TEIL 1 – MUSEEN laden zu virtuellem Rundgang ein … Internetangebote als Appetizer

24 Mrz
2020

Edgar Degas „Kleine vierzehnjährige Tänzerin“, Bronze, Tüll, 1881- Foto: Städel Museum

Frankfurt am Main / Wiesbaden – Aufgrund der schrecklichen Corona-Pandemie müssen die physischen Türen der Museen und Galerien geschlossen bleiben. Viele öffentliche Kultureinrichtungen in der Rhein-Main-Region sind vorerst bis zum 10. April 2020 zu.

Mit Beginn der Frühjahrssaison haben die Museen erst kürzlich hochkarätige Präsentationen eröffnet – und für eine Reihe weiterer, langjährig vorbereiteter Ausstellungen war in diesen Tagen die Eröffnung geplant. Dazu kommt es aber zunächst nicht. Kunstfreunde müssen sich deshalb gedulden. Für sie bieten viele Museen einen besonderen Service an – nach dem Motto: Wenn Sie nicht zu uns kommen können, kommen wir zu Ihnen nach Hause und laden zu einem virtuellen Rundgang ein.‘

Besonders das STÄDEL MUSEUM FRANKFURT wirbt mit seinen mehrfach ausgezeichneten digitalen Angeboten für einen Besuch der Webseite. Ab 19. März 2020 sollte die große Ausstellung „EN PASSANT. Impressionismus in Skulptur“ öffentlich gezeigt werden. Die Schau geht erstmals der Frage nach, wie sich Eigenschaften der impressionistischen Malerei – wie Licht, Farbe, Bewegung oder Flüchtigkeit – in der Bildhauerei manifestiert haben.

Mit mehr als 160 Werken liefert die Präsentation einen umfassenden Einblick in die Möglichkeiten und Herausforderungen des Impressionismus in der Skulptur. Im Mittelpunkt stehen fünf Künstler: Edgar Degas, Auguste Rodin, Medardo Rosso, Paolo Troubetzkoy und Rembrandt Bugatti. – Weitere Informationen unter: www.staedelmuseum.de

Marianne von Werefkin, „Zirkus“ (vor der Vorstellung), um 1910, Tempera auf Pappe, 55 x 90 cm, Leopold-Hoesch-Museum Düren; Foto: Peter Hinschläger

MUSEUM  WIESBADEN

Zwei Tage nach Eröffnung der grandiosen Schau Lebensmenschen – Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin“ musste das Landesmuseum Wiesbaden wegen der Corona-Krise seine Tore wieder schließen – zunächst bis zum 19. April 2020.

Als eines der wegweisenden Künstlerpaare der Avantgarde sind sie in den Kanon der Kunstgeschichte eingegangen. Mit der von ihnen 1909 initiierten Gründung der „Neuen Künstlervereinigung München“, aus der zwei Jahre darauf der „Blaue Reiter“ hervorgegangen ist, haben die beiden als Paar – Werefkin als Vordenkerin und Jawlensky malerischer Impulsgeber – nicht nur diese Vereinigungen sowie die Moderne vorangetrieben. Auch jeder für sich hat einen ganz wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Kunst am Beginn des 20. Jahrhunderts geleistet. Erstmals ist ihr Oeuvre Seite an Seite und auf Augenhöhe in einer gemeinsamen Schau zu sehen.

Ein kurzes Video bietet Einblicke in die überragenden Kunstwerke der „Lebensmenschen“ –  www.museum-wiesbaden.de

Ludwig Knaus „Das Kirchweihfest (Tanz unter den Linden vor einem hessischen Dorf)“, 1883, Öl auf Leinwand; Städel Museum, Frankfurt am Main

Eine weitere Sonderausstellung im Landesmuseum WiesbadenLudwig Knaus – Homecoming ist der Rückkehr der „Sehnsuchtsbilder“ des virtuosen Genremalers gewidmet. Ludwig Knaus zählte zu den bedeutendsten deutschen Malern im 19. Jahrhundert. Der in Wiesbaden 1829 geborene Künstler galt in seiner Zeit als der berühmteste Sohn der Stadt. Mit seinen im In- und Ausland äußerst erfolgreichen narrativen Werken verhalf er der Genremalerei zu einer einzigartigen Popularität. Nach seinem Tod verblasste jedoch nicht nur sein Ruhm sehr rasch, sondern auch die Bedeutung der Genremalerei.

SCHIRN KUNST­HALLE FRANK­FURT

Mit der großartigen Themenschau „Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo“ beleuchtet die ‚Schirn‘ erstmals den weiblichen Beitrag zum Surrealismus und zeigt, dass die Beteiligung der Künstlerinnen an der internationalen Bewegung wesentlich umfassender als allgemein bekannt war und bislang dargestellt wurde. Die in der Schirn präsentierten Künstlerinnen haben in unnachahmlicher Weise Ideen der Gruppe rezipiert und sie in ihren äußerst individuellen Arbeiten weitergeführt.

Was die Werke der Künstlerinnen von denen ihrer männlichen Kollegen vor allem unterscheidet, ist die Umkehr der Perspektive: Oft durch Befragung des eigenen Spiegelbilds oder durch die unterschiedlichen Rollen sind sie auf der Suche nach einem neuen weiblichen Identitätsmodell. In der Zusammenschau werden die unglaubliche Vielfalt und die beeindruckende Eigenständigkeit der bekannteren wie auch unbekannteren Künstlerinnen des Surrealismus deutlich. – Weitere Informationen unter:  www.schirn.de

Fortsetzung folgt …

Bernd Heier

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