Sven Moschitz

Frankfurt am Main / Bad Homburg v.d.H. – Aufgrund der schrecklichen Corona-Pandemie bleiben die physischen Türen der Museen und Galerien geschlossen.

Auch die „Lange Nacht der Museen“, die für den 25. April 2020 in Frankfurt am Main und Offenbach vorgesehen war, wurde abgesagt. Kunstfreunde müssen sich deshalb in Geduld üben. Für sie bieten viele Museen allerdings einen besonderen Service an – nach dem Motto: ‚Wenn Sie nicht zu uns kommen können, kommen wir zu Ihnen nach Hause und laden zu virtuellen Impressionen ein‘.

Das MUSEUM FÜR KOMMUNIKATION lädt beispielsweise zu einem virtuellen Schnupperkurs ein: Die spannende Ausstellung „#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung“ ist  fertig und wartet auf Besucher. Mit dem „Online Sneak Preview“ wollen die Ausstellungsmacher einen digitalen Vorgeschmack auf die hoch aktuellen Themen der Schau bieten.

Viele Aspekte der Digitalität treten in der derzeitigen Ausnahmezeit besonders hervor: Wir alle informieren uns online über das Coronavirus. Zahllose Webseiten versorgen uns mit umfangreichen Nachrichten, aber auch mit Falschmeldungen, mit „Fake News“, die sich oft nicht von soliden Sachmeldungen unterscheiden. Die Freiheit der digitalen Welt ist mit Herausforderungen für uns als Individuen, aber auch für die Gesellschaft verbunden. Wie wirkt sich die Digitalisierung ganz konkret auf unser Leben aus? In welchen Bereichen verändert sie die Gesellschaft? – Antworten auf diese Fragen bietet „#neuland“ –  www.mfk-frankfurt.de

Anton Wilhelm Tischbein „Bildnis des Johann Christian Senckenberg“, 1772,  Öl auf Leinwand • Porträtsammlung Dr. Senckenbergische Stiftung

Auch im MUSEUM GIERSCH der Goethe-Universität hängen bereits die Gemälde der neuen Sonderausstellung „Die Welt im BILDnis. Porträts, Sammler und Sammlungen in Frankfurt von der Renaissance bis zur Aufklärung“. Die Faszination des Porträts, die sich heute in massenhaft digital verbreiteten Porträts und „Selfies“ ausdrückt, hat Tradition. Die Ausstellung im Museum Giersch (noch bis 21. April 2020 geschlossen) blickt in die Geschichte und widmet sich der Bildnis-Kunst in Frankfurt von der Renaissance bis zur Aufklärung. In der bürgerlichen Kultur jener Zeit waren Porträts Mittel der sozialen Selbstdarstellung, Ausdruck einer Gesellschaftsordnung und zeitgenössischen Wertschätzung. Bislang völlig unbekannte Werke werden erstmals in diesem Kontext gezeigt; einen ersten virtuellen Einblick gibt es unter: https://www.museum-giersch.de

Kuratorin Ina Fuchs (Sinclair Haus) vor einer großformatigen Kohlezeichnung von Juul Kraijer • Foto: Sinclair Haus

Das SINCLAIR HAUS in Bad Homburg zeigt unter dem Titel „Zweiheit“ Werke der niederländischen Künstlerin Juul Kraijer. Die monografische Ausstellung bietet einen umfassenden Einblick in die beeindruckenden Arbeiten der in Rotterdam lebenden und arbeitenden vielseitigen Künstlerin. In ihren Zeichnungen und Fotografien geht es um die Natur des Menschen. „Der Körper dient ihr dabei als Projektionsfläche für Gefühle und Zustände. Kraijers Werke loten die Grenzen des Körpers aus und überschreiten sie immer wieder“, sagt die Kuratorin Ina Fuchs … das Haus ist voraussichtlich bis 30. April 2020 geschlossen  –  www.museum-sinclair-haus.de

Gleich zwei Frankfurter Museen widmen sich in ihren fertigen, aber derzeit noch geschlossenen Ausstellungen dem Thema Kleidung. So zeigt das MUSEUM ANGEWANDTE KUNST unter dem Titel „Life doesn’tfrightenme  – Michelle Elie wearsComme des Garçons“ die Aufsehen erregenden „Kleider-Objekte“ der Japanerin Kawakubo, die die Designerin und Mode-Ikone Michelle Elie sammelt und auch trägt. In der Schau erzählt Elie die Geschichten der jeweiligen Stücke: Vom Moment der Entdeckung, über den Erwerb, bis hin zum Erleben auf ihrem eigenen Körper und den unterschiedlichsten Reaktionen, die das Tragen bei anderen provoziert.

Das HISTORISCHE MUSEUM wartet mit der Präsentation „Kleider in Bewegung“ auf. Ende des 19. Jahrhunderts fielen die Standesschranken, demokratische Kräfte forderten die Monarchien heraus und durch Industrialisierung und Elektrifizierung entwickelten sich neue urbane Räume und Gesellschaftsmilieus. Diese gravierenden Umbrüche schlugen sich auch im rasanten Wandel der Bekleidung nieder, vor allem in der weiblichen Mode, wie die kurzweilige, interaktive Schau zeigt.

Weitere Informationen unter:  www.museumangewandtekunst.de  und  www.historisches-museum-frankfurt.de – beide Häuser sind voraussichtlich bis 10. April 2020 geschlossen.

Bernd Heier

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