„Krisen einer globalisierten Welt“ – Aktiv reagieren – „Making Crises Visible“ thematisiert Krisen, Krieg, Konflikt – bis 02.06.2020 im Senckenberg Museum

13 Feb
2020

Bild: Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main

Frankfurt am Main – Konflikte, Krisen und Kriege beherrschen die Nachrichten, die uns täglich erreichen. Die Sonderausstellung „Making Crises Visible“ (bis 02. Juni 2020) im Senckenberg Naturmuseum lädt ein, auf diese Situation nicht ratlos, sondern aktiv zu reagieren.

Im Fokus steht die Begegnung von Kunst, Design und Wissenschaft. Dieser Dreiklang eröffnet neue Perspektiven auf aktuelle Themenfelder wie Migration, Klimawandel oder Radikalisierung. Insgesamt 50 künstlerische Arbeiten junger Studierender der Hochschule für Gestaltung in Offenbach zeigen wissenschaftliche Forschungsergebnisse des Leibniz Forschungsverbundes „Krisen einer globalisierten Welt“, die an unterschiedlichen Stationen im Senckenberg Naturmuseum zu sehen sind. Schirmherrin der Schau ist die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn.

Um den Stumpf des Mammutbaums in der Botanik-Dauerausstellung des Senckenberg Naturmuseums wachsen fiktive Reispflanzen – neue genmanipulierte Arten, die vielleicht die Ressourcenknappheit zukünftig lindern könnten? Ein 16 Quadratmeter großer Teppich zeigt den beengten Grundriss einer typischen Unterkunft für Geflüchtete und wie Menschen dort leben. Im Obergeschoss dehnt sich ein Korallenriff aus zahlreichen Plastikverpackungen in den Raum aus.

30 Menschenrechtsartikel gedruckt auf eine Rettungsfolie kleiden den Ausstellungsraum zur Menschwerdung und Urmenschendame „Lucy“ aus. Wie der sprichwörtliche rote Faden kennzeichnen rote Flächen diese und viele weitere Kunstwerke, die im ganzen Museum zu sehen sind und in den letzten zwei Semestern von Studierenden der Hochschule für Gestaltung Offenbach erarbeitet wurden. „Das Resultat sind außergewöhnliche, unbedingt sehenswerte Arbeiten“, freut sich Prof. Dr. Nicole Deitelhoff vom Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK).

„Die Verbindung von Wissenschaft, Kunst und Gestaltung bietet ein außergewöhnliches Potential, durch das wir aktiv einen Dialog über Themen von globaler Bedeutung anregen wollen. In einer sich wandelnden Gesellschaft stellen wir unseren Besucher*innen wissenschaftliche Fakten und künstlerische Inspirationen bereit, um neue Wege der Interaktion und des Austausches im Museum anzustoßen. Das ist die Basis, um unsere Zukunft gemeinsam aktiv zu gestalten und das unterstützen wir sehr gerne!“, erklärt Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Leiterin des Senckenberg-Programms Wissenschaft und Gesellschaft. Prof. Klaus Hesse von der Hochschule für Gestaltung Offenbach erläutert: „Zu Forschungsbereichen wie Ressourcenknappheit, Radikalisierung, Umweltkrisen, Anthropozän und seine Folgen, Krisen der liberalen Weltordnung oder Krisen internationaler Normen sind Plakate, Objekte, Filme und Installationen entstanden, die das Publikum auf ganz unterschiedliche und unerwartete Weise ansprechen.“

„Krisen sind nicht nur die reine Zuspitzung eines Problems, sondern ein Transformationsprozess mit immensem kreativen Potential, der einen Ausgangspunkt für eine Neuorientierung bilden kann“, so Deitelhoff. Ziel des Projektes ist es, dies abzubilden und die öffentliche Wahrnehmung und den Dialog zu Krisen in der Gesellschaft anzuregen. Besucher*innen sind eingeladen, Teil eines kreativen Lösungsprozesses in einem experimentellen Meinungsaustausch zu werden. Ein weiteres Anliegen des Projekts ist die Förderung des Wissenstransfers zwischen Friedens- und Konfliktforschung, Wissenschaft, Kunst und Design.

Es wird nur der reguläre Museums-Eintrittspreis erhoben. – Mehr Informationen unter:  https://makingcrisesvisible.com/  oder:  museumfrankfurt.senckenberg.de

sm/gw

Bitte besuchen und liken Sie auch unseren Facebook-account

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben